Der Umbau des Europaplatzes vor dem Berliner Hauptbahnhof wird erstmals sichtbar: Neue Bäume und Pflasterflächen verändern bereits heute das Erscheinungsbild des Platzes. Gleichzeitig rückt die Frage in den Fokus, ob auch der stark versiegelte Washingtonplatz künftig neu gestaltet werden sollte.

Vor der markanten Glasfassade des Berliner Hauptbahnhofs entstehen neue Grünflächen. Die Umgestaltung des Europaplatzes soll die Aufenthaltsqualität deutlich verbessern. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Wer in diesen Tagen den Europaplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof passiert, kann erstmals erahnen, wie sich einer der wichtigsten Stadträume Berlins in den kommenden Monaten verändern wird. Denn inzwischen wurden die ersten Bäume aufgestellt und damit ein zentrales Element der geplanten Umgestaltung sichtbar.
- Bezirk: Mitte
- Bereiche: Europaplatz Nord, Europaplatz Süd, Washingtonplatz
- Adresse: Invalidenstraße, 10557 Berlin
Noch prägen Baugruben, Absperrungen und provisorische Wege das Bild auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs. Dennoch zeichnet sich bereits deutlich ab, welchen Charakter der Platz künftig erhalten soll.
Wo bislang vor allem versiegelte Flächen, unstrukturierte Verkehrsströme und funktionale Infrastruktur dominierten, soll Schritt für Schritt ein deutlich grüneres und aufenthaltsfreundlicheres Umfeld entstehen.
Berlin-Mitte: Neue Bäume und Pflasterflächen verändern den Europaplatz
Besonders auffällig sind die neu gepflanzten Bäume, die künftig für mehr Schatten und Aufenthaltsqualität sorgen sollen. Gemeinsam mit den neuen Pflasterflächen, deren Verlegung bereits begonnen hat, verändert sich die Wahrnehmung des Platzes schon jetzt.
Der Europaplatz ist für viele Reisende der erste Eindruck von Berlin. Täglich passieren Tausende Menschen diesen Ort auf dem Weg zum Hauptbahnhof, zur Europacity oder in Richtung Regierungsviertel. Entsprechend groß ist die Bedeutung des Platzes für das Stadtbild und die Wahrnehmung der Hauptstadt.
Europaplatz am Hauptbahnhof: Aufenthaltsqualität soll durch Umgestaltung deutlich steigen
Die laufenden Arbeiten sollen nicht nur die Wegeführung verbessern, sondern auch die Aufenthaltsqualität erhöhen. Neben zusätzlichen Grünflächen entstehen neue Wegeverbindungen, geordnete Verkehrsflächen und ein insgesamt ruhigeres Erscheinungsbild. Der bislang oft als kühl und funktional wahrgenommene Stadtraum erhält damit eine deutlich menschlichere Dimension.
Mit den sichtbaren Fortschritten auf der Nordseite des Hauptbahnhofs rückt zwangsläufig auch die Situation auf der Südseite in den Fokus. Der Washingtonplatz gilt seit Jahren als einer der am häufigsten kritisierten Freiräume im Umfeld des Hauptbahnhofs.

Die ersten Bäume auf dem Europaplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof sind gesetzt. Trotz laufender Bauarbeiten wird bereits sichtbar, wie sich der bislang stark versiegelte Stadtraum künftig verändern soll. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Berlin-Mitte: Wird nach dem Europaplatz auch der Washingtonplatz neu gedacht?
Große versiegelte Flächen, kaum Bäume und wenig Schatten prägen dort bis heute das Bild. Gerade an heißen Sommertagen wird die Situation für Reisende und Besucher zunehmend zur Belastung. Vor dem Hintergrund von Klimawandel, Hitzeschutz und Schwammstadt-Konzepten erscheint die Gestaltung des Platzes vielerorts nicht mehr zeitgemäß.
Während auf dem Europaplatz inzwischen sichtbar wird, wie Begrünung und Klimaanpassung das Erscheinungsbild eines zentralen Stadtraums verändern können, stellt sich daher zunehmend die Frage, ob nicht auch der Washingtonplatz künftig eine ähnliche Aufwertung erfahren sollte. Die Debatte darüber hat längst begonnen und dürfte nach Fertigstellung des Europaplatzes weiter an Dynamik gewinnen.

