Auf dem Campus Virchow-Klinikum in Berlin-Wedding wächst der Neubau des Deutschen Herzzentrums sichtbar in die Höhe. Der rund 70 Meter hohe Klinikbau ergänzt ein Areal, auf dem sich mehr als ein Jahrhundert Berliner Architektur- und Medizingeschichte vereint.

Der Neubau für das Deutsche Herzzentrum der Charité entsteht im südlichen Bereich des Campus Virchow-Klinikum (CVK) der Charité. / © Visualisierung: wörner traxler richter planungsgesellschaft mbH
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Auf dem Campus Virchow-Klinikum in Berlin-Wedding wächst derzeit eines der größten Klinikprojekte der Hauptstadt in die Höhe. Der Neubau des Deutschen Herzzentrums der Charité (DHZC) hat die Tiefbauphase hinter sich gelassen und befindet sich mittlerweile deutlich sichtbar im Hochbau. Sechs oberirdische Etagen sind mittlerweile sichtbar.
- 17 Etagen: Der Neubau wird rund 70 Meter hoch und weithin sichtbar.
- Medizin: Geplant sind 320 Betten sowie 20 OP-Säle und Herzkatheterlabore.
- Architektur: Tageslicht, geschützte Bereiche und ein großer Dachgarten sollen die Genesung fördern.
- Zeitplan: Die Inbetriebnahme des Herzzentrums ist für Herbst 2029 vorgesehen.
Von zahlreichen Punkten auf dem weitläufigen Klinikgelände ist der entstehende Baukörper bereits zu erkennen. Mit jedem weiteren Geschoss entwickelt sich das Gebäude zu einem neuen Hochpunkt auf dem Campus, der künftig nicht nur medizinisch, sondern auch städtebaulich eine zentrale Rolle einnehmen soll.
Berlin-Wedding: Deutsches Herzzentrum der Charité wächst auf 70 Meter Höhe
Im südlichen Bereich des Campus entsteht ein rund 70 Meter hoher Klinikbau mit insgesamt 17 Etagen. Auf einer Nutzungsfläche von etwa 30.000 Quadratmetern sind 20 Operationssäle, Hybrid-Operationssäle und Herzkatheterlabore sowie 320 Betten vorgesehen.
Im breiten Sockel des Neubaus sollen vor allem diagnostische und therapeutische Bereiche untergebracht werden. Die Pflegestationen verteilen sich überwiegend auf den darüberliegenden, schmaleren Turm. Hinzu kommen eine zentrale Notaufnahme und eine neue Sterilgutversorgung, die künftig dem gesamten Campus dienen soll.

