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In Berlin-Reinickendorf haben die Bauarbeiten für den Neubau der Teilanstalt I der Justizvollzugsanstalt Tegel begonnen. Der rund 41,5 Millionen Euro teure Bau soll ab 2029 Platz für über 200 Gefangene schaffen und zugleich die Arbeitsbedingungen für das Personal verbessern.
JVA Tegel von außen

Die JVA Tegel erhält einen Neubau, der künftig Platz für rund 900 Häftlinge bieten soll. / © Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0

© Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0
© Visualisierung Titelbild: DHBT.Architekten

 

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Mit einem symbolischen Spatenstich haben Justizsenatorin Dr. Felor Badenberg (CDU) und Bausenator Christian Gaebler (SPD) den offiziellen Startschuss für den Neubau der Teilanstalt I in der Justizvollzugsanstalt Tegel gegeben. Der Neubau ist ein zentraler Bestandteil der Modernisierung des Strafvollzugs in Berlin. Ab Anfang 2029 sollen dort die ersten Gefangenen untergebracht werden.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich laut Senatsverwaltung auf rund 41,5 Millionen Euro. Mit dem Rohbau soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Geplant ist ein kreuzförmiges, viergeschossiges Gebäude ohne Keller, das 216 Einzelhafträume beherbergen wird.

Verbesserung der Haftbedingungen: JVA Tegel erhält Neubau der Teilanstalt I

Nach Angaben von Bausenator Gaebler soll das neue Gebäude den Anforderungen eines verfassungskonformen Strafvollzugs entsprechen. Dazu gehöre unter anderem, dass Häftlinge nicht mehr in kleinen Zellen mit offenen Toiletten untergebracht werden. Auch die Arbeitsbedingungen für das Personal sollen verbessert werden.

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Justizsenatorin Badenberg betonte, dass moderne Haftanstalten nicht nur eine sichere Unterbringung gewährleisten, sondern auch Perspektiven für die Zeit nach der Haft bieten müssten. Damit solle das Vertrauen in den Rechtsstaat gestärkt und Wege für einen Neuanfang eröffnet werden.

Voraussetzung für weitere Sanierungen der Berliner Justizvollzugsanstalten

Der Neubau gilt als Grundlage für die geplante Sanierung weiterer Gebäudeteile. Sobald die Teilanstalt I fertiggestellt ist, sollen Gefangene in das neue Gebäude verlegt werden, um anschließend die Teilanstalt III zu modernisieren. Auf diese Weise entstünden ausreichend Haftplätze, um auch andere Bereiche der JVA Tegel und die Teilanstalt II der JVA Moabit sanieren zu können.

Die Planungen für das Ersatzgebäude waren bereits unter dem früheren Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) weit fortgeschritten, wurden jedoch nach dem Regierungswechsel 2016 zunächst gestoppt. Nun gilt der Bau als Meilenstein für die Modernisierung der Berliner Justizvollzugsanstalten.

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JVA Tegel in Reinickendorf ist eine der größten Haftanstalten Deutschlands

Die JVA Tegel  erstreckt sich auf mehr als 130.000 Quadratmeter in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Flughafens Tegel und zählt damit zu den größten Gefängnissen Deutschlands.

In der Anstalt sind männliche Straftäter untergebracht, die lange Freiheitsstrafen oder lebenslange Haftstrafen verbüßen. Auch die Sicherungsverwahrung ist Teil der Einrichtung. Insgesamt bietet die JVA Platz für rund 900 Häftlinge. Mit dem Neubau der Teilanstalt I soll die Anstalt nicht nur baulich modernisiert, sondern auch zukunftsfähig gemacht werden.

Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz

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