Ein völlig anderes Bild bietet weiterhin der Washingtonplatz auf der Südseite des Hauptbahnhofs. Große versiegelte Flächen und fehlende Verschattung prägen den Stadtraum bis heute. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Europaplatz am Hauptbahnhof
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen; Berlin.de, Berliner Morgenpost
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7 Kommentare
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Ehrlich gesagt fällt es mir schwer Ihrer Freude über die Umgestaltung des Platzes zu folgen. Der Bau des Bahnhofs war bezüglich der gekippten Türme schon eine technische Meisterleistung, das war’s dann aber auch. Bis heute ist der Bahnhof nicht fertiggestellt. Es fehlt ein Teil des Daches. Das fehlende Teil ist bis heute eingelagert. Das ein Bahnhof dieser Dimension auch eine vernünftige ÖPNV-Anbindung braucht war offensichtlich auch kein Thema. Die Tramhaltestelle war natürlich zur Eröffnung nicht fertig und bis heute müssen sich täglich die Nutzer von Tram und Bushaltestelle( Nordseite) durch den Verkehr zum Bahnhof wursteln. Die Radwege wurden natürlich als effizienter Hindersparcours gleich noch mit auf die Fußwege verlegt. Von der Taxi Vorfahrt möchte man gar nicht reden. Diese Missstände hätte man bei dem jetzigen Umbau ja mit angehen können. Aber das ist halt Berlin nur Berliner Schnauze aber dann hört es schon auf. Lieber Senat macht doch einfach mal einen Brigadeausflug nach Amsterdam zum Centralbahnhof und staunt Baumklötzer wie vernünftige Verkehrspolitik geht.
Platz- und Vorplatzgestaltung ist definitiv der Aspekt, in der die Berliner Stadtentwicklung seit Jahrzehnten vollumfänglich und auf ganzer Linie versagt, das muss man wirklich sagen. In vielen Bereichen hat sich Berlin seit der Wende deutlich verbessern können, in vielen Bereichen stagniert die Stadt im Mittelmaß, aber was Platz- und Freiraumgestaltung angeht, versagt Berlin in eigentlich fast allen Fällen. Die Stadt lebt noch von ihren Plätzen mit den großen Namen und historischen Freiraumgestaltungen, aber überall dort, wo Berlin moderne Neugestaltungen umsetzen muss, geht überhaupt nichts.
Eine ganz, ganz große Schwäche dieser Stadt und ich glaube auch nicht dran, dass sich das langfristig ändern wird. Plätze als urbane Stadträume werden im Dickicht des Berliner Planungs-, Bau- und Verwaltungsrechts völlig zerrieben, dazu kommt die politische Visionslosigkeit sowie die schlechte finanzielle Basis der Stadt, die Platzgestaltungen als etwas sehen, bei dem ein notwendiges Minimum an ästhetischer Konzeption oftmals schon zu viel zu viel ist. Dazu kommt das für Berlin typische Bruchstückhafte. Konzeption auf Masterplanebene für einen größeren Stadtraum funktioniert in Berlin fast nie, es gibt tausend Interessen und am Ende wird keins davon bedient. Und das Bevorzugen des Autos in möglichst vielen Stadträumen ist dann der letzte Sargnagel.
Man kann in vielen Bereichen mit viel Hoffnung und Freude auf Berlin blicken… aber nicht, was urbane Aufenthaltsräume angeht.
Bäume werden heute nicht gepflanzt, sondern errichtet und Blumen blühen auf Befehl.
Nein, die Teile sind leider nicht mehr eingelagert, sondern inzwischen entsorgt worden. Und schlimm auch, dass die geplanten Decken in den unteren Geschossen nicht umgesetzt wurden. Damit wurde der Bahnhof beliebig. Und insgesamt ist der Bahnhof eine Fehlkonstruktion, weil die Bahnsteige jedenfalls oben viel zu schmal sind.
Die weggefallene anspruchsvolle ästhetische Planung der Decken wie auch der Glasdächer haben wir dem Kleinbürger und Spießer Mehdorn mit seiner Kleinkrämerseele zu verdanken. Eigentlich sollten ja die Stahlstelen der Außenhülle des Hauptgebäudes beleuchtet werden. Die Beleuchtung ist seit Jahren ausgefallen. Interessiert keinen. Darüber hinaus ist der Vorplatz zum Washingtonplatz mit dem überkragenden Dachplatz ist zu dunkel. Ich weiß nicht, ob unter dem Glasdach nicht mal Beleuchtung geplant war.
Die jetzige Pflanzung der Bäume mag dann klimatechnisch bedeutend sein, aber als Platzgestaltung ist es furchtbar fantasielos! Fast die gesamte Stadtplanung Berlins ist erratisch und macht nur fassungslos. Ich weiß nicht, was in den Köpfen der Stadtplaner wie der Architekten vor sich geht. Ich hätte tausende von guten Ideen, die jedenfalls nach meinem Geschmack zehnmal anspruchsvoller wären als die tatsächlichen Ausführungen! Ruft mich an, ich erkläre Euch, wie anspruchsvolle Stadtplanung und -gestaltung geht!
ah stark, ein neugedachter treffpunkt für die drogen- und obdachlosenszene.
niemand, absolut niemand will dort freiwillig verweilen, und nein es liegt nicht an den bäumen.
Nach stundenlanger Bahnfahrt möchte ich vor der Tür die öffentlichen Verkehrsmittel und ausreichend Taxis haben. Wer will dann noch dort verweilen? Ich will an meinen Arbeitsplatz oder schnell nach Hause. Bäume zur Beschattung sind gut, aber nicht als Wäldchen für den Aufenthalt, zur Erholung vor dem Bahnhof. Das Angebot benötigt kein Reisender.
Sieht sehr schön aus – ABER: Mich dort längerfristig aufhalten wäre mir zu unsicher.
Da gehe ich viel lieber woanders hin, wo es nicht so trubelig zugeht. Und ständig neben Reisenden irgendwelche unheimliche Typen um mich rumlungern, die mir zuallererst einmal ein äußerst ungutes Bauchgefühl geben!