Das historische Eingangsgebäude erinnert an die Ursprünge des Campus als Rudolf-Virchow-Krankenhaus. Die zwischen 1898 und 1906 errichtete Anlage war das letzte große Berliner Krankenhaus im Pavillonstil. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Neubau wird zum neuen Hochpunkt auf dem Virchow-Campus
Die Dimensionen des Projekts werden inzwischen unmittelbar vor Ort sichtbar. Während im Herbst 2025 noch Baugruben, Fundamente und Tiefbauarbeiten das Geschehen bestimmten, ragt der Rohbau nun zunehmend über die benachbarten Gebäude hinaus.
Damit verändert sich auch die Silhouette des Campus. Der Entwurf des Büros wörner traxler richter ergänzt das historisch gewachsene Klinikgelände um einen markanten Hochpunkt, bleibt durch seinen gegliederten Aufbau aus Sockel und Turm jedoch eng mit den funktionalen Strukturen des Standorts verbunden.
„Healing Architecture“ soll Genesung und Arbeitsalltag unterstützen
Das architektonische Konzept folgt nach Angaben des DHZC dem Ansatz der „Healing Architecture“. Tageslicht, warme Materialien, geschützte Patientenbereiche und Aufenthaltsräume sollen das Wohlbefinden von Patientinnen, Patienten und Beschäftigten fördern.
Große Fenster sind auch für die Operationssäle und Herzkatheter-Kontrollräume vorgesehen. Auf dem Dach des sechsgeschossigen Sockels soll zudem ein rund 2.500 Quadratmeter großer Dachgarten entstehen. Für die Mitarbeitenden sind unter anderem Lounges, 2.000 Umkleideschränke und sogar eine 400 Meter lange Laufbahn geplant.
Architektur verschiedener Epochen prägt den Campus Virchow-Klinikum
Der moderne Neubau trifft auf ein Klinikareal, dessen Architektur mehr als ein Jahrhundert Berliner Krankenhausgeschichte abbildet. Das Rudolf-Virchow-Krankenhaus wurde auf Initiative des Mediziners Rudolf Virchow zwischen 1898 und 1906 errichtet. Auf dem rund 270.000 Quadratmeter großen Gelände entstanden damals 57 Einzelbauten mit insgesamt 2.000 Betten.
Die Anlage war das letzte große Berliner Krankenhaus, das im Pavillonstil erbaut wurde. Die einzelnen Klinikgebäude reihten sich entlang der Mittelallee auf und waren nach medizinischen Aufgaben gegliedert. Teile des historischen Ensembles, darunter das Eingangsgebäude, die ehemalige Pathologie, der Wasserturm und mehrere Wirtschaftsgebäude, sind bis heute erhalten und stehen unter Denkmalschutz.

Der wachsende Rohbau ist bereits von vielen Stellen des Campus aus sichtbar. Historische Pavillonbauten, spätere Klinikerweiterungen und der neue Hochpunkt stehen hier unmittelbar nebeneinander. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Vom Pavillonkrankenhaus zum modernen Universitätscampus
Im Zweiten Weltkrieg wurde ein großer Teil des Krankenhauses zerstört. Seit den 1950er-Jahren kamen schrittweise Neubauten hinzu, darunter das achtgeschossige Bettenhaus von Peter Poelzig sowie die später errichtete Nord- und Südspange entlang der Mittelallee. Auch Forschungs-, Lehr- und Laborgebäude jüngerer Zeit prägen inzwischen das Gelände.
So vereint der Campus heute historistische Bauten der Kaiserzeit, Nachkriegsmoderne, großmaßstäbliche Klinikarchitektur der 1970er- bis 1990er-Jahre und zeitgenössische Forschungsgebäude. Der Neubau des Herzzentrums schreibt diese architektonische Entwicklung sichtbar fort, kürzlich sind auf dem Gelände zwei neue Forschungsbauten in Betrieb gegangen.
Neues Herzzentrum stärkt einen zentralen Standort der Charité
Seit 1987 besitzt das frühere Rudolf-Virchow-Krankenhaus den Status eines Universitätsklinikums, später wurde es Teil der Charité. Heute zählt der Campus zu deren wichtigsten Standorten für Krankenversorgung, Forschung und Lehre. Das DHZC selbst entstand 2023 aus dem Zusammenschluss des Deutschen Herzzentrums Berlin mit den herzmedizinischen Einrichtungen der Charité.
Die Gesamtkosten des Neubaus werden mit 521 Millionen Euro angegeben. Das Land Berlin übernimmt davon 421 Millionen Euro, weitere 100 Millionen Euro stellt der Bund bereit. Die Inbetriebnahme ist derzeit für den Herbst 2029 vorgesehen. Bis dahin dürfte der wachsende Hochpunkt das Erscheinungsbild des traditionsreichen Klinikareals zunehmend verändern.

Das historische Hauptgebäude an der Mittelallee gehört zu den prägenden Bauten des früheren Rudolf-Virchow-Krankenhauses. Gemeinsam mit den Erweiterungen späterer Jahrzehnte dokumentiert es die bauliche Entwicklung des heutigen Charité-Campus. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Deutsches Herzzentrum Berlin, Die Charité, Bezirksamt Mitte, Wikipedia, wörner traxler richter planungsgesellschaft mbH, Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg
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