Neue Wohnungen, Hotels, Büros und öffentliche Uferwege: Entlang der Spree entstehen mehrere Neubau-Projekte. Der ENTWICKLUNGSSTADT-Überblick zeigt fünf Vorhaben.
„Elements“
Paula-Thiede-Ufer
„Viktoriaspeicher-Areal“
„Villa Viva Holzmarkt“
„Brooks on East“
© Titelbild: Behles & Jochimsen / Weidinger
An der Spree verdichten sich Berlins große Stadtfragen auf engem Raum. Es geht um Wohnen, Gewerbe, öffentliche Wege, Kultur, soziale Nutzung und den Zugang zum Wasser. Einige Projekte sind bereits fertig, andere wachsen sichtbar in die Höhe. Wieder andere stehen noch vor entscheidenden Planungsschritten. Der Überblick zeigt fünf Neubau-Projekte in Mitte und am angrenzenden Spreeufer.
„Elements“ in Mitte: Neubau an der Michaelkirchstraße

An der Michaelkirchstraße schreiten die Arbeiten an „Elements“ sichtbar voran. Das Gebäude wird künftig einen neuen städtebaulichen Akzent zwischen Spreeufer und Jannowitzbrücke setzen. / © Foto ENTWICKLUNGSSTADT
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Adresse: Michaelkirchstraße 22–23
- Projektstatus: im Bau
Das Projekt „Elements“ gehört zu den auffälligsten Neubau-Vorhaben an der Spree in Mitte. Nach einer Insolvenzpause übernahm Tishman Speyer das Vorhaben und führt den Bau weiter. Geplant ist ein Büro- und Wohnkomplex in direkter Spreelage. Die Architektur stammt von J. Mayer H. Architekten. Der Name bezieht sich auf vier Gebäudeteile, die gestalterisch unterschiedliche Naturelemente aufnehmen sollen.
Inzwischen zeigt sich vor Ort die Fassade deutlich. Große Glasflächen, dunkle Lamellen und schräg gesetzte Linien geben dem Baukörper seine Wirkung. Im Erdgeschoss sind unterschiedliche Nutzungen vorgesehen. Zur Spreeseite soll eine Gastronomiefläche mit Terrasse entstehen. Außerdem soll ein öffentlicher Uferweg den Zugang zum Wasser verbessern.
Spreebalkon am Paula-Thiede-Ufer: Fertiger Uferweg in Mitte

Am Abschnitt zwischen Wilhelmine-Gemberg-Weg und Schillingbrücke verläuft der Uferweg direkt entlang der Spree und bleibt dabei bewusst nah am Wasser geführt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Adresse: Paula-Thiede-Ufer
- Projektstatus: fertiggestellt
Der Spreebalkon am Paula-Thiede-Ufer ist kein klassischer Neubau, aber ein wichtiges Projekt für den öffentlichen Raum in Mitte. Der neue Abschnitt stärkt den Spreeuferweg zwischen Schillingbrücke und Wilhelmine-Gemberg-Weg.
Vor Ort entstanden neue Wegeflächen, junge Bäume, Geländer, Fahrradbügel und Aufenthaltsbereiche. Der Weg verbindet unterschiedliche Höhenniveaus zwischen Uferweg und Bona-Peiser-Weg. Vier sogenannte Geschichtsinseln erklären die Entwicklung des Ortes: von Industrie und Arbeiterbewegung über Mauerzeit bis zur heutigen Öffnung des Ufers.
„Viktoriaspeicher-Areal“: Neues Spreequartier in Kreuzberg

Das Areal am Kreuzberger Spreeufer soll in den kommenden Jahren zu einem neuen Stadtquartier mit Wohnungsbau, Gewerbe, Kultur und einem öffentlich zugänglichen Uferpark entwickelt werden. / © Visualisierung: Behles & Jochimsen / Weidinger
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Adresse: Bereich Spreeufer, Schillingbrücke und Köpenicker Straße
- Projektstatus: Siegerentwurf liegt vor
Das „Viktoriaspeicher-Areal“ liegt am Kreuzberger Spreeufer. Eine Jury wählte Ende Juni 2026 den Entwurf von Behles & Jochimsen sowie Weidinger Landschaftsarchitekten für die weitere Entwicklung aus.
Geplant sind rund 1.000 Wohnungen. Etwa die Hälfte soll preisgebunden entstehen. Dazu kommen Flächen für Nahversorgung, Kultur, soziale Einrichtungen, Handwerk, Produktion und Gewerbe. Der denkmalgeschützte Viktoriaspeicher bleibt erhalten. Entlang der Spree soll ein öffentlich zugänglicher Klimapark entstehen.
„Villa Viva Holzmarkt“: Soziales Hotelprojekt am Spreeufer

Die Villa Viva am Holzmarkt in Berlin ist ein innovativer Hotel-Neubau am Spreeufer mit sozialem Konzept und öffentlicher Nutzung. / © Foto: Pätzold Architekten
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Adresse: Holzmarkt 25
- Projektstatus: im Bau
Am Holzmarkt entsteht mit der „Villa Viva Holzmarkt“ ein Hotelprojekt mit sozialem Anspruch. Offiziell beschreibt sich das Haus als Gästehaus von „Villa Viva“, „Viva con Agua“ und „Holzmarkt 25“. Die Eröffnung ist für Anfang 2027 geplant. Der Neubau liegt eingebettet in das Umfeld aus Clubs, Konzertsälen, Kita, Ateliers und Gastronomie auf dem Holzmarkt-Areal.
Das Projekt umfasst nach den vorliegenden Angaben 155 Zimmer und acht Geschosse. Ein Teil des Konzepts zielt auf soziale Wirkung: Erträge sollen Wasserprojekte unterstützen.
„Brooks on East“: Zwei Wohntürme wachsen an der Mediaspree
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Adresse: Mühlenstraße
- Projektstatus: im Bau
Nach mehreren Jahren mit Baustopp und Eigentümerwechsel nimmt das Hochhausprojekt „Brooks on East“ wieder sichtbar Gestalt an. Das Vorhaben war zuvor unter den Namen „Max und Moritz“ sowie später „Upside Berlin“ bekannt. Nachdem neue Investoren eingestiegen waren, konnten die Arbeiten fortgesetzt werden. Inzwischen werden große Teile der Fassadengerüste zurückgebaut, wodurch die endgültige Gestaltung der beiden Türme zunehmend sichtbar wird.
Die beiden Hochhäuser erreichen rund 86 beziehungsweise 95 Meter Höhe und zählen damit zu den markantesten Wohnhochhäusern Berlins. Geplant sind Wohnungen, Serviced Apartments, Gewerbeflächen und ein Boardinghaus. Mit dem Baufortschritt rückt nun vor allem der Innenausbau in den Mittelpunkt. Die Fertigstellung ist nach aktuellem Stand für 2027 vorgesehen.
Quellen: WBM, Bezirksamt Mitte, Villa Viva Holzmarkt, Luisenstadt Mitte
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Mir fehlen in diesem Zusammenhang zwei Projekte: Zum Ersten ist das eine Perspektive für die bzw. anstelle der Bauruine an der Köpenicker Straße Ecke Engeldamm. Da passiert seit etwa 20 Jahren nix. Und zum Zweiten ist da die große Freifläche zwischen Spree und Köpenicker Straße neben der ver.di Bundeszentrale. Sind das „nur“ noch erlaubte Immobilienspekulationsflächen in Mitte? Oder welches Wort ist dafür eigentlich treffend?