Nach dem Brand im Herbst 2024 soll das Umweltbildungszentrum im Britzer Garten neu entstehen. Der Wiederaufbau orientiert sich am ursprünglichen Entwurf, wird jedoch um technische, energetische und barrierefreie Verbesserungen ergänzt.

Mit seinen Themengärten, Spielplätzen und Veranstaltungsflächen gehört der Britzer Garten zu den wichtigsten Naherholungsgebieten der Hauptstadt. / © Foto: depositphotos.com
© Titelbild: Dominik Butzmann
Fast zwei Jahre nach dem Brand des Umweltbildungszentrums im Britzer Garten stehen die nächsten Schritte für den Wiederaufbau fest. Das im Oktober 2024 zerstörte Gebäude soll in seiner ursprünglichen Gestalt zurückkehren, zugleich aber an aktuelle Anforderungen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Energieeffizienz angepasst werden. Nach derzeitiger Planung beginnen die Bauarbeiten im ersten Halbjahr 2027, die Fertigstellung ist für 2028 vorgesehen.
Das Umweltbildungszentrum zählt zu den zentralen Lern- und Begegnungsorten im Britzer Garten. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2017 diente es Schulklassen, Familien und Besuchergruppen als Anlaufstelle für Umweltbildungsangebote. Nach dem Brand wurden die Programme in den Karl-Foerster-Pavillon verlegt, wo sie bis zur Rückkehr in das neue Gebäude fortgeführt werden.
Wiederaufbau im Britzer Garten: Bewährte Architektur mit technischen Verbesserungen
Für den Wiederaufbau setzt Grün Berlin erneut auf das Planungsteam, das bereits den ursprünglichen Bau entworfen hatte. Dadurch soll das Projekt mit hoher Planungssicherheit umgesetzt werden. Gleichzeitig fließen Erfahrungen aus dem Betrieb des bisherigen Gebäudes in die neue Planung ein.
Geplant ist unter anderem ein natürliches Lüftungskonzept anstelle einer mechanischen Lüftungsanlage. Ergänzt werden eine Sonnenschutzverglasung, ein innenliegender Blendschutz sowie eine Photovoltaikanlage. Auch der barrierefreie Zugang wird weiter verbessert und die Raumaufteilung an die heutigen Anforderungen der Nutzer angepasst. Die Kosten für den Neubau werden mit rund 2,4 Millionen Euro netto angegeben.
Nachhaltiger Pavillon fügt sich erneut in den Park ein
Architektonisch bleibt das Umweltbildungszentrum seinem bisherigen Erscheinungsbild treu. Der rund 400 Quadratmeter große Pavillon soll sich erneut behutsam in den Baumbestand des Britzer Gartens einfügen. Charakteristisch bleibt die markante Hülle aus schräg angeordneten Holzstäben, die dem Gebäude eine leichte, transparente Wirkung verleiht und zugleich den Bezug zur umgebenden Natur herstellt.
Auch beim Material- und Energiekonzept steht Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Für Fassade und Fußböden kommt wieder überwiegend Holz als nachwachsender Baustoff zum Einsatz. Beheizt wird das Gebäude künftig über eine Luft-Wärmepumpe. Eine extensive Dachbegrünung soll den Wärmeschutz verbessern, Regenwasser zurückhalten und zugleich einen Beitrag zum Mikroklima im Britzer Garten leisten.

Der gesamte Britzer Garten befindet sich derzeit in einem langfristigen Entwicklungsprozess, der die Parkanlage bis 2030 schrittweise erneuern soll. / © Foto: Wikimedia Commons, Denis Apel, CC BY-SA 4.0
Britzer Garten wird schrittweise weiterentwickelt
Mit dem Wiederaufbau erhält der Park damit nicht nur einen vertrauten Ort der Umweltbildung zurück, sondern auch ein Gebäude, das den heutigen Anforderungen an nachhaltiges Bauen besser entspricht.
Das Vorhaben fügt sich in eine umfassendere Entwicklung des Britzer Gartens ein. Im Rahmen des Konzepts „Britzer Garten 2030“ sollen in den kommenden Jahren verschiedene Bereiche der rund 90 Hektar großen Parkanlage behutsam modernisiert und an die Bedürfnisse künftiger Besucherinnen und Besucher angepasst werden. Geplant sind unter anderem eine bessere Barrierefreiheit, die Modernisierung der Infrastruktur sowie neue Angebote in den Bereichen Natur, Gartenkunst, Bewegung und Erholung.
Gleichzeitig soll die charakteristische Parklandschaft erhalten bleiben und die biologische Vielfalt weiter gestärkt werden. Erste Maßnahmen, darunter die Sanierung von Wegen, Spielbereichen und Eingangsbereichen, wurden bereits umgesetzt oder befinden sich in der Realisierung.
Britzer Garten
Quellen: Grün Berlin GmbH, Britzer Garten
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