An der Reinhold-Burger-Schule in Pankow steht eine fast fertiggestellte Doppelsporthalle seit Ende November still. Der unerwartete Baustopp wegen einer Finanzierungslücke wirft erneut Fragen nach der Zukunft des Projekts auf, das den Bezirk bereits seit Jahren beschäftigt. Nun zeichnet sich ab, wie es weitergehen könnte und warum die Unsicherheit bleibt.

Bereits 2009 wurde der Bau einer modernen Doppelsporthalle an der Reinhold-Burger-Schule beschlossen. Ende November wurde das Bauprojekt kurz vor der Fertigstellung aus Geldgründen gestoppt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Ende November wurde der Bau der neuen Doppelsporthalle an der Reinhold-Burger-Oberschule abrupt beendet. Die Arbeiten standen kurz vor dem Abschluss, doch die prognostizierten Kosten waren unerwartet auf 28 Millionen Euro gestiegen. Bewilligt waren jedoch nur 20,4 Millionen Euro, eine Lücke, die weder der Bezirk noch das Land kurzfristig schließen konnten. Seitdem steht die Baustelle still, und Eltern wie Schüler fragen sich, ob der fast fertige Hallenbau zum dauerhaften Provisorium wird.
Der Bau der Sporthalle begleitet den Bezirk bereits seit 2009. Damals beschloss Pankow, nach Plänen des Büros Schulz & Schulz Architekten eine Doppelstockhalle zu errichten, die auch umliegende Schulen entlasten sollte. Doch schon die Planungsphase dauerte fast sechs Jahre. Hinzu kamen zahlreiche Rückschläge. Beim Aushub wurde eine nicht verzeichnete Gasleitung entdeckt, später kollabierte eine Bodenplatte. 2018 musste der Bezirk gleich mehrere Verträge mit Bau- und Planungsunternehmen kündigen. Die Baustelle lag monatelang brach, während sich technische Normen und Vorgaben änderten.
7,6-Millionen-Euro-Lücke stoppt Bau: Sporthalle der Reinhold-Burger-Schule vorerst gestoppt
Nun führt eine Finanzierungslücke erneut zum Stillstand. Die Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch erklärte am Mittwoch bei der BVV, Insolvenzen und steigende Material- und Baukosten hätten das Budget überlastet. Es gebe eine Unterfinanzierung von rund 7,6 Millionen Euro. Der ursprünglich geplante Eröffnungstermin Mitte 2026 sei damit nicht zu halten.
Koch betonte laut Tagesspiegel zugleich, der Hallenbau sei nur „vorübergehend gestoppt“. Eine Wiederaufnahme der Arbeiten sei frühestens im April 2026 möglich. Im besten Fall könne die Halle noch im selben Jahr eröffnet werden, doch Garantien gebe es keine.
Kritik im Schulausschuss: Sorge vor Bauruine an der Reinhold-Burger-Schule
Die erneute Verzögerung sorgt im Pankower Schulausschuss für deutliche Kritik. Vertreterinnen und Vertreter der SPD äußerten Fassungslosigkeit über die Kostenentwicklung und warnten vor einer möglichen Bauruine mitten im Schulumfeld. Die Bezirksverwaltung verwies auf Preissteigerungen, Materialengpässe und die Auswirkungen früherer Insolvenzen.
Wie empfindlich Bauprojekte seit der Pandemie geworden sind, zeigt ein weiteres Beispiel im Bezirk: Am Rosa-Luxemburg-Gymnasium verzögerte eine fehlende Rauchabzugsklappe die Eröffnung der dortigen Sporthalle um ein Jahr.
Fast fertig und dennoch gestoppt: Sporthalle in Pankow wartet auf neue Finanzierung
Die neue Sporthalle wirkt äußerlich nahezu komplett. Fassaden, Fenster und große Teile des Innenausbaus sind fertiggestellt. Eine Baufirma verlegt derzeit noch Fliesen, doch ohne neue Finanzierung dürfen auch diese Arbeiten nicht fortgeführt werden. Für die Reinhold-Burger-Schule bedeutet der Stillstand eine weitere Belastung. Die Halle wird dringend für den Unterricht und für die Nutzung durch benachbarte Vereine benötigt.
Das Bezirksamt prüft derzeit verschiedene Optionen, um die Finanzierungslücke zu schließen. Denkbar sei eine Umschichtung von Landesmitteln oder die Nutzung externer Förderprogramme. Eine konkrete Lösung gebe es jedoch nicht. Langfristig soll die Halle sowohl den Schulsport als auch die Nachbarschaft stärken. Ein geplantes Kunstprojekt im Eingangsbereich zeigt, wie weit die begleitenden Arbeiten bereits vorangeschritten sind. Bis jedoch klar ist, wie und wann der Weiterbau finanziert wird, bleibt der Blick in die Zukunft ungewiss.
Quellen: Bezirksamt Pankow, Tagesspiegel, Pichler Ingenieure GmbH, MTN Hochbau, Berliner Morgenpost
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Wieso hat man in Berlin so absurde Preisabstände zu anderswo. Selbst wenn ma das doppelte nimmt wären das nur 8 Millionen.
Die Kosten für eine Turnhalle variieren stark: Ein Neubau startet bei ca. 950.000 € für einfache Gymnastikhallen und kann bei Mehrfeldhallen über 4 Mio. € liegen, während einfache Freilufthallen ab ca. 380.000 € beginnen können. Zusätzliche Kosten fallen für Ausstattung (Sportgeräte, Boden, Prallschutz), Betrieb (Heizung: 100–200 €/m²) und Sanierung an, wobei auch Förderungen wichtig sind.
Baukosten (Beispiele)
Gymnastikhalle (einfach): ab ca. 950.000 €.
Einfachsporthalle (Standard): ab ca. 2,1 Mio. €.
Zweifachsporthalle: ab ca. 4,2 Mio. €.