Nach Jahren des Stillstands erwacht die Berliner Dauerbaustelle „The Wilhelm“ an der Wilhelmstraße im Bezirk Mitte wieder zum Leben. Mit neuem Eigentümer und ehrgeizigem Zeitplan könnte eines der prominentesten Brachflächenprojekte der Hauptstadt endlich Realität werden.

Zwischen Holocaust-Mahnmal und Britischer Botschaft soll endlich gebaut werden: „The Wilhelm“ geht in die nächste Phase. Das Grundstück in Toplage hat nun die Hilpert Gruppe übernommen. / © Visualisierung: Patzschke Planungsgesellschaft mbH
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Eines der am längsten brachliegenden Bauprojekte in der Berliner Innenstadt soll nach mehrjähriger Unterbrechung nun doch noch fortgeführt werden. Die Rede ist vom Wohn- und Gewerbeprojekt „The Wilhelm“, welches an der Wilhelmstraße in Berlin-Mitte, unweit der Britischen Botschaft sowie des Holocaust-Mahnmals, realisiert werden soll.
Die Pläne für eine Bebauung des Filetgrundstücks gehen auf das Ende der 2010er Jahre zurück. Nach Abriss der alten Plattenbauten plante die Adler Group ab 2018 hier die Errichtung des besagten Projektes „The Wilhelm“. Mit etwa 28.000 Quadratmetern Gesamtfläche sollte hier ein Neubau mit doppelgeschossigem Sockel errichtet werden. Entworfen wurde der geplante Bau durch das Architekturbüro Patzschke & Partner.
Berlin-Mitte: Bauprojekt „The Wilhelm“ soll nach mehrjähriger Pause fortgeführt werden
Doch seit spätestens 2021 tat sich auf dem Baugrundstück, auf dem immerhin die Baugrube ausgehoben worden ist, nicht mehr wirklich viel. Tatsächlich hatte die Adler Group schon im September 2022 deutschlandweit Immobilienverkäufe in großem Stil angekündigt, so auch das Transformationsprojekt „Überlin“ (Steglitzer Kreisel) mit Eigentumswohnungen, Läden und einem Hotel.
Der 120 Meter hohe Turm am südlichen Ende der Schloßstraße sollte nach der Nutzung als Büroimmobilie in einen Wohnturm umgebaut werden. Das Projekt stagniert jedoch seit Jahren, verkauft werden konnte es bislang noch nicht. Nach Informationen des Tagesspiegel ist der Adler Group dies aber nun beim Projekt „The Wilhelm“ gelungen, neuer Eigentümer des Grundstücks soll demnach das Finanzunternehmen Hilpert AG sein.
Neuer Bauherr: Adler Group verkauft Projekt „The Wilhelm“ an die Hilbert Gruppe
Eine offizielle Bestätigung der Hilpert AG über den vollzogenen Deal gibt es auch, zudem veröffentlichte die Adler Group eine Pressemitteilung zum Deal: „Die Adler Group S.A. („Adler Group“) hat heute den Verkauf des Entwicklungsprojekts „The Wilhelm“ in Berlin an die Hilpert Gruppe bekanntgegeben. Die Transaktion wurde am 16. September 2025 vollständig abgeschlossen. „Wir freuen uns über den Verkauf des Projekts ‚The Wilhelm‘, das mit seiner absoluten Top-Lage im Herzen Berlins zu den attraktivsten Projekten in unserem Portfolio zählte“, sagt Dr. Karl Reinitzhuber, CEO der Adler Group.“
Welchen Preis die Hilbert AG für das noch zu bebauende Grundstück gezahlt hat, ist indes nicht bekannt. Für die Bebauung des Geländes gibt es jedenfalls ein vom Bezirksamt Mitte vor Jahren festgelegtes, geltendes Planungsrecht und einen detailliert ausgearbeiteten Plan – wenn dieser vom neuen Eigentümer denn auch so umgesetzt wird.
