Am Auerbacher Ring in Hellersdorf beginnt der Bau einer Holz-Compartmentschule für 625 Schülerinnen und Schüler. Dem Baustart ging ein Streit um zahlreiche Baumfällungen voraus.

Das Baufeld am Auerbacher Ring in Marzahn-Hellersdorf vor dem Beginn der Bauarbeiten. Auf der bislang unbebauten Fläche entsteht bis zum Schuljahr 2028/2029 eine neue Holz-Compartmentschule. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
Am Auerbacher Ring in Hellersdorf beginnt eines der größeren Schulbauprojekte im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Die neue Integrierte Sekundarschule soll dringend benötigte Plätze schaffen und zugleich den Grundstein für einen neuen Bildungscampus legen. Der Weg bis zum Baustart verlief jedoch keineswegs geräuschlos.
- Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
- Adresse: Auerbacher Ring/Maxie-Wander-Straße, 12619 Berlin
- Baubeginn: Juli 2026
- Geplante Inbetriebnahme: Schuljahr 2028/2029
- Kapazität: 625 Schülerinnen und Schüler
- Kosten: Rund 70 Millionen Euro
Zum symbolischen Spatenstich kamen am 22. Juli 2026 unter anderem Baustaatssekretär Alexander Slotty, Schulbaustaatssekretär Torsten Kühne, Schulstadtrat Stefan Bley und Architekt Andreas Krawczyk. Nach der aktuellen Planung soll die Schule zum Schuljahr 2028/2029 ihren Betrieb aufnehmen.
Die Gesamtkosten beziffert das Land inzwischen auf rund 70 Millionen Euro. Im Gebäude sollen später 625 Schülerinnen und Schüler sowie etwa 60 Lehrkräfte Platz finden. Die bauliche Gliederung umfasst vier Züge für die Sekundarstufe I und drei Züge für die gymnasiale Oberstufe.

Am Auerbacher Ring in Hellersdorf wurde am 22. Juli 2026 der symbolische Spatenstich gesetzt. / © Foto: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
Neue Schule wird Teil des Campus am Auerbacher Ring
Der Neubau bildet einen weiteren Baustein des geplanten Schulcampus zwischen Carola-Neher-Straße, Maxie-Wander-Straße, Klingenthaler Straße und Auerbacher Ring. Auf einer benachbarten Fläche entsteht bereits ein Modularer Ergänzungsbau. Diesen will der Bezirk künftig als Grundschule nutzen.
Ursprünglich sollte auch das alte Schulgebäude an der Carola-Neher-Straße und Maxie-Wander-Straße abgerissen und durch eine neue Grundschule ersetzt werden. Das Gebäude diente jedoch als Unterkunft für Geflüchtete. Deshalb zog der Bezirk den Bau der Sekundarschule am Auerbacher Ring vor. An einem zusätzlichen Grundschulstandort hält Marzahn-Hellersdorf nach eigenen Angaben grundsätzlich fest.

Die Bauarbeiten an der Carola-Neher-Straße in Marzahn-Hellersdorf haben begonnen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Auerbacher Ring: Holzmodule verkürzen die Arbeiten auf der Baustelle
Die neue Schule entsteht als Holz-Compartmentschule. Dabei gruppieren sich mehrere Unterrichtsräume, offene Lernbereiche und Räume für das pädagogische Personal zu kleineren Einheiten. Das Konzept soll verschiedene Unterrichtsformen ermöglichen und die klassische Gliederung langer Schulflure auflösen.
Ein großer Teil des Gebäudes entsteht nicht direkt am Auerbacher Ring, sondern in einer Produktionshalle. Dort werden Fenster, Sanitäranlagen, Haustechnik und Heizkörper bereits in die Raummodule eingebaut. Auf der Baustelle fügt das Bauunternehmen die vorgefertigten Elemente zusammen. Fußböden, Dachdeckung, Fassadenbekleidung und zentrale Leitungen folgen vor Ort. Die Schule erhält außerdem eine Sporthalle und ein wettkampfgerechtes Kleinspielfeld.
Streit um Baumfällungen am Auerbacher Ring prägte die Vorbereitung
Vor dem Baustart hatte das Vorhaben für heftige Diskussionen gesorgt. Für die Baufeldfreimachung sollten nach damaligen Angaben rund 60 Bäume auf der gewachsenen Grünfläche weichen. Das Gelände gehört zum sogenannten Grünen Band zwischen dem Schleipfuhl und dem Hellersdorfer Graben. Anwohnende unterstützten zwar grundsätzlich den Bau der Schule, kritisierten jedoch den Umfang der Eingriffe und die aus ihrer Sicht späte Information.
Eine Initiative schlug vor, 28 Bäume unter anderem entlang der Maxie-Wander-Straße und im Bereich eines geplanten „Chill-Hains“ zu erhalten. Besonders umstritten war, dass für diesen neuen Aufenthaltsbereich alter Baumbestand entfernt und anschließend durch Neupflanzungen ersetzt werden sollte.
Neue Bäume am Auerbacher Ring als Ausgleich
Das Bezirksamt erklärte dagegen, dass bei dem Typen-Schnellbauprogramm kein gesondertes Beteiligungsverfahren zur Gestaltung und Positionierung des Gebäudes vorgesehen sei. 52 neue Bäume sollen später als Ausgleich gepflanzt werden, 42 Nistkästen werden installiert.
Mit dem Spatenstich ist die Planungs- und Konfliktphase nun in die eigentliche Bauphase übergegangen. Zum Schuljahr 2028/2029 soll der neue Standort am Auerbacher Ring erstmals genutzt werden.
Schulbau am Auerbacher Ring
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, Ostdeutsche Zeitung
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