Lange hat sich sein Einsatz verzögert, nun gibt es ein konkretes Datum: Ab Februar 2026 soll der neue „Urbanliner“ auf der Strecke der M4 fahren. Damit reagiert die BVG auf steigende Fahrgastzahlen und überfüllte Strecken.
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Falk2, CC BY-SA 4.0
Schon im Sommer 2024 standen die Türen der neuen BVG-Straßenbahn „Urbanliner“ zum ersten Mal offen – nur nicht für Fahrgäste. Damals stellte die BVG ihre neue XXL-Tram mit einer Länge von circa 50 Metern und Platz für bis zu 312 Fahrgäste vor. Ursprünglich war ihr Einsatz bereits Anfang 2025 auf der stark frequentierten Strecke der M4 vorgesehen. Doch daraus wurde nichts.
Nun zeichnet sich nach fast einem Jahr Verzögerung ein konkreter Starttermin ab. Wie der Tagesspiegel berichtete, könnte der „Urbanliner“ ab Februar 2026 auf den Gleisen Berlins rollen.
Zulassung des „Urbanliners“ soll spätestens im Januar 2026 erfolgen
Die BVG hatte bereits im Dezember 2020 beim Hersteller Alstom 20 Straßenbahnen des neuen Typs bestellt. Die erste Tram wurde erst im Juli 2024 ausgeliefert. Seitdem kam sie allerdings nie im Personenverkehr zum Einsatz. Der Grund: Trotz abgeschlossener Produktion und intensiver Tests fehlt dem „Urbanliner“ noch immer die offizielle Betriebsgenehmigung.
BVG und Verkehrsverwaltung hoffen, dass diese noch im Dezember 2025 oder spätestens in den ersten Januartagen 2026 erteilt wird. Erst dann könne auch der genaue Fahrgastbetrieb festgelegt werden.
„Urbanliner“ ist schwerer als andere Trams: Prüfung der Statik steht noch aus
Normalerweise wäre eine technische Genehmigung reine Formsache. Doch beim „Urbanliner“ wurde das Gewicht des Fahrzeugs zum Hindernis. Mit seinem Leergewicht von über 60 Tonnen und bis zu 100 Tonnen im Fahrgastbetrieb ist die Straßenbahn erheblich schwerer als bisherige Trams in Berlin, die vollbesetzt nur bis zu 70 Tonnen Gewicht aufs Gleis bringen. Das führte nun zur intensiven Prüfung der Statik auf diversen Streckenabschnitten.
Wie der Tagesspiegel berichtete, stehen etwa Brücken wie in Hohenschönhausen derzeit in der Diskussion. Dort müssten Gutachten und Nachweise zeigen, dass auch schwerere Züge sie gefahrlos queren können.
Neuer Tram-Typ soll für Entlastung auf der Strecke M4 sorgen
Wenn mit der Zulassung alles wie aktuell geplant verläuft, steht dem Start des „Urbanliners“ im Februar 2026 nichts mehr im Wege. Dann sollte die XXL-Tram regelmäßig im Berliner Straßenraum zu sehen sein. Zunächst soll sie die Linie M4 entlasten, die täglich 100.000 Fahrgäste befördert. Aktuell verkehren dort ältere GT6-Wagen in Doppeltraktion. Diese sollen mit dem Einsatz des „Urbanliners“ sukzessive ausgemustert werden.
Nachdem der Betrieb auf der Strecke der M4 aufgenommen wurde, sollen auch andere Tram-Strecken mit den neuen Bahnen bestückt werden. Die BVG plant, die „Urbanliner“ schrittweise auch auf die Linien M5 und M6 auszuweiten.
Zusätzlich soll in Weißensee künftig an einem neuen Betriebshof gearbeitet werden. Mit dem Neubau möchte die BVG die Anforderungen der neuen Fahrzeuggeneration erfüllen und die betriebliche Organisation effizienter gestalten.
