Der Neubau im Jahnsportpark sorgt derzeit für heftige Debatten – nicht nur wegen der gestiegenen Kosten. Die Verkehrsplanung für künftige Großveranstaltungen muss mitgedacht werden.

Die Visualisierung zeigt den geplanten barrierearmen Zugang zum Neubau im Jahnsportpark in Berlin mit breiten Wegen, Rampen und Aufenthaltsflächen im Umfeld des Stadions. / © Visualisierung: O+M Architekten GmbH
© Titelbild / Visualisierung: O+M Architekten GmbH
Der Jahnsportpark in Prenzlauer Berg steht vor einem umfassenden Neubau. Der Abriss des alten Stadions ist weitgehend abgeschlossen. Bis 2029 soll an gleicher Stelle eine neue Sportanlage entstehen. Das Projekt gehört zu den größeren öffentlichen Bauvorhaben der Stadt. Aktuell liegt der Fokus auf dem Neubau des Stadions und den explodierenden Kosten. Aber auch die Entwicklung eines tragfähigen Verkehrskonzepts rückt in den Blickpunkt.
- Adresse: Cantianstraße 24, 10437 Berlin
- Bezirk: Pankow
- Gesamtkosten aktuell: über 300 Mio. Euro
- Verkehrskonzept: Fokus auf ÖPNV und Parkraumbewirtschaftung
Das derzeitige Verkehrskonzept für den Jahnsportpark basiert stark auf dem bestehenden öffentlichen Nahverkehr. Aber reicht das auch zukünftig? Der Senat bewertet die Anbindung bereits heute als ausreichend. Eine Ausweitung des Angebots ist aktuell nicht vorgesehen. Das geht aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus hervor.
Tram-Stationen rund um Jahnsportpark werden barrierefrei
Auch beim Thema Barrierefreiheit setzt der Senat auf das bestehende System. Zusätzliche Aufzüge am U-Bahnhof Eberswalder Straße sind nicht geplant. Die Verwaltung priorisiert den barrierefreien Ausbau im gesamten Tram-Netz der Umgebung statt einzelner Stationen.
So sollen die M10-Straßenbahnhaltestellen Eberswalder Straße, Friedrich Ludwig-Jahn-Sportpark, Wolliner Straße, Bernauer Straße und Gedenkstätte Berliner Mauer sowie die M1-Straßenbahnhaltestellen Schönhauser Allee, Milastraße und Schönhauser Allee/Bornholmer Straße barrierefrei gemacht werden. Rund 14 Millionen Euro sind für den Ausbau von Straßenbahnhaltestellen im Umfeld des Jahnsportparks vorgesehen.

Die Visualisierung zeigt den Innenraum des neuen Stadions im Jahnsportpark mit Tribünen, Laufbahn und Zuschauern während einer Sportveranstaltung. / © Visualisierung: O+M Architekten GmbH
Parkraumbewirtschaftung und Stellplätze rund um den Jahnsportpark
Das Verkehrskonzept berücksichtigt auch den ruhenden Verkehr. Der Jahnsportpark liegt bereits in einer bestehenden Parkraumbewirtschaftungszone. In angrenzenden Gebieten gelten ähnliche Regelungen. Damit soll verhindert werden, dass sich der Parkdruck in Wohnstraßen verlagert.
Ein Verkehrsgutachten nennt das Parkhaus des nahegelegenen Gesundbrunnen Centers (1.000 Pkw-Stellplätze) als mögliche Ergänzung bei Großveranstaltungen. Konkrete Vereinbarungen mit Betreibern bestehen jedoch nicht. Stattdessen setzt der Senat auf eine gezielte Kommunikation: Besucher sollen bevorzugt öffentliche Verkehrsmittel oder Park-and-Ride-Angebote nutzen.

Der alte Jahnsportpark in Prenzlauer Berg wurde bereits abgerissen. / © Foto: KarachoBerlin / Volker Gehrmann
Neubau im Jahnsportpark: Das sind die aktuellen Pläne und Kosten
Der Berliner Senat plant die Anlage als öffentliche Sportstätte. Schulen und Vereine sollen sie regelmäßig nutzen. Zusätzlich sind Sportveranstaltungen vorgesehen. Die konkrete Vergabe der Nutzungszeiten erfolgt erst kurz vor der Fertigstellung. Nach Angaben des Senats hängt die Nutzung von Anträgen und verfügbaren Kapazitäten ab.
Der Neubau gliedert sich in mehrere Bauabschnitte. Der erste Abschnitt umfasst den Abriss und vorbereitende Arbeiten. Dieser Teil ist bereits weit fortgeschritten. Der zweite Abschnitt betrifft den Bau des neuen Stadions. Die Kosten dafür liegen derzeit bei über 200 Millionen Euro.
Insgesamt bewegt sich das Projekt in Richtung einer Summe von rund 300 Millionen Euro. Frühere Planungen gingen von deutlich geringeren Kosten aus. Anpassungen im dritten Bauabschnitt sollen helfen, den Kostenrahmen einzuhalten. Dort plant das Land Berlin unter anderem eine reduzierte Multifunktionshalle und eine vereinfachte Infrastruktur.
Jahnsportpark (Prenzlauer Berg)
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage, Drucksache 19 / 25 622, Bürgerinitiative Jahnsportpark, Berliner Morgenpost
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
One Comment
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.



das klingt ja wie ein Wunschkonzert des jetzigen Senats.
Sie schreiben: Der Abriss des alten Stadions ist weitgehend abgeschlossen, was ja angesichts der neuen Asbestfunde nicht so ganz stimmt.
Und wenn die Verantwortlichen meinen, mit dem jetzigen ÖPNV die Anreis ein den Griff zu bekommen, dann haben Sie wohl keine Fachleute rangesetzt. Schon beim Bau der Infrastruktur für die Olympiabewerbung in den neunziger Jahren, meinte man, „wenn man keine Parkplätze baut, kommen, die Leuten mit dem ÖPNV. Doch, sobald die Füchse Berlin eine volle Halle haben, oder ein derartiges Konzert dort statt fidnet,s ehen sie,d ass die Anwohner unter Parkplatzsuchenden leiden, bis lange nach Spielende. Und der eine, im Alltag ausgelastete Fahrstuhl am U-Bahnhof Eberswalder Straße reicht wohl kaum bei einer inklusiven Spielstätte.