In Barmbek-Süd entsteht ein neues Quartier, das Wohnen und Arbeiten enger verbinden soll. Der Bezirk Hamburg-Nord hat dafür den Bebauungsplan Barmbek Süd 4 vorgestellt, der klare Regeln für künftige Nutzungen setzt und die Öffentlichkeit einbindet.

Luftbild des Plangebiets an der Humboldtstraße in Barmbek Süd, das der Bezirk Hamburg Nord im Rahmen des „Bebauungsplans Barmbek Süd 4“ neu ordnen und nachverdichten möchte. Die rot markierte Fläche zeigt die bestehenden Gewerbehöfe und Gebäude, die künftig in ein urbanes Gebiet mit Wohnen und Arbeiten überführt werden sollen. / © Foto: FHH | Drochner, Jens-Philipp
© Foto Titelbild: IMAGO / blickwinkel
Im Gebiet zwischen Heinrich-Hertz-Straße und Humboldtstraße prägen bis heute Werkstätten, Büros und einzelne Wohnhäuser das Straßenbild. Der Bezirk möchte diese Mischung behutsam weiterentwickeln und gleichzeitig mehr Ordnung in die kleinteilige Struktur bringen. Daher legte das Bezirksamt Hamburg-Nord nun den „Bebauungsplan Barmbek Süd 4“ vor, der ein urbanes Gebiet mit Wohnen und Arbeiten definiert.
Da der Bezirk die Öffentlichkeit früh einbeziehen möchte, konnten Bürgerinnen und Bürger bis zum 4. Dezember schriftliche Stellungnahmen abgeben. Diese Beteiligung soll die Ziele und Auswirkungen der Planung erklären und Raum für Hinweise der Anwohnenden schaffen.
Ausgangslage im Plangebiet in Barmbek Süd: Bestehende Gewerbehöfe und strukturelle Herausforderungen
Das Plangebiet umfasst überwiegend gewerbliche Flächen südlich der Heinrich-Hertz-Straße und westlich der Humboldtstraße. Dort arbeiten Betriebe aus den Bereichen Elektrotechnik, Installationswesen und Kfz-Technik. Zusätzlich finden sich kleine Büros und ein Tonstudio. Diese Betriebe sollen auch weiterhin dort angesiedelt bleiben.
Die Grundstücke sind häufig sehr dicht bebaut und nur einzeln erschlossen, weshalb ein unruhiges Straßenbild entsteht. Teilweise vorhandener Leerstand und Sanierungsbedarf verstärken diese Situation und zeigen, dass eine Neuordnung sinnvoll erscheint.
Planungsziele für das Quartier an der Humboldtstraße in Hamburg-Nord: Mischung aus Arbeiten und Wohnen
Der Bezirk möchte ein Quartier entwickeln, das mehr gewerblich nutzbare Flächen bietet und dennoch zusätzlichen Wohnraum schafft. Dazu soll das Gebiet als urbanes Gebiet gelten. Dieses Modell erlaubt eine dichte Mischung, die sowohl Handwerksbetrieben als auch Wohnnutzungen Raum gibt.
Weil das bestehende Planungsrecht diese Entwicklung nicht ermöglicht, entsteht der neue Bebauungsplan. Der Bezirk nutzt dieses vereinfachte Verfahren, da die geplanten Nutzungen aus dem Flächennutzungsplan ableitbar sind und kein Umweltbericht notwendig wird.
Städtebauliche Struktur im Gebiet an der Heinrich-Hertz-Straße und Humboldtstraße: Blockränder und klare Nutzungszuweisungen
Die Planung sieht geschlossene Blockränder entlang der beiden Straßen vor. Neue Gebäude sollen sich an den Höhen und Fluchten der Nachbarhäuser orientieren. An der Heinrich-Hertz-Straße rückt die Bebauung leicht nach Südosten, um vier erhaltenswerte Ahornbäume zu schützen.
Im Blockinnenbereich entstehen ergänzende Zeilenbauten, die die Struktur ordnen sollen. Da der Bezirk bestimmte Nutzungen ausschließen möchte, gelten künftig klare Vorgaben. Einzelhandel, Hotels, Vergnügungsstätten und bordellartige Betriebe sollen nicht zugelassen werden. Damit bleibt das Gebiet stärker auf Handwerk und produzierendes Gewerbe ausgerichtet und dennoch offen für Wohnnutzungen in geeigneten Lagen.
Quellen: Freie und Hansestadt Hamburg, Hamburger Abendblatt
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