Seit fast zwei Jahrzehnten stehen die ehemaligen KWU-Türme am Offenbacher Kaiserlei leer. Ab Mai 2026 beginnt nun der Rückbau, und bis 2029 soll auf dem Gelände ein neues, gemischt genutztes Stadtquartier entstehen. Die Investitionssumme beträgt über 500 Millionen Euro.

Auf dem Gelände der heutigen KWU-Türme soll bis 2029 ein gemischt genutztes Quartier mit rund 1.200 Wohnungen, Büroflächen sowie ergänzender Infrastruktur wie Kita, Supermarkt und Hotel entstehen. / © Foto: ABG und AS+P
© Titelbild: ABG, Jochen Müller
Wer aus Frankfurt kommend in Richtung Offenbach fährt, kennt den Anblick: Zwei verwitterte Hochhaustürme ragen ungenutzt am Kaiserlei-Kreisverkehr in den Himmel. Nach fast zwei Jahrzehnten ohne Nutzung steht das Areal der ehemaligen KWU-Türme am Offenbacher Kaiserlei vor einer grundlegenden Veränderung. Die Gebäude prägen den Standort, zugleich blockieren sie jedoch eine neue Entwicklung an einem zentralen Eingang zur Stadt. Nun soll der Rückbau den Weg für ein neues Quartier freimachen.
Bereits im November 2025 hat die ABG Frankfurt Holding das Grundstück von der Adler Group übernommen. Damit wurden die planerischen Voraussetzungen geschaffen, um den Abriss der Bestandsgebäude vorzubereiten und anschließend ein gemischt genutztes Quartier zu realisieren.
Rückbau der Hochhäuser am Kaiserlei: Zeitplan, Verfahren und erste vorbereitende Maßnahmen
Ende März 2026 wurde die Anzeige der Abbrucharbeiten bei der Stadt Offenbach eingereicht. Nach Ablauf der gesetzlichen Frist sollen die Arbeiten Mitte Mai beginnen, während sichtbare Rückbaumaßnahmen ab Ende Mai vorgesehen sind. Bis zum Jahresende will die ABG die Hochhäuser vollständig zurückbauen.
Für die Umsetzung hat die ABG die Becker Sanierungstechnik GmbH beauftragt. Das Unternehmen setzt auf ein abschnittsweises Verfahren, bei dem die Gebäude zunächst geschossweise zurückgebaut werden. Bauteile werden segmentiert, per Kran abtransportiert und am Boden weiterverarbeitet. Erst bei geringerer Höhe folgt der maschinelle Abbruch. Auf diese Weise soll die Belastung für die Umgebung durch Lärm und Staub möglichst gering bleiben, während gleichzeitig ein effizienter Bauablauf gewährleistet wird.
Neues Kaiserviertel in Offenbach: Geplante Nutzungen zwischen Wohnen, Arbeiten und sozialer Infrastruktur
Auf dem Areal plant die ABG bis 2029 ein neues Quartier mit rund 1.200 Mietwohnungen. Ein Teil davon entfällt auf geförderten Wohnraum sowie ein Studierendenwohnheim mit über 350 Plätzen. Ergänzend entstehen Büroflächen mit einem Umfang von mehr als 4.000 Quadratmetern.
Darüber hinaus sind weitere Nutzungen vorgesehen, die das Quartier funktional ergänzen. Geplant sind unter anderem ein Supermarkt, eine Kindertagesstätte, ein Hotel sowie ein Parkhaus. Architektonisch sieht das Konzept mehrere achtgeschossige Wohngebäude sowie drei Hochpunkte mit bis zu 19 Geschossen vor. Begrünte Innenhöfe sollen zusätzlich zur Aufenthaltsqualität beitragen.
Städtebauliche Bedeutung für Offenbach und die Region: Aufwertung eines lange brachliegenden Standorts
Mit dem Projekt verfolgt die ABG das Ziel, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und zugleich neue Impulse für die Entwicklung am Kaiserlei zu setzen. Die Kombination aus unterschiedlichen Nutzungen soll ein lebendiges Quartier ermöglichen, das Wohnen, Arbeiten und Versorgung miteinander verbindet.
Auch aus Sicht der Stadt Offenbach markiert der Beginn des Rückbaus einen wichtigen Schritt. Nach Jahren des Stillstands werde nun die Grundlage für ein neues Stadtquartier gelegt, das den Standort am Kaiserlei stärken könne. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, ob der ambitionierte Zeitplan eingehalten wird und wie sich das neue Quartier langfristig in die bestehende Struktur der Region einfügt.
Quellen: ABG FRANKFURT HOLDING, STADT FRANKFURT AM MAIN, Hessischer Rundfunk
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