Seit dem Brand im September 2023 ist das Kombibad Mariendorf geschlossen. Nun liegen neue Informationen zum Stand der Planung, zur Finanzierung und zu möglichen Risiken vor. Der Senat strebt eine Fertigstellung bis Ende 2029 an, doch zentrale Prüfungen stehen noch aus.

Schwimmbecken mit Leiter

Das Kombibad Mariendorf ist seit Jahren geschlossen und stark sanierungsbedürftig. Inzwischen liegt jedoch ein konkretes Sanierungskonzept vor, für das der Senat Kosten in Höhe von rund 43,8 Millionen Euro kalkuliert. / © Foto: depositphotos.com

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© Titelbild: Wikimedia Commons, Dirk Ingo Franke, CC BY 3.0

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Seit einem Brand im September 2023 ist das Kombibad Mariendorf geschlossen. Die Berliner Bäder-Betriebe bereiten derzeit die umfassende Sanierung vor. Nach Angaben des Senats wurden im Mai 2025 die HOAI-Leistungsphasen 4 und 5 beauftragt. Damit befinden sich die Planungen in der Genehmigungs- und Ausführungsphase.

Das Bad gilt als dringend sanierungsbedürftig. Es verfügt über ein 50-Meter-Hallenbecken, einen Nichtschwimmerbereich, ein Sprungbecken sowie einen angeschlossenen Freibad-Bereich. Hinzu kommen eine Sauna und ein Restaurant. Während der Sommermonate bleibt die Schwimmhalle üblicherweise geschlossen.

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Sanierung Kombibad Mariendorf: 43,8 Millionen Euro Kosten und offene Fördermittel

Für Planung und Umsetzung kalkuliert der Senat derzeit mit Gesamtkosten von rund 43,8 Millionen Euro. Finanziert werden soll das Projekt aus Mitteln des Landes Berlin sowie aus Bundesförderprogrammen. Bestätigt sind bislang rund 32 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA). Weitere 5,6 Millionen Euro aus dem Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE 2) sind beantragt, aber noch nicht zugesagt.

Zusätzlich sind etwa sechs Millionen Euro aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen vorgesehen. Diese Mittel hängen jedoch von der noch ausstehenden Prüfung der Bauplanungsunterlage durch die zuständige Bundesbehörde ab. Sollte ein Teil der Fördermittel entfallen, prüft das Land alternative Deckungsmöglichkeiten, etwa über Anpassungen im Klimapakt oder zusätzliche SIWA-Mittel.

Kombibad Mariendorf: Baubeginn weiter offen, Fertigstellung frühestens 2029

Ein konkreter Baubeginn steht noch nicht fest. Der Start hängt maßgeblich von der Bundesprüfung ab. Sollte diese bis Ende des ersten Quartals 2026 abgeschlossen sein, strebt der Senat eine bauliche Fertigstellung im vierten Quartal 2029 an. Die Wiedereröffnung könnte dann spätestens Anfang 2030 erfolgen.

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Als Risiken nennt der Senat mögliche Baukostensteigerungen, Verzögerungen bei Vergaben sowie zusätzliche Maßnahmen im Bestand, die sich erst während der Bauarbeiten zeigen könnten. Auch Unterbrechungen in der Marktverfügbarkeit von Planungs- und Bauleistungen gelten als typische Unsicherheiten.

Kombibad Mariendorf: Entlastung der Wasserflächen und energetische Sanierung

Die Wasserflächen im Süden Berlins gelten derzeit als unterdurchschnittlich. Schulen und Vereine nutzen ersatzweise Kapazitäten im Kombibad Gropiusstadt und im Stadtbad Lankwitz. Das führt dort zu einer hohen Auslastung und längeren Anfahrtswegen. Mit der Wiedereröffnung soll sich die Versorgungssituation deutlich entspannen.

Im Zuge der Sanierung sollen alle aktuellen energetischen Vorgaben eingehalten werden, darunter die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes sowie einschlägige DIN-Normen. Ein Energieeffizienz-Experte begleitet die Planung, um Einsparpotenziale zu identifizieren und einen langfristig wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen. Barrierefreiheit ist nach Angaben des Senats integraler Bestandteil der Planungsaufträge.

Quellen: Berliner-Bäder-Betriebe, Abgeordnetenhaus Berlin, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg

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