Statt einer Modernisierung soll der Straßenbahnbetriebshof in Weißensee nun komplett neu entstehen. Mit dieser Entscheidung reagiert die BVG auf langjährige Verzögerungen und technische Probleme, und schafft die Grundlage für den Einsatz der neuen, längeren Tram-Generation. 

BVG Urbanliner

Der rund 51 Meter lange Urbanliner steht für die nächste Fahrzeuggeneration der BVG und erfordert angepasste Infrastruktur auf den Berliner Betriebshöfen. / © Foto: Wikimedia Commons, Falk2, CC BY-SA 4.0

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Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben eine weitreichende Entscheidung getroffen: Der Straßenbahnbetriebshof in Weißensee wird nicht wie ursprünglich vorgesehen modernisiert, sondern vollständig neu gebaut. Das bestätigte nun ein Pressesprecher des Unternehmens gegenüber ENTWICKLUNGSSTADT. Mit diesem Schritt reagiert die BVG auf jahrelange Verzögerungen und technische Herausforderungen, die das Projekt immer wieder ausgebremst hatten.

Der Betriebshof an der Berliner Allee, unweit der Rennbahnstraße, sollte ursprünglich für die neue Fahrzeuggeneration der Tram umgerüstet werden. Die neuen Urbanliner sind mit rund 51 Metern deutlich länger als die bisherigen Flexity-Züge. Um die neuen Fahrzeuge warten und abstellen zu können, wären umfangreiche Anpassungen in den bestehenden Werkstatthallen erforderlich gewesen.

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BVG ändert Pläne: Neubau statt Modernisierung des Betriebshofs Weißensee

Nach internen Abstimmungen entschied sich die BVG schließlich gegen eine Modernisierung und für einen kompletten Neubau des Standorts. Laut dem Unternehmen erwies sich diese Variante nach einer umfassenden Prüfung aller Szenarien als langfristig tragfähigste Lösung. Während der Bauphase will die BVG die betroffenen Straßenbahnen auf andere Betriebshöfe im Stadtgebiet verteilen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Zum konkreten Zeitplan des Neubaus konnte die BVG bislang keine Angaben machen. Nach eigenen Aussagen hängt der Beginn der Bauarbeiten von der Dauer des noch ausstehenden Planfeststellungsverfahrens ab, das in den kommenden Monaten vorbereitet werden soll.

Problemstandort Weißensee: Anwohnende beklagen Lärmbelästigung

Die Entscheidung markiert das vorläufige Ende eines Projekts, das über Jahre hinweg kaum Fortschritte machte. Schon seit längerem gilt der Betriebshof in Weißensee als schwieriger Standort. Immer wieder beschwerten sich Anwohnende über Lärmbelastungen durch den Straßenbahnbetrieb. Infolgedessen reagierte die BVG mit baulichen Maßnahmen und einer Änderung der Fahrtrichtung innerhalb der Anlage, um die Situation zu verbessern.

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Die Konflikte verschärften sich, nachdem Wohnungen im Umfeld des Betriebshofs verkauft worden waren, die zuvor der BVG gehörten. Im Laufe der Zeit zogen dort auch Personen ein, die nicht mehr im Betrieb beschäftigt waren und sich stärker an der Lärmbelastung störten. Bis heute sind die Auseinandersetzungen um den Standort nicht vollständig beigelegt und beeinflussen weiterhin das Verhältnis zwischen Anwohnenden und dem Verkehrsunternehmen.

Betriebshof Weißensee bleibt Teil der BVG-Infrastruktur

Trotz der anstehenden Umbaumaßnahmen will die BVG den Standort Weißensee langfristig erhalten. Der Pressesprecher erklärte, dass der Betriebshof auch künftig alle bisherigen betrieblichen Aufgaben übernehmen werde. Geplant sind weiterhin eine Werkstatt, ein Verwaltungsgebäude und Abstellflächen für die Straßenbahnen.

Mit dem Neubau möchte die BVG den Betriebshof an die Anforderungen der neuen Fahrzeuggeneration anpassen und die betriebliche Organisation effizienter gestalten. Bis zur Fertigstellung müssen die Fahrzeuge jedoch auf andere Depots ausweichen, was die Logistik des Unternehmens zusätzlich beanspruchen dürfte. Langfristig soll der Neubau jedoch zu einer besseren Flächennutzung und zu einem modernen, zukunftsfähigen Straßenbahnbetrieb beitragen.

Quellen: BVG, ND Aktuell

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