Am Sonntagabend lösten sich in rund 30 Metern Höhe mehrere Fassadenteile vom Steglitzer Bierpinsel. Der Vorfall wirft erneut die Frage auf, wann die seit Jahren angekündigte Sanierung des denkmalgeschützten Wahrzeichens endlich beginnt. Ein entsprechendes Nutzungskonzept liegt seit Jahren vor.

Visualisierung vom Bierpinsel

Die Modernisierung des „Bierpinsels“ in der Steglitzer Schloßstraße ist durch die Denkmalschutzauflagen anspruchsvoll. Der neue Eigentümer betont, das Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf umsetzen zu wollen und plant eine Begrünung des Gebäudes. Bislang jedoch hat der Umbau nicht begonnen. / © Visualisierung: Lindner Planungsbüro

© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierung: Lindner Planungsbüro

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Der Bierpinsel gehört zu den markantesten Bauwerken im Berliner Südwesten. Doch der langjährige Leerstand und der Zustand des denkmalgeschützten Turms werfen zunehmend Fragen auf. Am Sonntagabend lösten sich laut Medienberichten mehrere Fassadenteile in rund 30 Metern Höhe und stürzten auf den Bereich unterhalb des Gebäudes.

  • Am Sonntagabend stürzten Fassadenteile aus rund 30 Metern Höhe herab.
  • Die Feuerwehr entfernte weitere lose Teile und sperrte das Umfeld zeitweise.
  • Geplant sind Büros, Forschungsflächen, Gastronomie und eine Dachterrasse.
  • Nach Jahren ohne Baustart wächst der Druck, die Sanierung endlich umzusetzen.

Eine Person, die sich in der Nähe befand, wurde laut einem Bericht der Berliner Morgenpost vorsorglich vom Rettungsdienst untersucht, musste jedoch nicht weiter behandelt werden. Die Berliner Feuerwehr rückte mit Höhenrettern an, die sich vom Dach abseilten und weitere lose Bauteile entfernten. Die Joachim-Tiburtius-Brücke, Teile der Schloß- und Schildhornstraße sowie ein Zugang zum U-Bahnhof Schloßstraße wurden zeitweise gesperrt.

Bierpinsel in Steglitz: Vorfall macht Sanierungsbedarf sichtbar

Warum sich die Bauteile lösten, ist bislang nicht abschließend geklärt. Der Vorfall macht jedoch deutlich, wie dringend eine umfassende Sicherung und Modernisierung des seit vielen Jahren weitgehend ungenutzten Gebäudes geworden ist. Nun muss geprüft werden, ob weitere Fassadenbereiche betroffen sind und welche kurzfristigen Maßnahmen notwendig werden.

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Der rund 47 Meter hohe Bierpinsel wurde zwischen 1972 und 1976 nach Plänen von Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte errichtet. Das Architektenpaar entwarf auch das Internationale Congress Centrum Berlin. Seit 2017 steht das futuristische Bauwerk an der Schloßstraße unter Denkmalschutz.

Schloßstraße: Büros, Gastronomie und Forschungsflächen waren geplant

Seit 2021 gehört der Bierpinsel zum Immobilienunternehmen ImmoMa. Geschäftsführer Götz Fluck hatte unlängst angekündigt, den Turm zu sanieren und mit einer neuen Nutzung zu versehen. Vorgesehen waren Büroflächen in den unteren Etagen, Räume für Forschungsprojekte in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin sowie eine gastronomische Nutzung mit Dachterrasse im oberen Bereich.

Die Umsetzung gilt allerdings als kompliziert. Brandschutz, Denkmalschutz und der bestehende Pachtvertrag stellen hohe Anforderungen an die Planung. Während der Denkmalschutz eine Rückkehr zur historischen roten Fassadengestaltung vorsieht, wurde zwischenzeitlich auch eine Begrünung des Gebäudes diskutiert. Ein zusätzliches Treppenhaus und damit weitergehende Nutzungen sollen aus baulichen Gründen kaum realisierbar sein.

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Wann beginnt die Modernisierung des Berliner Wahrzeichens?

Bislang ist daher weiterhin nicht erkennbar, wann die umfassende Sanierung tatsächlich beginnen soll. Wiederholt wurden Konzepte und mögliche Nutzungen vorgestellt, ein sichtbarer Baustart blieb jedoch aus.

Nach dem jüngsten Vorfall stellt sich diese Frage mit neuer Dringlichkeit. Eigentümer und Bezirk sollten nun transparent darlegen, wie der Bierpinsel kurzfristig gesichert wird; und wann aus den seit Jahren angekündigten Modernisierungsplänen endlich ein konkretes Bauprojekt wird.

Bierpinsel in Steglitz

Der Bierpinsel soll modernisiert und wieder öffentlich zugänglich werden, doch ein konkreter Baustart ist weiterhin nicht erkennbar. Nach dem jüngsten Fassadenschaden wird der Handlungsbedarf in Steglitz immer deutlicher. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Quellen: Stadtrandnrachrichten, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, ImmoMa Gesellschaft für ImmobilienMarketing mbH, Landesdenkmalamt Berlin, Wikipedia

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2 Kommentare

  1. Peter Eingartner 22. September 2026 at 23:03 - Reply

    Warum soll das eigentlich nicht funktionieren: den Bierpinsel perfekt sanieren, mit roter Fassade, ohne blöder Begrünung, und mit zwei bis drei gastronomischen Betrieben mit grandioser Aussicht? Ich bin ziemlich sicher, dass das läuft. Man darf nur nicht den Fehler machen, das Ding irgendwie pseudomodern auf aktuell zu trimmen. Der Schlüssel zum Erfolg ist: perfekt machen, denkmalgerecht, hochwertig, sauber und sicher – und gnadenlos original, wenigstens von außen. Und innen einfühlsam und passend zum Seventy-Style neu und stylisch ausbauen. Man stelle sich nur ganz kurz vor, wie man in NYC, in London, in Madrid oder auch in Zürich mit dem Teil umginge! Eben. Nämlich genau wie beschrieben. Und es würde super laufen, ein absolutes Highlight, da bin ich mir sicher: Irgendwann wird das auch hier jemand entdecken – und dann wird das der Hit, der neue alte Bierpinsel!

  2. Nickerchen 24. September 2026 at 11:47 - Reply

    Wenn Bauaufsicht (wegen Brandschutz) und Denkmalbehörde sich in ihren Forderungen grundsätzlich diametral gegenüberstehen, wird JEDES Vorhaben an alten Gebäuden scheitern. Die deutsche Bürokratie steht sich selbst im Weg. Das betrifft nicht nur der Bierpinsel selbst, sondern auch den U-Bahnhof darunter – und Hunderte weitererer Gebäude

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