Am Gleisdreieck ist eine wichtige Entscheidung gefallen: Der Bauausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hat am 16. Februar dem Bebauungsplan für die „Urbane Mitte Süd“ zugestimmt. Damit rückt die viel diskutierte Hochhausbebauung am Park einen Schritt näher.
© Titelbild: O&O Baukunst / Realace GmbH
Am Montag hat der zuständige Ausschuss im Abgeordnetenhaus von Berlin dem Bebauungsplan für die „Urbane Mitte Süd“ mehrheitlich zugestimmt. Die endgültige Entscheidung steht nun noch im Plenum aus, gilt jedoch als wahrscheinlich.
Geplant sind auf dem Areal am Park am Gleisdreieck zwei Gebäude mit Höhen von rund 30 und knapp 50 Metern. Vorgesehen sind ein Hotel, gewerbliche Nutzungen sowie Flächen für soziale Einrichtungen. Darüber hinaus soll es Angebote für temporäres Wohnen geben, etwa für Studierende oder Auszubildende. Dauerhaftes Wohnen ist aufgrund der Nähe zu Bahntrassen und der damit verbundenen Lärmbelastung nicht vorgesehen.
Hochhäuser am Gleisdreieckpark: Kritik an Dichte und Nutzung hält an
Die Planungen sind seit Jahren umstritten. Kritiker verweisen auf die Bedeutung des Parks als innerstädtischen Freiraum und sehen die geplante Bebauung in Spannung zur offenen Struktur des Umfelds. Auch die Höhe der Gebäude und die Nutzungsverteilung bleiben Gegenstand politischer Auseinandersetzungen.
Befürworter argumentieren hingegen mit der städtebaulichen Fassung des Areals und zusätzlichen Nutzungsangeboten in zentraler Lage. Mit der Zustimmung im Ausschuss ist das Projekt einen formalen Schritt weiter, die grundsätzliche Debatte über Dichte, Nutzungsmischung und Freiraumschutz am Gleisdreieck dürfte jedoch anhalten.
Wohnen statt Gewerbe? Nördlicher Abschnitt weiter offen
Die „Urbane Mitte“ umfasst neben dem nun behandelten südlichen Teil weitere Baufelder. Für den nördlichen Abschnitt wird eine gesonderte Planung vorbereitet, bei der stärker auch Wohnnutzungen in den Blick genommen werden sollen. Kritiker bezweifeln jedoch, dass die angekündigten Wohnungen tatsächlich verbindlich gesichert sind, und sehen in den entsprechenden Zusagen eher ein politisches Signal zur Absicherung des südlichen Bebauungsplans als eine belastbare Grundlage für zusätzlichen, dauerhaft bezahlbaren Wohnraum.
Ob die Zustimmung im Plenum wie erwartet erfolgt, wie verbindlich die Wohnungszusagen für den nördlichen Abschnitt ausgestaltet werden und in welchem Tempo die Umsetzung tatsächlich voranschreitet, dürfte nun entscheidend dafür sein, wie sich das Projekt am Gleisdreieck in den kommenden Jahren konkret entwickelt.
Quellen: rbb24, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Tagesspiegel
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Hier noch mehr Infos.
https://www.urbane-mitte.de/baufeld-sued/
Der Bebauungsplan lag übrigens im 2021 aus. Sechs Jahre bis Baubeginn ist relativ flott für Berlin.