Die Preisträger für die ersten Neubauten des Molkenmarkts stehen fest. Die Entwürfe verbinden moderne Architektur mit historischem Bezug. Für die übrigen Flächen wurde nun der Bebauungsplan veröffentlicht. Das waren die Meinungen unserer Leserinnen und Leser zu den neusten Entwicklungen am Molkenmarkt.

Der Architekturwettbewerb für die ersten Neubauten am Molkenmarkt ist entschieden. Das ist der 1. Preis für das Los 1 am Molkenmarkt. / © Hild und K, München / Happel Cornelisse Verhoeven, Rotterdam / Modersohn & Freiesleben, Berlin // Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT / envato
Im Zentrum der Debatte um den Berliner Molkenmarkt stehen zurzeit die ersten Entwürfe für die Neubebauung. Der Realisierungswettbewerb für Block B1 wurde entschieden: Die Siegerentwürfe von drei europäischen Architekturbüros stoßen auf Anerkennung, zugleich gibt es Kritik wegen hoher Baukosten und möglicher Einschränkungen für bezahlbaren Wohnraum.
Außerdem hat der Senat den zweiten Teil der Bebauungsleitlinien für den Molkenmarkt veröffentlicht. Dort werden bereits Materialien, Höhenentwicklung und Nutzungsmix für weitere Blöcke des Vorhabens definiert.
Zu den Siegerentwürfen waren die Meinungen unserer Leserinnen und Leser gemischt:
„Los 3 könnte architektonisch was werden“
Gut, die Entwürfe für Los 1 und Los 2 sind „für die Tonne“ (Los 1 erinnert irgendwie an Entwürfe aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts), Los 3 könnte architektonisch was werden! Wirklich beurteilen kann man das ohnehin erst nach Fertigstellung. […]
– Böhme
„Dafür hat man jahrelang diskutiert?“
Das soll jetzt der große Wurf sein, dafür hat man jahrelang rumdiskutiert? An Piefigkeit sind die Entwürfe wohl kaum zu überbieten.
ANZEIGE– Marcel
„Zumindest einige Kernelemente der Altstadt könnten wieder aufgebaut werden“
Es hätte sehr viel schlimmer kommen können – minimalistische weiß-graue Boxen. Es hätte sehr viel besser kommen können, mit einer historischen Rekonstruktion. Los 2 und 3 sind zumindest recht eindeutig historisierend. Ich hoffe sehr, dass zumindest einige Kernelemente der Altstadt wieder detailgetreu aufgebaut werden.
– Andreas
„Ein klarer Bezug auf Berliner Bautraditionen“
Spannend! Insbesondere die Neuinterpretation einer Geschäftshausfassade der Jahrhundertwende in Baulos 3 wie auch das nachempfundene Gründerzeithaus in der Jüdenstraße finde ich gelungen. Keine Rekonstruktion, was bei den letzten Vorkriegsbauten mit oft nur geringem Baualter auch beliebig gewesen wäre, dafür ein klarer Bezug auf Berliner Bautraditionen. Macht Lust auf mehr.
– Ewald
„Ist das würdig für die Berliner Mitte?“
Der Entwurf von Hild und K, München in Los 1 wirkt wie ein Gewerbebau in Marzahn mit inkludierter Apotheke und Sparkassen Filiale. Ist das würdig für die Berliner Mitte? Hauptsache ist ja scheinbar, dass das Zentrum „billig“ ist. Aber wenn es so billig ist – wieso sollte man dann dort hin? Was macht es speziell interessant? Generell: Warum wirken manche der Entwürfe wie die historisierenden Plattenbauten im Nikolaiviertel? […]
– Philipp
„Die Geschichte der Orte vor 1933 sollte baulich wieder sichtbar werden“
Meiner Auffassung nach sind die Entwürfe durchaus gelungen und ermöglichen einen wichtigen Beitrag zur dringend notwendigen Stadtreparatur/ kleinteiligeren Neubebauung der alten Mitte. Neben einer Abkehr von der autogerechten Stadt sollte auch die Geschichte der Orte vor 1933 – hier insbesondere die Geschichte der jüdischen Berlinnerinnen und Berliner – baulich wieder sichtbar und erlebbar sein.
– Katrinka
Auch über die neuen Bebauungsleitlinien haben unsere Leserinnen und Leser diskutiert:
„Gut, dass es voran geht!“
Gut, dass es voran geht! Detaillierte Gebäudesteckbriefe und Vorgaben heben erfahrungsgemäß die Qualität der Entwürfe. Dass hier sehr hochwertig gebaut werden soll, gleichzeitig alles in Hand des gleichen kommunalen Bauherren ist und möglichst viele günstige Wohnungen entstehen sollen, ist jedoch die berühmte „eierlegende Wollmilchsau“. Meiner Ansicht nach sollte hier die architektonische Qualität im Vordergrund stehen. […]
– Kurt
„Ich begrüße die Leitlinien, das kann echt toll werden“
Ich begrüße die tollen Leitlinien mit Naturstein, Putz und roten Dachziegeln sehr, das kann echt toll werden.
– Ewald

© Visualisierung: Duplex Architekten GmbH, Hamburg _ Gort Scott, London _ Kim Nalleweg Architekten GmbH, Berlin
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, WBM, Initiative Offene Mitte Berlin
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