Wohn- und Gewerbeprojekt „The Wilhelm“ soll bis 2028 fertiggestellt werden
Der bisherige Eigentümer, die Adler Group, geht davon aus, dass das Projekt in drei Jahren abgeschlossen wird: „Die Hilpert Gruppe, ein familiengeführtes Unternehmen mit Fokus auf Mietwohnungsbau in Berlin, verfolgt mit der Übernahme konsequent ihre Strategie, hochwertigen Wohnraum in zentralen Lagen der Hauptstadt zu schaffen. Nach mehrfachen Verzögerungen in der Vergangenheit soll das Projekt nun unter der neuen Verantwortung zügig fortgeführt und im Jahr 2028 fertiggestellt werden.“
Ob die Hilpert Gruppe bei dem Projekt weiter auf Eigentumswohnungen setzt oder doch Mietwohnungen im geplanten Neubau unterbringen wird, war bislang noch nicht in Erfahrung zu bringen. Vorgesehen war die Errichtung von Eigentumswohnungen mit Wohnflächen von bis zu 360 Quadratmetern und großzügigen Penthouses mit bis zu 680 Quadratmetern.
Architektonische Aufwertung? Architekturbüro Patzschke plante schon den Neubau des Adlon-Hotels
Das gesamte Projekt umfasst, wie bereits oben erwähnt, insgesamt 28.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Unabhängig davon, ob das Projekt in der bisher geplanten Ausführung oder in abgewandelter Form umgesetzt wird, scheint eines der langwierigsten Bauprojekte in Berlin-Mitte nun endlich weitergeführt zu werden, mit einem kolportieren Abschluss der Bautätigkeiten bis 2028.
Es würde den umliegenden Quartieren sicher guttun, wenn die Dauerbaustelle „The Wilhelm“ sukzessive verschwindet. Für das Architekturbüro Patzschke würde sich gewissermaßen der Kreis schließen, denn nur wenige Meter entfernt wurde im August 1997 Jahre das nach den Plänen des in Berlin ansässigen Architektur- und Planungsbüros neu errichtete Hotel Adlon wiedereröffnet.

Ein Bild aus dem Juni 2020, als auf der Baustelle des Luxuswohnprojekts „The Wilhelm“ noch rege Betriebsamkeit herrschte. Das ist längst vorbei, ein neuer Eigentümer soll das Projekt nun aber fortführen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: PSS Generalplanung GmbH, Patzschke Planungsgesellschaft mbH, Architektur Urbanistik Berlin, Der Tagesspiegel, Hilpert AG
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5 Kommentare
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Ansprechendes Wohngebäude für wohlhabende Menschen…Hoffentlich wird das Objekt so verwirklicht, wie ursprünglich geplant.. Hässliche Asozialbauten mit vom Steuerzahler subventionierten Wohnungen gibt es in Berlin schon genug…
So ansprechend finde ich die Architektur nicht! Gibt es so in Berlin schon wiederholt. Aber das als ansprechende Architektur zu bezeichnen zeigt, wie entwöhnt wir von guter, ansprechender Architektur sind! Aber welche wohlhabenden Menschen sollen hier einziehen? Nach vorne den Ausblick auf die Wilhelmstraße mit den – für DDR-Verhältnisse noch halbwegs gelungenen – Fassade der Ostplatten, nach hinten den Ausblick auf die gräuslichen Bauten der sowjetischen, ähh, pardon, russischen Botschaft, die von der letzten illegalen SED-Regierung illegal den Russen geschenkt wurde!
Schön wäre es, wenn man alle Bauten zwischen Behren-, Mauer und Französischer Straße vollständig platt machen und der Blockbebauungsvorgabe Stimmanns – mit der Blockbebauung hatte der Mann ja Recht, mit der Einhaltung der Traufsteinhöhe des Stadtschlosses dann so gar nicht – folgend völlig neu mit einem schönen großen Innenhof bebaute.
„Mohrenstraße“ sollte in der Karte aktualisiert werden.
gibt’s auch was wichtiges? gähn..
Touché! Gut geantwortet …!