Berlin hat in den vergangenen fünf Jahren einige der größten Wohnungsbauprojekte seiner jüngeren Stadtgeschichte angestoßen. Zwischen Tegel, Spandau, Pankow, Steglitz-Zehlendorf und Johannisthal entstehen neue Quartiere mit tausenden Wohnungen, doch nicht alle Projekte verlaufen reibungslos. Ein Überblick über fünf Vorhaben, die Berlins Stadtbild nachhaltig verändern werden.
© Visualisierung Titelbild: Tegel Projekt GmbH
In mehreren Berliner Bezirken entstehen derzeit Großprojekte, die das Stadtbild für Jahrzehnte prägen werden. Ob im Norden in Buch, im Westen in Spandau oder im Südwesten in Lichterfelde, überall werden neue Quartiere mit teils mehreren tausend Wohnungen geplant oder bereits gebaut. Auffällig ist, dass ein Großteil dieser Vorhaben von landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften wie der Gewobag, der DEGEWO, der GESOBAU oder der HOWOGE umgesetzt wird. Damit verfolgt das Land Berlin das Ziel, langfristig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und zugleich ganze Stadtviertel mit sozialer und verkehrlicher Infrastruktur auszustatten.
Diese Projekte stehen jedoch nicht nur für Wachstum, sondern auch für die Herausforderungen der Berliner Stadtentwicklung. Steigende Baukosten, schwierige Finanzierungsbedingungen und langwierige Planungsverfahren verzögern vielerorts den Startschuss. Gleichzeitig stehen Politik und Verwaltung vor der Aufgabe, ambitionierte Wohnungszahlen mit nachhaltigen Bauweisen, ökologischen Standards und der Einbindung der Nachbarschaften zu verbinden.
1. Das Schumacher-Quartier in Tegel mit 5.000 Wohnungen

So soll das neue Wohnquartier auf dem ehemaligen Flughafengelände in den nächsten Jahren aussehen. Durch den Rückzug der Gewobag ist nun zunächst unklar, wie die 5000 geplanten Wohnungen finanziert werden. / © Visualisierung: Tegel Projekt GmbH
Auf dem ehemaligen Flughafengelände Tegel soll eines der ökologisch ambitioniertesten Quartiere Berlins entstehen. Das Schumacher-Quartier ist für rund 5.000 Wohnungen ausgelegt, gebaut in Holz-Hybrid-Bauweise mit Rohstoffen aus Berliner Wäldern. Ursprünglich wollten drei landeseigene Gesellschaften bauen, doch die Gewobag hat sich zurückgezogen, um andere Großprojekte zu priorisieren.
Die DEGEWO und GESOBAU übernehmen nun die Bauverantwortung. Der Baustart ist für 2026 vorgesehen, erste Bezüge ab 2028. Die Finanzierung bleibt allerdings unklar. Vorschläge für private Investoren wurden verworfen, konkrete Entwürfe für Gebäude und Gewerbeflächen fehlen noch.
2. „Das Neue Gartenfeld“ in Spandau: Inselquartier mit neuer Brücke

Für das Großprojekt auf der Insel Gartenfeld ist die Anbindung entscheidend. Eine neue Brücke soll diese Aufgabe übernehmen, umweltgerecht und zukunftsorientiert. / © Visualisierung: HOWOGE / Gernot Schulz Architektur GmbH
Auf der Insel Gartenfeld in Spandau entstehen rund 3.700 Wohnungen für etwa 10.000 Menschen. Zentrales Element ist eine neue Brücke über den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, die ab 2025 gebaut wird. Sie ist nur für Busse, Tram, Rad- und Fußverkehr vorgesehen und soll das Quartier mit dem restlichen Stadtgebiet verbinden.
Die Gewobag errichtet rund 1.200 Wohnungen, weitere Projekte wurden von einer Genossenschaft an die Gesellschaft veräußert. Die HOWOGE plant zudem eine Gemeinschaftsschule für 1.300 Schülerinnen und Schüler. Der Zeitplan sieht eine Fertigstellung der Brücke bis 2027 vor, der Tramanschluss ist jedoch noch offen.
3. „Am Sandhaus“ in Buch: 2.700 Wohnungen im Pankower Norden

