Nach mehr als 20 Jahren steht die vollständige Freilegung des Leipziger Elstermühlgrabens vor dem Abschluss. Der letzte Abschnitt verbindet historische Wasserwege, neue Freiräume und den Stadthafen miteinander.

Während der neue Wasserlauf bereits angelegt ist, dauern die abschließenden Arbeiten an den umliegenden Wegen und Freiflächen noch an. Der Bereich soll künftig eine neue Verbindung und zusätzliche Aufenthaltsqualität für das Quartier schaffen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Nach mehr als zwei Jahrzehnten Bauzeit steht eines der wichtigsten Leipziger Gewässerprojekte vor dem Abschluss: Der letzte Teilabschnitt des Elstermühlgrabens zwischen Elsterstraße und Lessingstraße ist baulich fertiggestellt.
Am 14. September 2026 soll der neue Wasserlauf offiziell freigegeben werden. Damit verschwindet eine Lücke, die seit den 1960er-Jahren im innerstädtischen Gewässernetz bestand.
- Ort: Historischer, rund vier Kilometer langer Nebenarm der Weißen Elster
- Bauzeit: Seit Mitte der 2000er-Jahre schrittweise wieder freigelegt
- Dritter Bauabschnitt: Letzte Lücke zwischen Elsterstraße und Lessingstraße geschlossen
- Ergebnis: Neue Wege, Freiräume und Wasserverbindungen für Leipzigs Zentrum-West
Neue Wege entlang des Leipziger Elstermühlgrabens entstanden
Der jüngste Abschnitt ist nur 116 Meter lang, besitzt für die angrenzenden Quartiere jedoch eine enorme Bedeutung. Zwischen Zentrum-West, Waldstraßenviertel und Innenstadt entsteht ein zusammenhängender Freiraum am Wasser.
Neue Wege entlang des Grabens verbessern die Verbindungen für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende, während die begrünten Ufer zusätzliche Aufenthalts- und Erholungsflächen schaffen.
Elstermühlgraben in Leipzig: Ein Wasserlauf mit langer Geschichte
Der Elstermühlgraben ist ein rund vier Kilometer langer, künstlich angelegter Nebenarm der Weißen Elster. Seine Ursprünge reichen vermutlich bis ins 12. Jahrhundert zurück. Der Wasserlauf sollte Hochwasser regulieren und versorgte mehrere Mühlen, darunter die frühere Angermühle am Ranstädter Steinweg.
Mit dem Wachstum Leipzigs wurde der Graben zunehmend in das Stadtgebiet einbezogen. Ab dem späten 19. Jahrhundert begann seine schrittweise Überwölbung. Aufgrund der starken Verschmutzung der Leipziger Flüsse wurde der innerstädtische Abschnitt um 1960 schließlich in Rohre verlegt und verfüllt.
Die Wiedervereinigung 1990 brachte die Wende für den Elstermühlgraben
Nach der Wiedervereinigung verbesserte sich die Wasserqualität deutlich. Damit entstand die Möglichkeit, den historischen Wasserlauf zurück ins Stadtbild zu holen. Ziele des Projekts waren neben der Renaturierung auch ein verbesserter Hochwasserschutz, höhere Wohn- und Freizeitqualität sowie neue Verbindungen für den Wassertourismus.
Die schrittweise Offenlegung begann Mitte der 2000er-Jahre. Der erste Abschnitt zwischen Thomasiusstraße und Angermühlbrücke wurde 2006 beziehungsweise 2007 fertiggestellt. Im Jahr 2010 folgte der Bereich zwischen Schreberbrücke und Friedrich-Ebert-Straße.
Freilegung des Elstermühlgrabens erfolgte in mehreren Bauabschnitten
Der dritte Bauabschnitt wurde nochmals unterteilt. Im Mai 2015 eröffnete die Stadt das Teilstück entlang der Carl-Maria-von-Weber-Straße zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Elsterstraße. Bis Juni 2019 wurde außerdem der Abschnitt zwischen Thomasiusstraße und Lessingstraße freigelegt und mit neuen Uferbereichen sowie einem Quartiersplatz ergänzt.
Voraussetzung für den abschließenden Lückenschluss waren der Neubau der Elsterbrücke, die 2023 freigegeben wurde, und die Wiederherstellung der Poniatowskibrücke an der Lessingstraße. Anschließend konnte der dazwischenliegende Wasserlauf angelegt werden. Dabei wurden historische Ufermauern freigelegt und saniert sowie neue Steg- und Wegeverbindungen geschaffen.
Leipziger Flusslauf: Neuer Freiraum verbindet Stadthafen und Innenstadt
Mit dem letzten Teilstück wird die rund einen Kilometer lange innerstädtische Gewässerverbindung nach mehr als 20 Jahren vollständig hergestellt. Der Elstermühlgraben verknüpft künftig den neuen Stadthafen mit den Wasserwegen in Richtung Rosental und Innenstadt. Auch eine Nutzung durch muskelbetriebene Boote soll möglich werden.
Für die umliegenden Quartiere ist der Abschluss daher ein echter städtebaulicher Meilenstein: Wo über Jahrzehnte ein unterirdisches Rohr verlief, entsteht wieder ein sichtbarer, zugänglicher Stadtraum. Leipzig gewinnt damit nicht nur ein historisches Gewässer zurück, sondern auch neue Wege, Grünflächen und Aufenthaltsorte für seine Bürgerinnen und Bürger.

Der letzte freigelegte Abschnitt des Elstermühlgrabens führt zwischen historischen Gebäuden und neu gestalteten Ufermauern hindurch. Entlang des Wasserlaufs entstehen neue Wege und öffentlich zugängliche Freiräume. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Stadt Leipzig, Leipziger Volkszeitung, Wikipedia, Deutsches Architektur Forum
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4 Kommentare
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Jetzt muss Potsdam endlich mal mit seinem Kanal in die Schuhe kommen.
Glückwunsch 🍾!!! Hier kann es ja nur schöner werden und für ein Nepal Desaster gibt Leipzigs Hinterland glücklicherweise nichts her
unnötig?!
Interessant ist die Farb-Schmiererei auf dem Foto. Schade, dass bereits nach so kurzer Zeit der Errichtung eines solchen Bauwerkes Vandalen am Werk waren, um es zu beschmieren. Das ist kein Meisterstück! Derartige Schmutzfinken, haben keinerlei Respekt vor der Arbeit, die in solchen Projekten steckt und Steuergeldern, die von uns allen bezahlt werden. Ich möchte gern einmal die Eltern kennenlernen, die Kinder erzogen haben, die keinerlei Respekt und Achtung haben können. Nur, wer selbst erzogen ist, kann auch erziehen!