Die Zukunft der Markthalle Neun beschäftigt derzeit Bezirkspolitik und Öffentlichkeit. Da die vertraglich vereinbarte Nutzungsbindung 2027 endet, steht die Frage im Raum, wie der Standort künftig genutzt werden kann. Eine Abstimmung über einen möglichen Bebauungsplan soll demnächst erfolgen.

Die Zukunft der Markthalle Neun in Kreuzberg ist unsicher – 2027 laufen die Nutzungsbindung aus. Anwohnende befürchten deshalb, dass der Ort seine Funktion als Lebensmittelhalle verlieren könnte, obwohl er im Viertel ergänzend zur begrenzten Nahversorgung eine wichtige Rolle spielt. / © Foto: Wikimedia Commons, Daniel from Glasgow, CC BY 2.0
© Fotos: Wikimedia Commons, Jörg Zägel, CC BY-SA 3.0
Die Markthalle Neun gehört zu den wenigen verbliebenen historischen Markthallen aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurde 1891 eröffnet und diente zunächst als zentraler Ort für rund 300 Marktstände. Trotz mehrerer Veränderungen blieb die Grundstruktur des Gebäudes erhalten, während sich Nutzung und Angebot im Laufe der Jahrzehnte mehrfach wandelten.
Im Jahr 2009 bildete sich eine Projektgruppe, die sich für den Erhalt der Halle einsetzte und schließlich den Kauf von der Berliner Großmarkt GmbH durch ein Betreiberteam ermöglichte. Das Konzept sah vor, die Halle über einen Zeitraum von mindestens 15 Jahren als kleinteiligen Markt zu führen. Am 1. Oktober 2011 wurde die erneut umgestaltete Halle eröffnet.
Zukunft der Markthalle Neun in der Eisenbahnstraße: Anwohnende fordern verbindlichen Bebauungsplan
Nun richtet sich der Blick derzeit auf die Markthalle, da 2027 die vereinbarte Nutzungsbindung endet. Die Bezirksverordnetenversammlung wird demnächst darüber beraten, ob ein Bebauungsplan notwendig ist, um die künftige Nutzung des Geländes, des Gebäudes und des benachbarten Mietshauses zu regeln. Mit dem Ende der Bindung im Jahr 2027 entfällt jedoch die Pflicht, die Halle weiterhin als Lebensmittelstandort zu betreiben, auch wenn der Weiterbetrieb derzeit nicht ausgeschlossen wird.
Die Markthalle Neun wurde 2012 zum Preis von 1,1 Millionen Euro verkauft. Laut früheren Angaben der Betreiber sollte das Konzept eine Rendite von zehn bis fünfzehn Prozent ermöglichen. Seitdem entwickelte sich die Halle wirtschaftlich erfolgreich und prägt heute das Umfeld rund um Eisenbahnstraße und Pücklerstraße.
Bedeutung der Markhalle für den Stadtteil: Lebensmittelangebot und städtebaulicher Kontext in Kreuzberg
Im Umfeld der Markthalle gibt es derzeit ein begrenztes Angebot an Lebensmittelmärkten, da lediglich ein Lidl und ein Edeka fußläufig erreichbar sind. Die Halle übernimmt daher eine ergänzende Rolle in der Nahversorgung und bietet ein breites Sortiment an regionalen, fairen und ökologischen Produkten. Händler präsentieren Waren des täglichen Bedarfs sowie internationale Spezialitäten. Zudem arbeiten mehrere Betriebe in offenen Küchen, Backstuben und einer Metzgerei.
Nach dem Auszug von Aldi Nord zog die Drogeriekette dm in einen Teilbereich der Markthalle. Neben dem Einzelhandel gehören auch Veranstaltungen sowie gastronomische Angebote zum Betriebskonzept, das seit der Wiedereröffnung 2011 schrittweise weiterentwickelt wurde.
Quellen: Berlin.de, Markthalle Neun, Wikipedia, visit Berlin, Berliner Morgenpost
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4 Kommentare
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Der Bezirk wird spät wach … oder besser: etwas wacher. Bei der Herausdrängelei des Aldi hat er nur zugeschaut. Und hat er bzw. der Senat nicht auch Subventionen für die Kücheneinrichtung gegeben? Der DM hat fußläufig eine größere Filiale eröffnet. Und der Lidl steht auf einer Fläche, die samt Parkplatz für diverse neue Wohnungen genutzt werden könnte und sollte. Das war’s dann mit der Lebensmittelversogung im Kiez. Aber Florian Schmidt wird sich wahrscheinlich trotzdem hier wieder als später Retter und Tobin Hood aufspielen wollen, oder? Dabei hat hier die grüne Politik in eine Sackgasse geführt. Und auch der gewählte Abgeordnete hat auf Hinweis damals nur mit den Schultern geguckt, so meine Erinnerung. Tja ..
1,1 Millionen war ja wohl ein Schnäppchen. So viel kostet heute eine Eigentumswohnung in der Gegend. Wer profitiert denn jetzt von der dadurch möglichen Rendite von 10 bis 15 Prozent?
Alleine das Grundstück ist doch heute das 10fache Wert.
Ich bin ein Anwohner von länger Zeit. Aber die heutige Markthalle hat nichts mehr mit der alten Kultur zu tun. Ich war schon mindestens 10 Jahre nicht mehr darin. Man braucht nur Samstag Sontag das Klientel sehen, dann weiß ich was da los ist
Ich hab‘ von dem Angebot der Markthalle noch nie was gehalten. Ungemütlich. Angebote wenig attraktiv. Und was heißt, dass es es fußläufig mit einem Edeka und einem Lidl nur ein begrenztes Angebot an Lebensmittelmärkten gäbe. Als wenn der Edeka und der Lidl nicht sämtliche Bedürfnisse insoweit erfüllen würden.
Andererseits: Welche andere Funktion soll den die Markthalle erhalten? Gegebenenfalls wird es nicht mehr die „kleinteiligen“ Angebote geben! Die Halle selbst steht unter Denkmalschutz, verändert werden kann alledem nichts!