Der Senat hat den Bebauungsplan „Am Sandhaus“ auf den Weg gebracht. Das Großprojekt in Buch soll bezahlbaren Wohnraum für 2.700 Familien schaffen. / © Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Das Quartier „Am Sandhaus“ im Ortsteil Buch ist mit 2.700 geplanten Wohnungen das größte Bauvorhaben im Pankower Norden. Neben Wohnungen sind eine Kita und eine Schule vorgesehen. Das Areal liegt in direkter Nähe zum S-Bahnhof Buch, was eine gute ÖPNV-Anbindung verspricht.
Nach dem Ausstieg von Vonovia haben die landeseigenen HOWOGE und Berlinovo die Flächen übernommen. Bürgerinitiativen kritisieren die Fällung hunderter Bäume und fordern weniger Wohneinheiten. Der Baustart ist für 2026 geplant, der Senat hält trotz Kritik an der ursprünglichen Größenordnung fest.
4. „Neulichterfelde“ in Steglitz-Zehlendorf: Start für 2.000 Wohnungen nach zwölf Jahren Planung

Die ersten bauvorbereitenden Maßnahmen für die Realisierung des Quartiers „Neulichterfelde“ haben ganz im Südwesten Berlins bereits begonnen. / © Visualisierung: Groth Gruppe
In Lichterfelde Süd hat nach langjähriger Planung der Bau des Quartiers „Neulichterfelde“ begonnen. Auf 36 Hektar entstehen rund 2.000 Wohnungen, davon 540 Sozialwohnungen. Ergänzt wird das Quartier um Reihen- und Doppelhäuser, zwei Hochhäuser, Kitas, eine Grundschule sowie Nahversorgung.
Die Bauvorbereitung umfasst Tiefbau und Leitungsverlegung und wird rund anderthalb Jahre dauern. Erste Mietwohnungen entstehen am S-Bahnhof Lichterfelde Süd. Zur besseren Anbindung sind Straßenumbauten und eine neue Buslinie geplant.
5. „Segelflieger Quartier“ in Johannisthal: 1.800 neue Wohnungen am historischen Standort

Mit dem Neubau der Wohnungen soll ab frühestens Ende 2025 begonnen werden, wenn sämtliche Abräum- und Rückbauarbeiten abgeschlossen seien. / © Visualisierung: WISTA Management GmbH, Bauwert AG
Das „Segelflieger Quartier Berlin“ im Ortsteil Johannisthal soll 1.800 Wohnungen für etwa 3.500 Menschen bieten. Geplant ist eine Mischung aus Eigentums- und Mietwohnungen, ergänzt durch zwei Kitas und Grünflächen. Das Areal blickt auf eine lange Geschichte als Motorflugplatz und Industriestandort zurück.
Die Bauwert AG und das Land Berlin entwickeln das Gelände gemeinsam. Der Baustart ist frühestens Ende 2025 möglich, nach Abschluss von Abriss- und Rückbauarbeiten. Erste Bewohnerinnen und Bewohner könnten ab 2027 einziehen. Geplant ist auch ein öffentlicher Grünzug, der das Quartier mit dem Landschaftspark Johannisthal verbindet.
Quellen: DEGEWO, Tegel Projekt GmbH, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Tagesspiegel, KRP Architektur / Büro Happold, UTB Projektmanagement, Bezirksamt Spandau, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Planungsgemeinschaft „Das-Neue-Gartenfeld“ GmbH & Co. KG / Studio Duplex GmbH, HOWOGE, Gernot Schulz Architektur GmbH, Berlinovo Immobilien Gesellschaft, Vonovia, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Groth Gruppe, BAUWERT AG, WISTA Management GmbH
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