ALBA Berlin plant in Adlershof eine Arena für bis zu 20.000 Menschen. Bezirksbürgermeister Oliver Igel nennt im Gespräch mit ENTWICKLUNGSSTADT nun neue Details zum Projekt.

Straßenschilder am Groß-Berliner Damm und an der Igo-Etrich-Straße in Adlershof nahe dem geplanten Standort der neuen ALBA-Arena.

Der geplante ALBA-Zukunftscampus liegt im Entwicklungsgebiet Johannisthal-Adlershof. Die neue Multifunktionsarena soll Teil eines größeren Sport- und Bildungsstandorts werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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ALBA Berlin will in Adlershof einen großen Sport- und Bildungscampus mit eigener Arena bauen. Bislang standen hinter dem Vorhaben noch viele Fragezeichen. Nun zeigt sich Bezirksbürgermeister Oliver Igel deutlich zuversichtlicher. Vor allem bei zwei zentralen Punkten scheint das Projekt weiter zu sein als noch vor wenigen Monaten.

  • Bezirk: Treptow-Köpenick
  • Projekt: ALBA-Zukunftscampus mit Multifunktionsarena
  • Grundstück: Brache am Groß-Berliner Damm
  • Arena: bis zu 20.000 Zuschauerinnen und Zuschauer vorgesehen
  • Weitere Nutzungen: Leistungszentrum, Trainingsflächen, Schule, Internat und Kita

Das Großprojekt von ALBA Berlin im Südosten der Hauptstadt könnte einen entscheidenden Schritt näher an die Umsetzung gerückt sein. Im Gespräch mit ENTWICKLUNGSSTADT erklärte Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD), dass er die Realisierung des Vorhabens in Treptow-Köpenick inzwischen für realistisch halte. Nach seinem Kenntnisstand stehe die private Finanzierung für das Projekt.

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Zugleich verwies Igel auf die lange Abstimmung zwischen ALBA Berlin und dem Land. Der Bezirk sei in diesen Prozess ebenfalls eingebunden gewesen. Das ist vor allem deshalb relevant, weil die Fläche, auf der der Campus entstehen soll, weiterhin dem Land Berlin gehört.

ALBA Berlin und das Land verhandeln seit längerer Zeit über Adlershof

Dass die Gespräche bereits fortgeschritten sind, passt zu einer Antwort des Bezirksamts auf eine Schriftliche Anfrage in der Bezirksverordnetenversammlung. Im Juni 2026 teilte das Bezirksamt mit, ALBA sei mit einem Vorschlag für die Entwicklung eines bislang landeseigenen Grundstücks im Entwicklungsgebiet Johannisthal-Adlershof an das Land herangetreten. Der Bezirk sei früh informiert worden und habe eigene Belange in die Gespräche einbringen können.

Der Standort soll zwischen den S-Bahnhöfen Adlershof und Johannisthal liegen, auf einer Brache zwischen Groß-Berliner-Damm Igo-Etrich-Straße und Wagner-Régeny Allee. Damit würde das Projekt Teil eines Gebiets, das sich seit Jahren stark verändert.

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Aus Sicht des Bezirksamts spricht einiges für die Ansiedlung. In seiner Antwort an die BVV hob es neben dem Profisport ausdrücklich die Bildungs-, Integrations- und Breitensportangebote von ALBA hervor. Das Bezirksamt befürwortet die Ansiedlung des Vereins in Adlershof.

Blick auf die große unbebaute Fläche am Groß-Berliner Damm in Adlershof, auf der der geplante ALBA-Zukunftscampus mit neuer Multifunktionsarena entstehen soll.

Noch ist die vorgesehene Fläche am Groß-Berliner Damm in Adlershof unbebaut. ALBA Berlin plant hier einen Zukunftscampus mit einer Multifunktionsarena für bis zu 20.000 Menschen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

ALBA-Arena soll Platz für bis zu 20.000 Menschen bieten

Das Vorhaben ist inzwischen deutlich größer als die ursprüngliche Idee einer neuen Basketballhalle. ENTWICKLUNGSSTADT berichtete im März 2026 über die Pläne für einen kompletten ALBA-Zukunftscampus. Herzstück soll eine Multifunktionsarena für bis zu 20.000 Menschen werden. Damit wäre die Halle nicht allein für Basketball ausgelegt.

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Nach den im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses vorgestellten Plänen sind auch Konzerte, Konferenzen und andere Veranstaltungen vorgesehen. Hinzu kommen ein Leistungszentrum, Trainingsmöglichkeiten, eine Oberschule mit Sportschwerpunkt, ein Internat für den Basketballnachwuchs und eine Kita mit 80 bis 100 Plätzen.

Private Finanzierung wäre ein zentraler Schritt für das ALBA-Projekt

Der Zukunftscampus soll diese Anforderungen an einem Ort zusammenführen. Die Pläne reichen deshalb weit über eine neue Heimspielstätte hinaus. Die lange Suche nach einer eigenen ALBA-Arena führte zuvor unter anderem über den Jahnsportpark und das Velodrom. Keine dieser Lösungen entwickelte sich jedoch zum heutigen Campuskonzept.

Nun als ein Neubau in Adlershof. Bezirksbürgermeister Igel betont gegenüber ENTWICKLUNGSSTADT, er höre, dass die private Finanzierung vorhanden sei. ALBA selbst hatte im Frühjahr lediglich erklärt, dass deutsche und internationale Investoren großes Interesse zeigten. Damals war von einem Investitionsvolumen im dreistelligen Millionenbereich die Rede. Zugleich berichteten Medien, dass ein amerikanisches Bankenkonsortium an der Finanzierung beteiligt werden solle.

