Seit mehr als einem Jahrzehnt steht die ehemalige Jugenddisco Pop Inn in der Ahornstraße in Steglitz leer. Eine dauerhafte Nutzung ist weiterhin nicht beschlossen. Kurzfristig soll das Gebäude jedoch für ein Kulturprojekt zugänglich gemacht werden.

Das ehemalige Pop Inn in Steglitz war über Jahrzehnte ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche und Teil der Berliner Jugendkultur. / © Foto: depositphotos.com (Symbolbild)
© Titelbild: Wikimedia Commons, Hochladener, gemeinfrei
Das ehemalige Pop Inn in der Ahornstraße 15 in Steglitz war über Jahrzehnte ein Treffpunkt für Jugendliche und ein fester Bestandteil der West-Berliner Jugendkultur. Seit der Schließung im Jahr 2013 steht das Gebäude jedoch weitgehend ungenutzt. Eine aktuelle Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage der Grünen-Abgeordneten Tonka Wojahn (Grüne) zeigt nun: Die Zukunft der landeseigenen Immobilie ist weiterhin nicht abschließend geklärt.
Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sieht für das Gebäude inzwischen keinen eigenen Fachbedarf mehr und plant deshalb, die Liegenschaft in das sogenannte Clusterungsverfahren des Landes Berlin einzubringen. Dabei wird geprüft, welcher öffentliche Bedarf für eine Immobilie besteht und welche Verwaltung künftig zuständig sein könnte. Parallel untersucht das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, ob eine Übernahme in das bezirkliche Fachvermögen möglich ist.
Zwischennutzung für Kulturprojekt „Für immer Pop Inn“ ermöglicht
Eine vollständige Öffnung des Gebäudes war bislang nicht möglich. Bereits Anfang 2025 hatte der Senat darauf verwiesen, dass umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen notwendig seien. Zudem sei eine Zwischennutzung wegen des damaligen Gebäudezustands ausgeschlossen gewesen. Nach Angaben der aktuellen Antwort hat sich diese Einschätzung zumindest teilweise verändert.
Auslöser ist das Tanz- und Performanceprojekt „Für immer Pop Inn“, das sich mit der Geschichte des ehemaligen Jugendclubs beschäftigt. Im Juni 2025 hatte das Bezirksamt angefragt, ob eine Aufführung in den ursprünglichen Räumen möglich sei. Diese Anfrage wurde zunächst wegen baulicher Mängel und einer Belastung durch Schwarzschimmel abgelehnt.
Seit Juli 2026 liegt nun ein befristeter Nutzungsvertrag zwischen dem Land und dem Bezirksamt vor. Bis Ende Dezember 2026 können die Räume genutzt werden. Eine darüber hinausgehende Nutzungsperspektive ergibt sich daraus jedoch nicht.
Machbarkeitsstudie sieht Jugendkulturhaus als mögliche Perspektive
Für die langfristige Entwicklung des Standorts wurde im Jahr 2025 eine Machbarkeitsstudie erstellt. Untersucht wurden dabei verschiedene Möglichkeiten für kulturelle und soziale Infrastruktur. Als eine Option wurde eine Mischnutzung aus Jugendkulturhaus und Jugendwohnen entwickelt.
Konkrete Entscheidungen über eine solche Nutzung gibt es bislang nicht. Auch bauliche Maßnahmen für eine dauerhafte Wiederinbetriebnahme wurden nach Angaben des Senats nicht beauftragt. Die Kosten für die reine Leerstandsbewirtschaftung beliefen sich im Jahr 2025 auf rund 2.500 Euro.
Damit bleibt offen, ob aus dem früheren Jugendtreff langfristig wieder ein öffentlicher Ort für Jugendliche und Kultur entstehen kann – oder ob das Gebäude nach der temporären Öffnung für das Projekt „Für immer Pop Inn“ erneut leer steht.
ehem. Pop Inn
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19 / 26 674, Schriftliche Anfrage, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


