In Marzahn-Süd wächst eine weitere Grundschule in nachhaltiger Holzbauweise heran. Mit dem Richtfest an der Bruno-Baum-Straße erreicht das landeseigene Typenbauprogramm der Holz-Compartmentschulen einen weiteren wichtigen Meilenstein im Berliner Schulbau.

So könnte die HOCOMP-Schule an der Bruno-Baum-Straße künftig aussehen. Die Fassaden bestehen überwiegend aus Holz, ergänzt durch große Fensterflächen, die für helle Innenräume sorgen sollen. / © Visualisierung: bloomimages ARGE HOCOMP
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© Foto Titelbild: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
Am 15. Dezember 2025 wurde an der Bruno-Baum-Straße 68–72 die Richtkrone aufgesetzt. Damit ist der Rohbau einer neuen dreizügigen Grundschule in Marzahn-Süd nach nur wenigen Monaten abgeschlossen. Vertreterinnen und Vertreter aus Landes- und Bezirkspolitik begleiteten den Termin, der den zügigen Fortschritt des Projekts sichtbar machte. Bereits zum Schuljahr 2026/2027 soll die Schule ihren Betrieb aufnehmen und Platz für 432 Schülerinnen und Schüler bieten.
Der Neubau reagiert auf die dynamische Entwicklung des Stadtteils. Insbesondere das entstehende Wohnquartier am Georg-Knorr-Park führt zu einem steigenden Bedarf an wohnortnahen Schulplätzen. Der Bezirk verfolgt mit dem Projekt das Ziel, frühzeitig eine tragfähige Bildungsinfrastruktur zu schaffen, die den demografischen Veränderungen Rechnung trägt.
Typenbau aus Holz mit pädagogischem Konzept: HOCOMP-Schule sorgt für kurze Bauzeit
Die Schule entsteht als sogenannte Holz-Compartmentschule. Dieses Typenbaukonzept der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sieht Lern- und Teamhäuser vor, die in kleinere, flexibel nutzbare Bereiche gegliedert sind. Diese Compartments sollen unterschiedliche Unterrichtsformen ermöglichen und die Schule als ganztägigen Lebens- und Lernort stärken.
Nach Angaben der Projektbeteiligten konnten innerhalb weniger Monate insgesamt 195 vorgefertigte Raummodule aus Holz produziert, angeliefert und montiert werden. Fenster, Sanitäranlagen, Haustechnik und Heizkörper waren bereits in der Produktionshalle vorinstalliert. Auf der Baustelle erfolgen nun der Innenausbau, die Fassadenarbeiten sowie die Herstellung der Außenanlagen.
Anpassungsfähig und nachhaltig geplant, Sporthalle und Freiflächen ergänzen den Schulbau
Ein wesentliches Merkmal der HOCOMP-Serie ist ihre städtebauliche Flexibilität. Die drei Gebäudeflügel mit zentralem Treppenhaus lassen sich je nach Grundstück unterschiedlich anordnen. Dadurch kann auf örtliche Gegebenheiten besser reagiert werden als bei klassischen Schulbauten.
Auch energetisch setzt der Neubau Standards. Die Schule wird im Effizienzhausniveau EH 40 errichtet und nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen („BNB“) mit dem „Silber“-Standard zertifiziert. Geplant sind Photovoltaikanlagen, begrünte Dächer sowie hybride Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Ergänzt wird der Schulbau durch eine Sporthalle und großzügige Freiflächen.
Schulbauoffensive: Erste Berliner HOCOMP-Schule in Mahlsdorf ging kürzlich in Betrieb
Der Standort in der Bruno-Baum-Straße gehört zu einer Reihe von Holzmodulschulen, die im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive umgesetzt werden. Bereits in Mahlsdorf ist kürzlich eine erste Schule dieses Typs in Betrieb gegangen.
Mit dem aktuellen Richtfest verdichtet sich der Eindruck, dass das Typenbauprogramm zunehmend an Tempo gewinnt und einen festen Platz im Berliner Schulbau einnimmt.
Quellen: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
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