Seit der Schließung eines Supermarkts im Lankwitzer Wohngebiet rund um Kamenzer Damm und Wedellstraße fehlt vielen Anwohnern eine wichtige Einkaufsmöglichkeit. Eine aktuelle Senatsantwort auf eine Schriftliche Anfrage gibt nun Einblick in die mögliche Zukunft des Grundstücks.

Die Edeka-Filiale an der Brieger Straße musste Anfang November 2025 schließen, da der Mietvertrag nicht verlängert wurde. Für viele Anwohner hinterließ das Geschäft damit eine spürbare Lücke in der Nahversorgung des Lankwitzer Wohngebiets. / © Foto: depositphotos.com
© Titelbild: Wikimedia Commons, Boonekamp (d.i. Günter Haase), CC BY-SA 4.0
Der Wegfall eines Supermarkts hat im Lankwitzer Wohngebiet rund um den Kamenzer Damm und die Wedellstraße eine Lücke hinterlassen. Seit Anfang November 2025 ist die Filiale des Lebensmittelhändlers Edeka an der Brieger Straße geschlossen, nachdem der Mietvertrag nicht verlängert wurde.
In einer nun veröffentlichten Antwort auf eine Schriftliche Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus äußert sich der Senat zur Situation des Grundstücks und zur möglichen weiteren Entwicklung des Standorts. Dabei geht es nicht nur um die frühere Nutzung als Nahversorgungsstandort, sondern auch um die städtebaulichen Perspektiven des Areals.
Nachverdichtung am Kamenzer Damm: Eigentümer plant Wohnungsbau und Einzelhandel
Nach Angaben des Bezirks plane der Eigentümer des Grundstücks an der Brieger Straße eine Nachverdichtung, sowohl für zusätzlichen Wohnraum als auch für Einzelhandel. Die bisher bekannten Vorstellungen gehen laut Senat jedoch über das hinaus, was planungsrechtlich derzeit zulässig ist.
Konkrete Bauanträge oder abgestimmte Konzepte liegen bislang nicht vor. Grundsätzlich liegt die Entwicklung des Grundstücks zunächst in der Verantwortung des Eigentümers. Sollte ein Bauvorhaben geplant werden, müsste es im regulären Verfahren planungsrechtlich geprüft werden.
Längere Wege im Alltag: Senat bewertet Wiederansiedlung eines Supermarkts als „wünschenswert“
Der ehemalige Supermarkt war lange ein zentraler Anlaufpunkt für den täglichen Einkauf im Quartier. Von einem Wohnstandort aus sollte ein Lebensmittelmarkt mit über 300 Quadratmetern Verkaufsfläche nach stadtplanerischer Vorgabe zu Fuß in 600 bis 800 Metern erreichbar sein. Zwar liegen weitere Discounter rund 500 Meter entfernt, für viele Anwohner verlängern sich die Wege dadurch jedoch deutlich. Der Senat hält eine Wiederansiedlung eines Supermarkts am Standort oder in unmittelbarer Nähe daher für wünschenswert.
Ob in unmittelbarer Nähe, etwa in Gebäuden von Wohnungsunternehmen wie Vonovia, kurzfristig Gewerbeflächen für einen Ersatzmarkt genutzt werden könnten, sei dem Senat derzeit nicht bekannt. Bis also geklärt ist, wie das Grundstück künftig genutzt wird, müssen sich Anwohnende vorerst weiter auf längere Einkaufswege einstellen.
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19 / 25 228, Schriftliche Anfrage; Steglitz Zehlendorf Zeitung, Berliner Morgenpost
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