Am Humboldthafen in Berlin-Mitte entsteht ein weiteres Büroprojekt. Mit dem Alexander-von-Humboldt-Haus plant CA Immo einen Neubau direkt am Wasser, der von seiner Lage zwischen Hauptbahnhof und Regierungsviertel profitieren soll. Nun hat der Entwickler den Vermietungsstart bekannt gegeben.

Direkt am Humboldthafen plant CA Immo einen modernen Büroneubau mit Gastronomieflächen und öffentlichkeitsorientierten Nutzungen im Erdgeschoss. / © CA Immo Deutschland GmbH
© Titelbild: CA Immo Deutschland GmbH
Zwischen Hauptbahnhof, Regierungsviertel und Humboldthafen entwickelt sich eines der dynamischsten Stadtquartiere Berlins weiter. Mit dem Alexander-von-Humboldt-Haus plant CA Immo an prominenter Wasserlage ein neues Bürogebäude in Mitte. Der Projektentwickler hat nun den Vermietungsstart für das Vorhaben bekannt gegeben.
Entstehen soll das Gebäude am Friedrich-List-Ufer unmittelbar am südlichen Rand des Humboldthafens. Der Standort gehört zu den zentralsten Bürolagen der Hauptstadt: Der Berliner Hauptbahnhof ist nur wenige Schritte entfernt, das Regierungsviertel liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Hafenbeckens. In den vergangenen Jahren hat sich das Umfeld zu einem wichtigen Büro- und Verwaltungsstandort entwickelt, an dem internationale Unternehmen, öffentliche Institutionen sowie Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen auf engem Raum zusammentreffen.
- Projektname: Alexander-von-Humboldt-Haus
- Adresse: Friedrich-List-Ufer, 10557 Berlin
- Bauvorhaben: 8-geschossiges Gebäude + UG
- Nutzung: Büro mit Retail und Gastronomie
Flexible Büroflächen am Humboldthafen geplant: Die Details
Geplant sind rund 6.400 Quadratmeter Bürofläche sowie ergänzende Gastronomieangebote im Erdgeschoss. Nach Angaben des Entwicklers ermöglichen die Grundrisse unterschiedliche Nutzungskonzepte. Das Gebäude könne sowohl von einem einzelnen Unternehmen als Hauptsitz genutzt als auch auf mehrere Mieter aufgeteilt werden.
Zu den Standortvorteilen zählt insbesondere die Verkehrsanbindung. Durch die unmittelbare Nähe zum Hauptbahnhof bestehen direkte Verbindungen in den regionalen, nationalen und internationalen Bahnverkehr. Ergänzt wird das Umfeld durch Einrichtungen wie die Charité, den Hamburger Bahnhof, das Futurium, das Museum für Naturkunde sowie weitere Institutionen entlang der sogenannten MuseumsMeile Mitte.

Rund um den Berliner Hauptbahnhof ist mit der „MuseumsMeileMitte“ im Mai ein neuer Kultur- und Wissenschaftsverbund entstanden. / © Foto: artbeats, Dean Gold MuseumsMeileMitte (MMM)
Gastronomische Nutzung mit Außenterrasse direkt am Hafenbecken
Architektonisch soll das Gebäude auf die besondere Topografie des Grundstücks reagieren. Aufgrund der Hanglage entstehen zwei Erdgeschosse auf unterschiedlichen Ebenen: Während sich der obere Zugang zur Invalidenstraße orientiert, öffnet sich die untere Ebene zur Uferpromenade am Humboldthafen. Dadurch erhält das Gebäude sowohl einen städtischen als auch einen wasserseitigen Bezug.
Vorgesehen ist zudem eine gastronomische Nutzung mit Außenterrasse direkt am Hafenbecken. Eine rund 220 Quadratmeter große Dachterrasse soll den Mietern zusätzliche Aufenthaltsflächen bieten. Von dort sind Ausblicke über den Humboldthafen, das Regierungsviertel und weite Teile der Berliner Innenstadt möglich.
Büroneubau am Hauptbahnhof: Nachhaltigkeit und digitale Infrastruktur
Nach Angaben von CA Immo wird das Bürohaus vollständig elektrifiziert und mit Wärmepumpentechnik ausgestattet. Der geplante Energieverbrauch soll unter 55 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr liegen. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach soll einen Teil des Energiebedarfs decken. Darüber hinaus sind Ladeinfrastruktur für emissionsarme Mobilität sowie eine moderne digitale Gebäudeausstattung vorgesehen. Angestrebt werden Zertifizierungen nach DGNB Gold und WiredScore Platin.
Das Alexander-von-Humboldt-Haus ist Teil mehrerer Projektentwicklungen des Unternehmens rund um den Hauptbahnhof. In unmittelbarer Nachbarschaft entsteht derzeit das Anna-Lindh-Haus am Europaplatz.

