In Berlin-Steglitz entsteht ein nachhaltiger Wohnungsneubau der PSD Bank Berlin-Brandenburg. Das Projekt kombiniert die Sanierung eines Altbaus mit einem modernen Anbau in KfW-55-Standard. Dabei stehen Ressourcenschonung, Barrierefreiheit und ökologische Materialien im Fokus.

Das sanierungsbedürftige Bestandsgebäude aus den 1960er Jahren bildet die Grundlage für das neue Wohnkonzept. Rund 60 Prozent der entstehenden Wohnungen werden barrierefrei erreichbar sein. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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In Berlin-Steglitz wird eine Baulücke geschlossen. An der Ecke Kniephofstraße ergänzt ein sechsgeschossiger Neubau ein sanierungsbedürftiges Bestandsgebäude aus den 1960er Jahren. Insgesamt entstehen 19 neue Wohnungen mit Flächen zwischen 36 und 118 Quadratmetern.
Die Bestandsimmobilie bleibt erhalten und wird energetisch saniert. Im Altbau befinden sich 25 Wohneinheiten, die durch den Neubau um 19 weitere ergänzt werden. Insgesamt entstehen damit 44 Mietwohnungen auf dem Grundstück an der Kniephofstraße. Während der Bestand rund 1.095 Quadratmeter Wohnfläche bietet, kommen im Neubau weitere 933 Quadratmeter hinzu. Damit will die PSD Bank auf den gestiegenen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum reagieren.
Neubau ersetzt Ölheizung durch Wärmepumpe und Solarstrom vom Dach an der Ecke Kniephofstraße
Der Neubau erfüllt laut Angaben der Projektverantwortlichen den Energiestandard KfW-Effizienzhaus 55 Erneuerbare Energien Klasse und erreicht die Energieeffizienzklasse A+. Beheizt wird das Gebäude über eine Geothermie-Wärmepumpe. Auf dem Dach sorgt eine Photovoltaikanlage für zusätzliche Energiegewinnung.
Die Wohnungen werden mit Fußbodenheizungen ausgestattet. Der bestehende Ölkessel entfällt. Die Alt- und Neubauten erhalten gemeinsam eine neue Dachkonstruktion in Holzbauweise.
Versiegelte Fläche wird ökologisch aufgewertet: Biotopflächenfaktor steigt deutlich in Steglitz
HELL Architekten entschieden sich bewusst gegen den Abriss des Altbaus. Stattdessen wird die sogenannte „graue Energie“ des Bestands sinnvoll weitergenutzt. Zum Einsatz kommen recycelte Baumaterialien sowie zertifizierte Baustoffe im Sinne des cradle-to-cradle-Prinzips.
Auch die Fläche des Neubaus war zuvor versiegelt, und wurde als asphaltierter Parkplatz genutzt. Durch Maßnahmen wie Gründach, Rigolen zur Regenwasserversickerung und offenporiges Drainpflaster steigt der Biotopflächenfaktor deutlich von 0,4 auf 0,61.
Klare Architektur, digitale Ausstattung und gemeinschaftlich nutzbare Außenflächen
Der neue Aufzug erschließt sowohl den Alt- als auch den Neubau barrierefrei. Rund 60 Prozent der Wohnungen werden stufenlos erreichbar sein. Die Grundrisse orientieren sich vorrangig nach Süden, um natürliche Belichtung zu optimieren.
Die architektonische Gestaltung folgt einer klaren Formsprache: symmetrisch, mit großen Fenstern. Neben Wohnungen für verschiedene Lebenslagen entstehen gemeinschaftlich nutzbare Außenbereiche, Fahrradstellplätze, Rollatorflächen und eine Paketstation mit digitalem Zugangssystem.
Steglitz: Baustart erfolgt, Fertigstellung des Wohnprojekts bis Ende 2026 geplant
Der Spatenstich erfolgte im Spätsommer 2024. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen. Rund um das Gebäude entstehen zudem Aufenthaltsflächen, die generationenübergreifende Begegnungen ermöglichen sollen.
Auf einem Eckgrundstück nahe der privaten Kant-Schule in Berlin-Steglitz wird mit diesem Projekt eine Baulücke geschlossen. Dabei orientiert sich die neue Bebauung an der historischen Kontur der Vorkriegszeit. Die Erweiterung entsteht im südlichen Teil des Areals.
Quellen: HELL Architekten, Geld & Gewinn
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