Weitläufiges unbebautes Grundstück in Adlershof am geplanten Standort des ALBA-Zukunftscampus mit neuer Arena und weiteren Sport- und Bildungsangeboten.

Der geplante ALBA-Zukunftscampus soll weit mehr als eine neue Basketball-Arena umfassen. Vorgesehen sind unter anderem Trainings- und Bildungsangebote sowie Einrichtungen für den Nachwuchs. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Olympia 2036 erhöht politischen Druck auf ALBA-Projekt

Inzwischen hat die geplante ALBA-Arena noch eine zweite Bedeutung bekommen. Berlin hat die Halle bereits in sein Konzept für eine mögliche Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele aufgenommen. Das vom Senat im Mai 2026 beschlossene „BERLIN+“-Konzept setzt überwiegend auf bestehende Sportstätten, berücksichtigt aber auch die noch nicht gebaute ALBA-Arena.

Nach der derzeitigen Sportstättenplanung sollen dort die Finalrunde im Basketball und Wettbewerbe im Geräteturnen stattfinden. Im paralympischen Programm ist die Arena für Rollstuhlhandball vorgesehen. Damit plant das Land mit einer Sportstätte, deren Grundstücks- und Baufragen noch nicht abschließend geklärt sind.

Oliver Igel: Land Berlin hat eigenes Interesse an schneller Umsetzung

Genau darin sieht Igel einen zusätzlichen Antrieb für das Vorhaben. Weil die ALBA-Arena bereits im Olympia-Konzept enthalten sei, habe auch das Land ein Interesse daran, dass sie rechtzeitig zur Verfügung stehe. Der Bezirksbürgermeister verwies im Gespräch mit ENTWICKLUNGSSTADT auf das Jahr 2036. Berlin bewirbt sich allerdings nicht allein und auch noch nicht für ein endgültig festgelegtes Austragungsjahr; das Berliner Konzept ist Teil des deutschen Bewerbungsverfahrens.

Igel geht zugleich davon aus, dass ALBA selbst kein Interesse an einem über viele Jahre gestreckten Verfahren hat. Bei einem privat getragenen Investitionsprojekt spiele die Refinanzierung eine wesentliche Rolle. Deshalb bestehe auf Seiten des Vereins ein wirtschaftlicher Anreiz, Planung und Bau nach Klärung der Voraussetzungen zügig voranzubringen. Einen neuen verbindlichen Termin für den Baubeginn nannte der Bezirksbürgermeister jedoch nicht.

Bestehender Zeitplan: Saison 2031/32 bleibt bislang nur ein Best-Case-Szenario

ALBA selbst hatte im Frühjahr einen möglichen zeitlichen Rahmen genannt. Geschäftsführer Marco Baldi bezeichnete die Saison 2031/32 als „Best Case“ für den Spielbetrieb in der neuen Arena.

Für Treptow-Köpenick bekommt das Projekt durch die Olympia-Planung eine zusätzliche Dimension. Das Berliner Konzept sieht im Bezirk bereits weitere Wettkampfstätten vor. Im Stadion An der Alten Försterei sollen nach aktuellem Stand Vorrunden im 7er-Rugby und möglicherweise Fußball stattfinden. Für den Mellowpark ist BMX Racing vorgesehen.

Mit der ALBA-Arena käme ein weiterer großer Standort hinzu. Anders als Alte Försterei und Mellowpark existiert die neue Halle jedoch bislang nur als Planung. Genau deshalb sind die nächsten Schritte zwischen Verein und Land entscheidend. Der politische Rückhalt ist vorhanden, der Bezirk unterstützt die Ansiedlung und Berlin berücksichtigt die Arena bereits in seiner langfristigen Sportplanung.

ALBA-Zukunftscampus in Adlershof
ALBA Berlin plant in Adlershof einen Zukunftscampus mit Multifunktionsarena, Trainingsflächen sowie Bildungs- und Nachwuchsangeboten.

 

Quellen: Bezirksamt Treptow-Köpenick, ALBA Berlin, Tagesspiegel, rbb24

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2 Kommentare

  1. Mike 31. August 2026 at 16:42 - Reply

    Ist ja schön, dass die Finanzierung für den Campus selbst geklärt zu sein scheint, was ist aber mit anderen Aspekten, vor allem der verkehrlichen Anbindung?

    Die Bahnhöfe Johannisthal und Adlershof sind für die Abfertigung von tausenden Eventgängern schlicht zu klein, die Anbindungen fürs Auto über den Sterndamm, Adlershof oder zur A113 dürften kaum zusätzliche Fahrzeuge in Stoßzeiten aufnehmen können und mit dem Rad gibt es keine Anbindungen in die Innenstadt oder auch nur benachbarte Stadtteile, die ÖPNV und Autoverkehr entlasten könnten.

    Ein Bau der Arena sollte vorher diese Fragen klären, ansonsten versinkt Adlershof bei jedem Event in der Halle im Verkehrscaos.

  2. Knut 1. September 2026 at 07:11 - Reply

    Als Charlottenburger finde ich es äußerst bedauerlich, dass dieser Traditionsverein für die Fans der ersten Stunde am anderen Ende der Stadt dann quasi unerreichbar wird. Ich werde mir wirklich gründlich überlegen müssen, ob ich mir die Anreise dorthin künftig wirklich antun will – regelmäßig sicherlich nicht, vielleicht nicht mal mehr gelegentlich… Das Konzept finde ich spitze, den Standort schlichtweg eine Zumutung.

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