Die Frontansicht des Anna-Lindh-Hauses zeigt den aktuellen Baufortschritt des Büroprojekts mit fast vollständig montierter Glasfassade. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Humboldthafen Süd geht in die nächste Planungsphase
Das Vorhaben fügt sich in die laufende Entwicklung des gesamten Humboldthafens ein. Erst kürzlich hat der Berliner Senat den Bebauungsplanentwurf II-201da „Humboldthafen Süd“ beschlossen und damit den nächsten Planungsschritt für die bislang teilweise unentwickelten Flächen südlich des Hafenbeckens eingeleitet.
Der Entwurf sieht zwei Kerngebiete entlang des Wassers, öffentliche Uferpromenaden auf beiden Seiten des Hafenbeckens sowie publikumsorientierte Nutzungen in den Erdgeschossen vor. Ziel ist es, die Wasserlage stärker in das urbane Umfeld rund um den Hauptbahnhof einzubinden und den Zugang zum Hafen dauerhaft öffentlich zu sichern. Nach Abschluss der derzeitigen Nutzung als Baustelleneinrichtungsfläche für die neue S-Bahn-Linie S21 könnten dort weitere Gebäude sowie zusätzliche Gastronomie- und Aufenthaltsangebote entstehen.

Der südliche Humboldthafen in Mitte soll nach den Plänen des Bebauungsplans „Humboldthafen Süd“ mit weiteren Gebäuden und öffentlich zugänglichen Uferbereichen ergänzt werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Elisauer, CC BY-SA 4.0
Friedrich-List-Ufer
Quellen: CA Immo
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3 Kommentare
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Soweit ich weiß, ist vorgesehen unmittelbar am Hbf ein Fahrrad-Haus zu errichten, um das Gewirr abgestellter Räder von Pendlern zu ordnen?!
Für mich das symbolische Areal für den gedankenlosen Ausverkauf der Stadt. Die hochwertigste Lage der neuen Europastadt verscherbelt an seelenlose Investorenarchitektur. Zu Wowereits Zeiten dachte man den Humboldthafen noch als einen großartigen Standort für Zeitgenössische Kunst in der Kombination Hamburger Bahnhof, Rieckhallen und einem eventuellen Neubau am Hafenbecken – stattdessen gibt es jetzt die groteske „Scheune“ am Kulturforum, in den banalen Häusern am Humboldthafen wohnen Influencer und die Sammlung Flick hat schon vor Jahren das Weite gesucht. Da tut ein weiteres ödes Haus aus dem Kaugummiautomaten moderner Architektursprache jetzt auch nicht mehr weh. Die gesamte Europacity ist ein Unort zeitgenössicher Stadtplanung.
Schlimm wie das aussieht und es hört nicht auf. Eine seelenlose Kiste nach der anderen. Wir verspielen die Zukunft der Stadt (Zumindest an ein paar Orten) obwohl so viel Potential vorhanden ist! Warum realisiert das niemand?