In Berlin-Karlshorst ist der Neubau des Bundesamtes für Strahlenschutz offiziell eröffnet worden. Das Lise-Meitner-Haus ersetzt einen 1970er-Jahre-Bau und bündelt Büros, Labore und Einrichtungen für den radiologischen Bevölkerungsschutz.

Das neue Lise-Meitner-Haus des Bundesamtes für Strahlenschutz in Berlin-Karlshorst. Das dreigeschossige Gebäude vereint Büros, Labore, Werkstätten und zentrale Einrichtungen des BfS unter einem Dach. / © Foto: BfS
© Titelbild: BfS
In Berlin-Karlshorst hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) seinen neuen Standort offiziell eröffnet. Nach rund vier Jahren Bauzeit wurde das Gebäude Anfang September 2026 in Betrieb genommen. Das sogenannte Lise-Meitner-Haus ersetzt einen Verwaltungsbau aus den 1970er-Jahren, der das Ende seiner technischen Nutzungsdauer erreicht hatte.
Auf rund 3.600 Quadratmetern Nutzfläche arbeiten künftig mehr als 90 Beschäftigte des BfS. Neben klassischen Büroflächen gehören Labore, Werkstätten und eine Bibliothek zum Neubau. Auch Teile des Radiologischen Lagezentrums des Bundes sowie Aufgaben der nuklearspezifischen Gefahrenabwehr sind hier untergebracht. Von Karlshorst aus wird zudem der Betrieb von rund 280 automatischen Messstellen zur Überwachung der radioaktiven Strahlung in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt gesteuert.
- Bezirk: Lichtenberg
- Standort: Köpenicker Allee 120-130
- Nutzung: Büro-, Labor- und Werkstattflächen des BfS
- Architekten: hks Architekten
- Bauzeit: ca. vier Jahre

Bei der Einweihungsfeier des neuen Lise-Meitner-Hauses wurde symbolisch der Schlüssel an das Bundesamt für Strahlenschutz übergeben. / © Foto: BfS
Dreigeschossiger Neubau ersetzt Plattenbau an Köpenicker Allee
Der Neubau entstand im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die zugleich Eigentümerin und Bauherrin ist. Die Baudurchführung übernahm das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Der Entwurf stammt von hks Architekten, die Außenanlagen wurden von plandrei Landschaftsarchitektur geplant.
Architektonisch fällt insbesondere die Y-förmige Grundstruktur mit geschwungener Fassade auf. Das Gebäude ist lediglich drei Geschosse hoch und soll sich damit in das inzwischen entstehende Wohnumfeld des Standorts einfügen. Ein flexibles Raumkonzept reagiert zugleich auf veränderte Arbeitsformen und soll den Austausch zwischen den Beschäftigten unterstützen. Namensgeberin des Hauses ist die österreichische Kernphysikerin Lise Meitner. Die Entscheidung dafür trafen die Beschäftigten des BfS.

Der Entwurf für den Neubau in Berlin-Karlshorst stammt vom Architekturbüro hks architekten aus Erfurt. / © Winfried Mateyka
Neues Bundesamt in Karlshorst: Nachhaltigkeit und Klimaanpassung
Der Neubau wurde nach dem Bundesstandard Nachhaltiges Bauen in der Stufe „Silber“ errichtet. Eine Photovoltaikanlage, außenliegender Sonnenschutz und automatisch gesteuerte Fenster zur Nachtauskühlung gehören zum Energiekonzept. Für die Außenanlagen ist zudem eine Muldenversickerung mit einem Rückhaltevolumen von 780 Kubikmetern vorgesehen.
Der Ersatzneubau schafft nicht nur zeitgemäße Arbeits- und Forschungsflächen, sondern verändert auch die Flächenstruktur der Liegenschaft in Karlshorst. Da das BfS künftig weniger Fläche benötigt, ergeben sich auf dem Grundstück weitere Entwicklungsmöglichkeiten für die BImA.
BfS-Neubau
Quellen: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bundesamt für Strahlenschutz
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