Das historische Eierhäuschen im Berliner Spreepark steht erneut vor einem Wendepunkt: Nachdem das bisherige Gastronomiekonzept aufgegeben wurde, läuft eine neue Ausschreibung für Betreiberinnen und Betreiber. Parallel konkretisiert die Verwaltung Verkehrs- und Nutzungskonzepte für den künftigen Parkbetrieb.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert prägt das Eierhäuschen den Plänterwald als beliebtes Ausflugslokal und Treffpunkt am Wasser. Nun soll es mit einem neuen Nutzungskonzept wiederbelebt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Das denkmalgeschützte Eierhäuschen im Spreepark im Berliner Plänterwald, einst Ausflugslokal, hat in den vergangenen Monaten gleich mehrere Entwicklungsphasen durchlaufen, die die Erwartungen an einen neuen Stadtteilpunkt auf die Probe stellen.
Nach dem Aus für das bislang betriebene Restaurant zieht sich die Perspektive weiter in die Zukunft; während sich das Gesamtprojekt Spreepark, dessen Eröffnung inzwischen für 2027 avisiert ist, Schritt für Schritt dem Ziel nähert.
Eierhäuschen im Spreepark: Schließung und neue Ausschreibung
Ende 2025 beendete die Betreiberin nach nicht einmal zwei Jahren den Betrieb des Restaurants und Biergartens im Eierhäuschen; Gründe waren unter anderem geringe Besucherzahlen unter der Woche, hohe laufende Kosten und die Verzögerung der Gesamteröffnung des Spreeparks.
Die landeseigene Grün Berlin GmbH hat darauf reagiert und eine neue gastronomische Nutzung des historischen Gebäudes ausgeschrieben. Bis Mitte März 2026 können Interessierte Konzepte einreichen, die nicht nur ein Restaurant, sondern ein niedrigschwellig zugängliches gastronomisches Angebot für künftige Besucherinnen und Besucher des Spreeparks umfassen sollen.
Neue Ausschreibung läuft – Interimsbetrieb für Biergarten ab April 2026 vorgesehen
Laut aktueller parlamentarischer Antwort der Senatsverwaltung läuft die neue Ausschreibung offiziell auf der Vergabeplattform. Es ist vorgesehen, den Gastronomievertrag über mindestens fünf Jahre zu vergeben, wobei Konzepte zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit, nachhaltiger Regionalität und Erfahrung im Gastgewerbe bewertet werden sollen.
Ein Interimsbetrieb des Biergartens ist ab April 2026 vorgesehen, begleitet von zeitlich begrenzten gastronomischen Angeboten wie Cafébetrieb im Winter. Ziel bleibt, mit der vollständigen Eröffnung des Spreeparks im Frühjahr 2027 ein dauerhaftes Restaurant- und Biergartenangebot anzubieten.
Verkehr und Nutzungskonzept: Schiffs-Shuttleverkehr ab 2027, Parkraum stark begrenzt
Zeitgleich mit der neuen Betreibersuche hat der Senat detaillierte Antworten zum Verkehrskonzept vorgelegt. Der künftige Spreepark soll weitgehend autofrei erschlossen werden, mit starker Priorität für ÖPNV, Rad- und Fußverkehr sowie einer wasserseitigen Anbindung per Schiffsanleger direkt am Eierhäuschen – der bereits fertiggestellt ist.
Ab der Eröffnung 2027 ist ein regelmäßiger Shuttle-Betrieb zwischen dem S‑Bahn-Hafen am Treptower Park und dem Spreepark geplant. Für den motorisierten Verkehr wird der Parkraum hingegen stark begrenzt, um das Landschaftsschutzgebiet zu schonen und die Wohnqualität zu erhalten. Die vorhandenen öffentlichen Parkplätze sollen laut Senat vorrangig den Anwohnenden zugutekommen
Spreepark eröffnet 2027: Eierhäuschen als Gastronomiestandort und Residenzhaus mit untergeordneten Ausstellungsbereichen
Das Eierhäuschen selbst bleibt Teil eines umfassenderen Entwicklungskonzepts: Nach der Sanierung des Bauwerks und der Eröffnung des „Spreepark Art Space“ mit Ausstellung und Residenzen soll es künftig stärker als zentrale Anlaufstelle im neuen Kunst-, Natur- und Kulturpark fungieren.
Wie sich die Ausschreibung und die angestrebte verkehrliche Erschließung auf Besucherzahlen und Angebote auswirken, wird sich in den kommenden Monaten zeigen – spätestens mit der Komplettöffnung des Spreeparks im Jahr 2027.
Eierhäuschen
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin Drucksache 19 / 24 974, Grün Berlin GmbH, Landesdenkmalamt Berlin, Spreepark Berlin
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
3 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.



Die Stadt hat mit der üblichen Verzögerung das Business der Pächterin gekillt, die mit der ursprünglichen Eröffnung geplant hatte.
Dann haben sie ihr nicht mal eine Mietminderung zugestanden. Projekte mit der für Berlin üblichen glazialen Geschwindigkeit.
Wiki:
Mitte 2018 fanden mehrfache Bürgerversammlungen statt, um die Planung zu präzisieren und die Öffentlichkeit mit einzubeziehen. Die Anlage soll allerdings kein reiner Freizeitpark mehr werden.
Seit 2020: Aktivitäten für die Neueröffnung
Zur Vorbereitung der kompletten Umgestaltung wurden und werden mehrfache Schadstoffuntersuchungen und Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgenommen. Im Herbst 2020 begannen erste praktische Arbeiten: das sanierungsbedürftige Riesenrad wurde schrittweise abgebaut[28] und in eine Fachfirma in Polen zur Restaurierung gebracht; defekte Teile wurden neu angefertigt. Das wiederaufgebaute Riesenrad sollte nach Plänen von schlaich bergermann und realities:united mit einem neuen Tragwerk teilweise über die angrenzende Wasserfläche ragen. Die Kosten für das Riesenrad und den Neubau des Wasserbeckens wurden 2022 auf 6,4 Millionen Euro geschätzt, die Inbetriebnahme war für Ostern 2025 geplant.[29] Die Zeitplanung konnte aber nicht eingehalten werden, im Oktober 2025 wurde es wieder aufgebaut.[30]
Die Stadt hatte der glücklosen Betreiberin bereits mehrfach die Pacht gemindert. Wie Gastronomie funktioniert kann man 1000 Meter weiter bei ZENNER sehen.
Das Scheitern des bisherigen Gastronomie-Konzeptes war abzusehen. Es bestand nach meinem Eindruck vor allem darin, stinknorme Speisen für erstaunliche Preise anzubieten und die seit Coronatagen überaus beliebte Unsitte des Plazierens der Gäste durchzusetzen.
War uncool und passte nicht zum Treptowe Park / Plänterwald.