In Neu-Hohenschönhausen sollen ab 2027 Schulcontainer an der Seehausener Straße für zusätzliche Kapazitäten sorgen. Die bisher ungenutzte Anlage wird vom alten Standort in der Salzmannstraße verlegt, wo ein Wohnungsbauprojekt geplant ist. Am neuen Standort können die Container nun sinnvoll eingesetzt werden, um den hohen Bedarf an Schulplätzen im Bezirk Lichtenberg abzufedern.
© Foto Titelbild: pixabay / kieurope
Das Bezirksamt Lichtenberg hat Anfang September 2025 beschlossen, ungenutzte Schulcontainer aus der Salzmannstraße in die Seehausener Straße nach Neu-Hohenschönhausen zu verlegen. Damit soll das wachsende Defizit an Schulplätzen in der Region kurzfristig abgefedert werden. Mit einer Inbetriebnahme wird in der ersten Jahreshälfte 2027 gerechnet.
Die Containeranlage bietet Platz für 144 Schülerinnen und Schüler. Sie ergänzt die geplante neue Grundschule an der Klützer Straße, deren Kapazitäten jedoch nicht ausreichen werden. Bezirksstadträtin Sandy Mattes (SPD) erklärte, dass trotz des neuen Standorts die Lücke an Schulplätzen im Norden des Bezirks weiterhin groß sei.
Neue Grundschule an der Klützer Straße geplant: Engpässe in Hohenschönhausen bleiben bestehen
Im Sommer 2025 hatte die Berliner Schulbauoffensive den Bau einer dreizügigen Grundschule an der Klützer Straße beschlossen. Dort sollen künftig 432 Kinder lernen, ergänzt durch eine Sporthalle mit zwei Hallenteilen. Bauherrin ist die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE, die den Neubau in serieller Holzbauweise realisieren will.
Trotz dieser Entscheidung bleibt die Lage angespannt. Viele Schulen in Neu-Hohenschönhausen nehmen schon heute mehr Kinder auf, als ursprünglich vorgesehen war. Neue Wohnungsbauprojekte im Bezirk verschärfen den Druck zusätzlich.
Schulcontainer ziehen von der Salzmannstraße an die Seehausener Straße innerhalb Lichtenbergs um
Für die Umsetzung der Containerlösung stellte das Land Berlin Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA) bereit. Zuvor hatte Bezirksstadträtin Mattes in einem Brandbrief an die Senatsverwaltung auf die prekäre Lage hingewiesen. Nach einer Standortprüfung fiel die Wahl schließlich auf die Seehausener Straße.
Ein langfristiger Verbleib der Container am bisherigen Standort in der Salzmannstraße war nicht möglich. Das Grundstück gehört der landeseigenen HOWOGE, die dort einen Wohnungsneubau plant. Ursprünglich hatte die Containeranlage der Seepark-Grundschule als Übergangslösung gedient.
Schulbauoffensive in Lichtenberg: Containerlösungen sichern kurzfristig zusätzliche Schulplätze
Die Berliner Schulbauoffensive ist das zentrale Instrument, um Neubauten und Sanierungen im Bildungsbereich zu koordinieren. Sie ermöglicht es, flexibel auf steigende Schülerzahlen zu reagieren. Besonders in wachsenden Bezirken wie Lichtenberg sind Containerlösungen ein notwendiges Mittel, um kurzfristig Kapazitäten zu schaffen, während langfristig neue Standorte entstehen.
Dennoch bleibt die Herausforderung groß: Wachsende Schülerzahlen, steigender Zuzug und enge Zeitpläne machen deutlich, dass neben Neubauten auch temporäre Lösungen unverzichtbar sind. Mit der Entscheidung für die Seehausener Straße geht Lichtenberg einen pragmatischen Schritt, um die wohnortnahe Beschulung im Bezirk zu sichern.
Quellen: Bezirksamt Lichtenberg, HOWOGE
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