Die Ringbahnbrücke am Autobahndreieck Funkturm wird neu gebaut. Ab Mitte Oktober soll die Bauzeit beginnen und im Sommer 2027 soll die Fahrbahn wieder freigegeben werden. Für Anwohnende sowie Autofahrerinnen und Autofahrer bedeutet das noch jahrelange Einschränkungen.

Seit April wird die marode A100-Ringbahnbrücke abgerissen. Für den anschließenden Neubau ist eine Bauzeit von weniger als zwei Jahren vorgesehen. Ein ambitionierter Zeitrahmen für ein Projekt dieser Größenordnung, das rund 80 Millionen Euro kosten soll. / © Foto: IMAGO
© Fotos: IMAGO / Stefan Zeitz
Die marode Ringbahnbrücke am Autobahndreieck Funkturm war im März gesperrt worden, nachdem sich ein Riss im Tragwerk unerwartet ausgeweitet hatte. Kurz darauf folgte der Abriss, ebenso wie bei der nahegelegenen Westendbrücke. Seitdem sind Autofahrerinnen und Autofahrer im Berliner Westen auf Umleitungen angewiesen, die häufig durch Wohngebiete führen. Auch Anwohnerinnen und Anwohner sind durch Lärm und zusätzlichen Verkehr belastet.
Nun wurde der Auftrag für den Ersatzneubau vergeben. Die Arbeitsgemeinschaft Habau/MCE wird das Bauwerk errichten. Geplant ist, die Bauarbeiten nach vorbereitenden Maßnahmen ab Mitte Oktober 2025 zu beginnen. Die Fahrbahn Nord der A100 zwischen Messedamm und Spandauer Damm soll im Sommer 2027 wieder freigegeben werden.
Ambitionierter Zeitplan und hohe Kosten: Neubau von Ringbahn- und Westendbrücke soll bis 2027 abgeschlossen sein
Die Projektgesellschaft Deges und die bundeseigene Autobahngesellschaft sprachen von einer Bauzeit von weniger als zwei Jahren. Für ein Projekt dieser Größenordnung gilt das als ambitioniert. Parallel zur Ringbahnbrücke soll auch die Westendbrücke neu gebaut werden, sodass die gesamte Nordfahrbahn in dem Abschnitt bis 2027 fertiggestellt sein kann.
Der Bund trägt die Kosten in Höhe von rund 80 Millionen Euro. Nach Angaben von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder habe man die Mittel „schnell und unbürokratisch“ bereitgestellt, wie der Tagesspiegel berichtet. Um die Einhaltung des Zeitplans zu sichern, ist eine Bonus-Malus-Regelung vorgesehen: Wer schneller baut, erhält zusätzliche Zahlungen, Verzögerungen führen dagegen zu Abzügen.
Umleitungen belasten Anwohner: Politik spricht von Vorbildcharakter für den schnellen Brückenneubau
Seit der Sperrung der Brücke im März weichen Autofahrer großräumig aus. Das führt dazu, dass viele Nebenstraßen stärker belastet sind. Michael Günther, Chef der Autobahn GmbH, bedankte sich bei den Anwohnern, die seit Monaten mit der Situation leben müssen. Zugleich kündigte laut Tagesspiegel, die Deges eine Informationsveranstaltung an, bei der über Verkehrsführung und Lärmschutz informiert werden soll.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nannte den Baustart eine gute Nachricht. Er betonte, das Vorhaben könne Vorbildcharakter für ganz Deutschland haben, da es aus dem langwierigen Planfeststellungsverfahren herausgelöst wurde, um schneller umgesetzt zu werden.
Überlasteter Verkehrsknoten seit den 1960er-Jahren: Ersatzneubau der Ringbahnbrücke verdeutlicht Investitionsbedarf
Das Autobahndreieck Funkturm zählt zu den meistbefahrenen Verkehrsknotenpunkten in Deutschland. Es wurde Anfang der 1960er-Jahre errichtet und ist seit Jahren überlastet. Ein umfassender Umbau wird seit Langem diskutiert, doch bisher nicht umgesetzt. Der schnelle Ersatzneubau der Ringbahnbrücke ist daher auch ein Signal, wie dringend Investitionen in die Infrastruktur sind.
Bis zur geplanten Fertigstellung im Sommer 2027 bleibt die Situation für Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sowie Anwohnende jedoch angespannt. Erst dann soll die Nordfahrbahn der A100 zwischen Messedamm und Spandauer Damm wieder durchgehend nutzbar sein.
Quellen: rbb24, Tagesspiegel
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