Das Wohnungsbauprojekt auf der westlichen Insel Neu Fahrland in Potsdam bekommt einen neuen Investor. Die Buwog übernimmt das Vorhaben von Quarterback, doch das Bebauungsplanverfahren muss erneut durchlaufen werden. Ein Baustart ist damit vorerst nicht in Sicht.
© Titelbild: Falcon Crest Air
Das geplante Wohn- und Gewerbequartier westlich der Tschudistraße in Potsdam steht vor einem Neustart. Der bisherige Projektentwickler Quarterback ist ausgestiegen. Das Vorhaben ist in den Verantwortungsbereich der Buwog übergegangen, einer Tochter des Vonovia-Konzerns.
Die Buwog bestätigte die Übernahme. Man plane in enger Abstimmung mit der Stadt neuen Wohnraum sowie Gewerbeflächen. Details nannte das Unternehmen nicht. Das Projekt befinde sich weiterhin im Bebauungsplanverfahren.
Neu Fahrland in Potsdam: Buwog übernimmt Wohnprojekt von Quarterback
Parallel zum Investorenwechsel verlängert sich das Verfahren. Der Bebauungsplan Nr. 143 „Westliche Insel Neu Fahrland“ muss nach fast zwölf Jahren seit dem Aufstellungsbeschluss eine weitere Beteiligungsrunde durchlaufen.
Die öffentliche Beteiligung fand bereits von Ende August bis Anfang Oktober 2024 statt. Aufgrund von Anpassungsbedarfen sei nun eine erneute Beteiligung erforderlich, teilte die Stadtverwaltung mit. Ein Termin steht noch nicht fest. Erst danach können die Stellungnahmen abgewogen und ein Satzungsbeschluss vorbereitet werden.
212 Wohnungen und 18 Prozent geförderter Wohnraum in Neu Fahrland geplant
Nach der letzten bekannten Planung sollten westlich der Tschudistraße 212 Wohnungen und 25 Gewerbeeinheiten entstehen. Vorgesehen waren Gebäude mit maximal drei Geschossen plus Staffelgeschoss, ergänzt durch Spielplätze, ein Café und eine öffentlich zugängliche Parkanlage am Wasser.
Rund 18 Prozent der Wohnungen sollten als mietpreis- und belegungsgebundener Wohnraum entstehen. Grundlage ist das Potsdamer Baulandmodell, das Investoren an Infrastrukturkosten beteiligt und Anteile für geförderten Wohnraum vorsieht. Ob diese Zahlen weiterhin gelten, ist derzeit offen.
„Westliche Insel Neu Fahrland“: Zeitplan kippt, Auswirkungen auf Tramplanung offen
Noch im Frühjahr 2024 hatte die Verwaltung damit gerechnet, Anfang 2025 Baurecht zu schaffen. Die ersten Gebäude sollten 2028 fertiggestellt sein. Dieser Zeitplan ist inzwischen überholt. Weder Stadt noch Investor nennen neue Termine.
Unklar bleibt auch, welche Folgen die Verzögerung für die geplante Straßenbahntrasse vom Campus Jungfernsee über die Insel nach Krampnitz hat. Für die Anwohnerinnen und Anwohner bedeutet der Stillstand zunächst, dass die erwartete Großbaustelle weiter ausbleibt. Wann sich das ändert, hängt nun vom weiteren Verlauf des Bebauungsplanverfahrens und der konkreten Ausgestaltung durch die Buwog ab.
Quellen: Potsdam.de, Tagesspiegel, Immobilien Zeitung
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