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Mit dem Umzug des in den 1990er Jahren errichteten Bundespräsidialamts in einen Neubau in Moabit beginnt 2026 die umfassende Sanierung des bisherigen Amtssitzes. Der geplante Umzug schafft die Voraussetzung für technische und bauliche Erneuerungen, auch im historischen Schloss Bellevue.

Berlin-Mitte: Während der Sanierung arbeitet die Verwaltung des Bundespräsidenten in einem Neubau am Hauptbahnhof, dessen bunte Fassade schon jetzt die Blicke auf sich zieht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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In diesem Jahr steht dem Amtssitz des Bundespräsidenten ein tiefgreifender Umbruch bevor. Mit dem geplanten Umzug in einen Neubau in Alt-Moabit und der anschließenden Sanierung des bisherigen Standorts beginnt eine mehrjährige Phase der baulichen und organisatorischen Neuordnung.

Der anstehende, temporäre Wechsel markiert einen der größten Eingriffe in die Infrastruktur des Bundespräsidialamts seit dessen Einrichtung in Berlin. Das Bundespräsidialamt war in den Jahren 1995 bis 1998 im Berliner Regierungsviertel errichtet worden.

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Schloss Bellevue und Bundespräsidialamt: Sanierungsbedarf am bisherigen Amtssitz

Der Amtssitz des Bundespräsidenten umfasst das historische Schloss Bellevue sowie das benachbarte Verwaltungsgebäude des Bundespräsidialamtes. Beide Bauten stehen seit Jahren unter zunehmendem Modernisierungsdruck. Technische Anlagen entsprechen nicht mehr heutigen Standards, der Brandschutz muss angepasst werden, und auch energetische Anforderungen haben sich deutlich verschärft. Hinzu kommen neue Vorgaben zur Barrierefreiheit und Sicherheit.

Die geplante Generalsanierung soll diese Defizite beheben und den Standort langfristig sichern. Dafür ist jedoch eine vollständige Räumung der Gebäude erforderlich; ein Betrieb während der Bauarbeiten wäre nicht möglich. Der Umzug ist damit Voraussetzung für den Beginn der Maßnahmen. Und 2026 soll der Startschuss erfolgen.

Ersatzstandort: Neubau in Alt-Moabit als Übergangsquartier

Als Ersatzstandort entsteht derzeit in Alt-Moabit (direkt neben dem Berliner Hauptbahnhof) ein Neubau, der vorübergehend die Verwaltung des Bundespräsidenten aufnehmen soll. Das Gebäude bietet mehrere tausend Quadratmeter Nutzfläche und ist darauf ausgelegt, den regulären Dienstbetrieb mit rund 200 Beschäftigten zu ermöglichen. Vorgesehen sind moderne Bürostrukturen, Besprechungsräume sowie sicherheitsrelevante Funktionsbereiche.

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Architektonisch setzt der Neubau auf eine zeitgemäße Formensprache und nachhaltige Bauweise. Ziel ist es, den ökologischen Fußabdruck des Projekts möglichst gering zu halten und zugleich ein funktionales Arbeitsumfeld zu schaffen. Der Standort liegt in unmittelbarer Nähe weiterer Bundesbauten und fügt sich in die laufende Verdichtung des Regierungsviertels ein. Entworfen wurde der Bau mit der markanten, bunten Fassade vom Büro Sauerbruch Hutton.

Sanierung von Bundespräsidialamt und Schloss Bellevue wird bis in die 2030er Jahre andauern

Das Bauvorhaben liegt derzeit in den letzten Zügen, der Innenausbau läuft. Der eigentliche Umzug der Verwaltung ist für das Jahr 2026 vorgesehen. Mit dem Auszug aus dem bisherigen Amtssitz können anschließend die umfangreichen Sanierungsarbeiten an Schloss Bellevue und dem Verwaltungsgebäude beginnen.

Die Bauphase wird aller Voraussicht nach mehrere Jahre in Anspruch nehmen. In dieser Zeit dient der Neubau am Hauptbahnhof als vollständiger Ersatzstandort. Erst nach Abschluss der Maßnahmen soll der Amtssitz wieder an den traditionellen Standort zurückkehren. Der Zeitraum bis Anfang der 2030er-Jahre gilt dabei als realistisch.