Quellen: Tagesspiegel, Berliner Morgenpost, BVG, rbb
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5 Kommentare
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Die Zulassung wird ja nicht nicht gegeben, weil alles tiptop ist…
und ach ja, Weißensee…
Sie hatten ja kein Jahrzehnt genannt *duck und weg*
Der Urbanliner ist – anders als der Artikel suggeriert – mitnichten schwerer als bisherige Straßenbahnen. Die GTN6 in Doppeltraktion fährt seit Jahrzehnten in Berlin über Brücken, vor allem auf der M4. Diese zusammengeschlossene Straßenbahn hat ein Leergewicht von über 65 Tonnen (2x 34 Tonnen), also mehr als der „Urbanliner“, der diese Doppeltraktion ersetzen soll.
Was genau die Zuslassung bisher erschwert, ist unbekannt. Es kann am Gewicht liegen, aber dann vermutlich eher, weil Passagiere heute bei der Zulassung schwerer „gewichtet“ werden als vor 30 Jahren. Letztlich sind die genauen Hintergründe jedoch unbekannt.
Dass erst bestellt wird und dann die Brücke geprüft werden, ist skurril.
Die anhaltende Verzögerung bei der Zulassung der neuen Tram für Berlin sorgt verständlicherweise für zunehmenden Frust. Seit Jahren wird versprochen, dass moderne Fahrzeuge den Fuhrpark der BVG entlasten und die bestehenden Bahnen ersetzen sollen, die längst an ihrer Belastungsgrenze fahren da sie veralten in den Jahren. Doch während andere europäische Städte vergleichbare Modelle längst im Einsatz haben, steckt Berlin wieder einmal in einem bürokratischen und organisatorischen Knoten fest. die Zulassung sollte eigentlich schon im Jahr 2024 passieren das die ´neue Tram ab 2025 im Januar fahren kann, aber daraus wurde auch nichts da sie die strecken nicht vorher geprüft haben was sinnlos ist er testen dann bestellen und dann reibungslos fahren aber das ist bis heute nicht passiert, was traurig für Berlin ist.
Ein zentrales Problem scheint die Abstimmung zwischen Hersteller, BVG, Zulassungsbehörden und technischen Prüfstellen zu sein. Anstatt dass alle Beteiligten gemeinsam Lösungen entwickeln, entsteht der Eindruck eines Ping-Pong-Spiels aus Zuständigkeiten, Sicherheitsgutachten und nachträglichen Anpassungen. Gerade bei einem Großprojekt, das seit Jahren geplant wird und auf das die Stadt dringend angewiesen ist, wirkt das alles wenig professionell.
Für die Fahrgäste ist diese Verzögerung mehr als nur eine technische Randnotiz. Die alten GT6N- und Flexity-Bahnen sind oft überfüllt, viele Linien platzen zu Stoßzeiten aus allen Nähten, und die Ausfälle häufen sich. Neue Fahrzeuge würden nicht nur Kapazitäten erhöhen, sondern auch Barrierefreiheit, Komfort und Effizienz verbessern. Dass diese Entlastung nun weiter auf sich warten lässt, sorgt bei vielen Berlinerinnen und Berlinern für Ärger – besonders weil regelmäßig Erfolgsmeldungen angekündigt wurden, die sich dann doch wieder verschieben.
Natürlich müssen Sicherheitsprüfungen gründlich sein, und niemand will, dass unausgereifte Fahrzeuge im Stadtverkehr landen. Aber die Frage, die viele stellen: Warum schafft es Berlin nicht, solche Prozesse planbar und transparent zu gestalten? Warum tauchen Probleme erst am Ende auf, obwohl Testfahrten und Abnahmen seit Monaten laufen? Der Eindruck entsteht, dass hier wieder einmal eine Mischung aus Bürokratie, mangelnder Koordination und Berlins genereller Projektträgheit zusammenkommt.
Am Ende bleibt die Hoffnung, dass die Zulassung bald erfolgt und die neuen Bahnen endlich auf die Schienen kommen. Doch Vertrauen entsteht so nicht – und viele fragen sich schon, ob Berlin auch bei zukünftigen Verkehrsvorhaben in ähnlicher Weise ins Stolpern geraten wird. Die Mobilitätswende lässt jedenfalls weiter auf sich warten. Das für die Stadt Berlin engst traurig ist. Mann sieht die neue Tram Rumfahren, aber nie mit Fahrgästen und das ist traurig