Für das sogenannte Nasse Dreieck nördlich der S-Bahn-Station Bornholmer Straße liegen konkrete Umbaupläne vor. Im Rahmen der Ersatzmaßnahmen für den Neubau der Dresdner Bahn soll die Fläche neu geordnet und besser zugänglich gemacht werden. Neben neuen Wegen entstehen Wiesenflächen, Gehölzpflanzungen und ein Kleingewässer.

Derzeit führen nur zwei unscheinbare Zugänge auf die rund 4,8 Hektar große Grünfläche. Geplant sind zusätzliche Wegeverbindungen zur Brehmestraße sowie ein weiterer Ausgang über die Kleingartenanlage „Famos“, um das Areal künftig besser und barriereärmer zu erschließen. / © Foto: Wikimedia Commons, कार, CC BY-SA 4.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0
Zwischen Prenzlauer Berg, Pankow und Gesundbrunnen liegt die rund 4,8 Hektar große Grünfläche „Das Nasse Dreieck“ im ehemaligen Grenzstreifen. Nach der Wiedervereinigung widmete das Land Berlin das Areal zur Grünanlage um und stellte es später als Teil des „Landschaftsschutzgebiets LSG 52“ unter Schutz. Dennoch bleibt die Fläche bislang nur eingeschränkt zugänglich, weil lediglich zwei Zugänge auf das Gelände führen.
Im Zuge der Ersatzmaßnahmen für den Neubau der Dresdner Bahn greift das Land nun in die Struktur des Areals ein. Die Grün Berlin GmbH steuert die Planung im Auftrag der Deutschen Bahn. Nach aktuellem Stand soll der Ausbau der Grünfläche zwischen Ende 2026 und Anfang 2027 beginnen.
Ausgebaute Wege und ein neuer Zugang für das Nasse Dreieck in Pankow: Neue Verbindung zur Brehmestraße
Ein zentrales Element der Umgestaltung betrifft die Wegeführung. Künftig soll statt der unbefestigten Wege ein befestigter Rundweg die Fläche aufwerten. Zusätzlich baut man den diagonalen Hauptweg von Nord nach Süd in einer festeren, jedoch weiterhin wasserdurchlässigen Bauweise aus. Damit ordnet die Planung die Nutzung und verbessert zugleich die Begehbarkeit.
Zudem entsteht eine neue Wegeverbindung zur Brehmestraße. Über die Kleingartenanlage „Famos“ soll ein zusätzlicher Ausgang führen. In der Verlängerung der Görschstraße plant man eine drei Meter breite Verbindung, die barrierearm ausgeführt wird. Dadurch verbessert sich die Erreichbarkeit insbesondere für Anwohnende im Florakiez.
Diese ökologischen Maßnahmen sollen das Nasse Dreieck aufwerten: Neue Wiesen, Gehölze und Gewässer sind für die Grünfläche geplant
Im mittleren Teil des Nassen Dreiecks soll künftig auf rund 27.000 Quadratmetern eine Frischwiese entstehen. Gleichzeitig ist vorgesehen, neophytische Gehölze zu entfernen und die Vegetation durch flächige Pflanzungen sowie 15 neue Bäume zu ergänzen. Damit verfolgt die Planung das Ziel, die naturschutzfachlichen Vorgaben des Landschaftsschutzgebiets umzusetzen und die bislang heterogene Vegetationsstruktur neu zu ordnen.
Zudem plant man, gezielt Ersatzlebensräume für die dort vorkommenden Zauneidechsen zu schaffen. Entlang bestehender Gehölzstreifen sollen die Rückzugsräume erweitert werden. Im westlichen Bereich ist darüber hinaus ein temporäres Gewässer vorgesehen, während eine Gehölzfläche mit dauerhaft wasserführenden Kleingewässern erhalten bleibt. So berücksichtigt die Planung sowohl ökologische Anforderungen als auch die besondere Situation des ehemaligen Mauerstreifens.
Naturerfahrungsraum und Radverkehr geplant: Offene Fragen vor Baubeginn
Für Kinder sieht die Planung einen etwa 2.000 Quadratmeter großen „Naturerfahrungsraum“ vor. Nach Angaben der Grün Berlin GmbH soll man die Fläche vandalismusrobust gestalten und den Unterhalt gering halten. Allerdings fehlt bislang eine gesicherte Finanzierung, weil das zuständige Jugendamt keine Mittel bereitstellen kann und sich noch kein externer Träger gefunden hat.
Gleichzeitig verlaufen durch das Gebiet Abschnitte des Berliner Radverkehrsnetzes. Die Planung berücksichtigt daher die Vorgaben des Mobilitätsgesetzes und des Radverkehrsplans. Eine Führung der geplanten „Radschnellverbindung RSV 4“ über das Gelände prüfte man zwar, verwarf sie jedoch wegen naturschutzrechtlicher Eingriffe. Damit steht fest, dass sich das Nasse Dreieck ab ende des Jahres deutlich verändern wird.
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, DB InfraGO AG, Bezirksamt Pankow von Berlin, GrünBerlin, GB Infravelo, Der Tagesspiegel
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