Berlin-Mitte: Umbau zwischen Denkmalschutz und moderner Verwaltung

Die Sanierung betrifft nicht nur technische Aspekte, sondern auch die Substanz historischer Gebäudeteile. Das Schloss Bellevue steht unter Denkmalschutz, was die Eingriffe in Struktur und Erscheinungsbild begrenzt. Gleichzeitig muss das Gebäude an zeitgemäße Nutzungsanforderungen angepasst werden. Dieser Spagat zwischen Erhalt und Erneuerung prägt die Planung.

Auch das benachbarte Verwaltungsgebäude soll modernisiert werden, um langfristig effizientere Arbeitsabläufe zu ermöglichen. Neue technische Infrastruktur, verbesserte Sicherheitskonzepte und zeitgemäße Büroflächen stehen dabei im Mittelpunkt.

Moabit: Neubau bleibt auch nach dem Rückzug des Bundespräsidialamtes erhalten

Der Umzug des Bundespräsidialamts ist nicht nur ein organisatorischer Vorgang, sondern auch ein städtebauliches Signal. Der Neubau in Moabit reiht sich in eine Serie von Projekten ein, die das Regierungsviertel in den vergangenen Jahren stark verändert haben.

Zugleich bleibt Schloss Bellevue als symbolischer Ort der Bundesrepublik erhalten und wird baulich für die kommenden Jahrzehnte vorbereitet. Der nun fast fertige Neubau am Hauptbahnhof soll nach Abschluss der Sanierungsarbeiten im Bundespräsidialamt übrigens erhalten bleiben und für andere Bundesministerien oder Institutionen nutzbar gemacht werden.

Das denkmalgeschützte Schloss Bellevue muss aufwendig saniert und modernisiert werden, mehrere Jahre wird dies in Anspruch nehmen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Quellen: Handelsblatt, Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bundespräsidialamt, Architektur Urbanistik Berlin, Deutsches Architektur Forum

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3 Kommentare

  1. Böhme 1. Februar 2026 at 05:53 - Reply

    Naja, Bau sieht irgendwie ganz witzig aus – und ist immerhin „schön bunt“. Jedenfalls schöner als die gegenüberliegenden Gebäude. Und ich hoffe, dass dann das Schloss Bellevue, das ja zwischenzeitlich x-mal irrwitzig teuer saniert worden ist – offensichtlich waren unfähige Architekten und Bauunternehmen beauftragt worden, anders ließe sich der Umstand, dass nun schon wieder für irrwitzig viel Steuergelder saniert werden muss, nicht erklären – dann nun in einen Zustand versetzt wird, der die nächsten 40, 50 Jahre allenfalls Kleinreparaturen erforderlich macht. Und das gilt natürlich auch für den „Neubau“, der nach schlappen 27 Jahren grundlegend renoviert werden muss – man fasst es nicht!

  2. a.t. 2. Februar 2026 at 17:12 - Reply

    Man will nicht glauben, was eine einzige Person, die alle Jubeljahre mal zur Repräsentanz des Deutschen Staates schreitet, so an Büroflächen braucht… :)

  3. Ulrich Richard Hambuch 4. Februar 2026 at 20:06 - Reply

    Ich hätte nicht gedacht, dass der Sanierungsbedarf so umfangreich ist und so lange dauern wird. Warum zieht er nicht in die Villa Hammerschmidt nach Bonn?

    Das Amt des Bundespräsidenten ist im Grundgesetz definiert. Es gibt keine festen Vorgaben für die Amtführung oder den Verwaltungsapparat. Steinmeier füllt das Amt aus wie ein Staatssekretär, ein “Staatsnotar” und ein Außenminister, wobei ich meine Zweifel habe, ob er alle Gesetze auch wirklich liest und auf Verfassungsmäßigkeit prüft, die er seit 2017 unterzeichnet hat.

    Theodor Heuss konzentrierte sich auf repräsentative und integrative Rollen, ohne umfangreichen Verwaltungsapparat. Die Digitalisierung soll Verwaltungsprozesse eigentlich effizienter gestalten und nicht umfangreicher und teurer machen. Mobiles Arbeiten hat während der “Pandemie” funktioniert, warum also nicht auch bei einer Sanierung?

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