Die Idee ist ambitioniert: Ein Erweiterungsbau der Kunsthalle, ein Park und ein Alsterbad sollen Hamburgs Innenstadt neu beleben. Die Konzeptstudie des norwegischen Architekturbüros Snøhetta lädt dazu ein, über die Zukunft des kulturellen Zentrums an der Binnenalster nachzudenken.

Die Fassade des neuen Gebäudes soll aus grünlich glasierten Fliesen bestehen, die je nach Lichteinfall unterschiedlich schimmern. / © Visualisierung: Proloog / Snøhetta
© Visualisierungen: Proloog / Snøhetta
Die Hamburger Kunsthalle steht vor einer möglichen Weiterentwicklung. Direktor Alexander Klar hat gemeinsam mit dem Büro Snøhetta eine Konzeptstudie vorgestellt, die eine umfassende Erweiterung des Museums vorsieht. Neben neuen Ausstellungsflächen für Kunst und Kultur sollen ein Naturschwimmbad an der Binnenalster, ein öffentlicher Park und eine Neuordnung der Wallanlagen entstehen.
Klar erklärte gegenüber dem Hamburger Abendblatt, es gehe ihm vor allem darum, die Binnenalster stärker zu beleben und einen öffentlichen Raum zu schaffen, in dem Kunst, Natur und Bewegung miteinander verbunden werden. Die Konzeptstudie verstehe er als Anstoß für eine öffentliche Diskussion, an der sich die Stadtgesellschaft aktiv beteiligen solle.
Kunsthalle Hamburg: Erweiterungsbau antwortet auf wachsende Besucherzahlen
Der geplante Neubau würde die Ausstellungsfläche der Kunsthalle um rund 3.200 Quadratmeter vergrößern. Neben neuen Räumen für Sonderausstellungen sollen Flächen für Veranstaltungen, Kunstvermittlung, Büros und Depots entstehen. Damit reagiert das Museum auf den anhaltenden Besucherzuwachs und den gestiegenen Platzbedarf seiner Sammlung.
Nach derzeitigen Schätzungen dürfte das Projekt zwischen 300 bis 500 Millionen Euro kosten. Die Finanzierung soll über städtische Mittel sowie Beiträge von privaten Sponsoren und Mäzenen erfolgen.
Snøhetta plant neue Wege und ein Alsterbad im skandinavischen Stil
Das Architekturbüro Snøhetta schlägt vor, das Umfeld der Kunsthalle städtebaulich aufzuwerten. Der Entwurf sieht vor, die stark befahrene Kreuzung Ferdinandstor/Glockengießerwall unter die Erde zu verlegen, um darüber Platz für den neuen Baukörper zu schaffen, der die Galerie der Gegenwart mit der Alster verbinden könnte.
Darüber hinaus sind neue Fußgängerverbindungen zwischen Binnen- und Außenalster geplant. Das vorgesehene Alsterbad mit Sauna und Anlegesteg orientiert sich an Vorbildern aus Oslo, Helsinki oder Kopenhagen, wo innerstädtische Badeplätze fester Bestandteil des Stadtlebens sind. Zudem soll der angrenzende Park die Wallanlagen wieder stärker mit der Innenstadt verknüpfen.
Kunsthallen-Pläne für Hamburg: Von der CDU gelobt, von den Linken kritisiert
Die Pläne stoßen in der Hamburger Politik auf ein geteiltes Echo. CDU-Stadtentwicklungsexpertin Anke Frieling lobte die Konzeptstudie als wichtigen Impuls für eine lebenswertere Innenstadt. Zugleich äußerte sie Unverständnis darüber, dass derartige Ideen nicht aus der Stadtentwicklungsbehörde selbst kämen.
Vertreterinnen und Vertreter der Linken zeigten sich hingegen kritisch. Sie warnten davor, dass das Projekt zu einem Prestigeobjekt werden könne, das an den Bedürfnissen vieler Bürgerinnen und Bürger vorbeigehe. Statt eines Naturbades seien in Hamburg vielmehr zusätzliche Schwimmflächen für den Vereinssport erforderlich. Alexander Klar betonte dagegen, dass die Erweiterung kein Luxusvorhaben sei, sondern ein kulturelles Aufbruchssignal für die Stadt.
Hansestadt diskutiert über Zukunft der Kunsthalle
Ungeachtet der unterschiedlichen Einschätzungen hat die Konzeptstudie eine lebhafte Debatte über Hamburgs städtebauliche Zukunft angestoßen. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen, wie die Hansestadt Kultur, Natur und öffentliche Räume künftig stärker miteinander verknüpfen kann.
Ob und wann die Pläne realisiert werden, bleibt offen. Direktor Klar hofft, das Projekt bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2036 auf den Weg bringen zu können. Fest steht jedoch, dass die Debatte um die Umgestaltung der Kunsthalle Hamburg gerade erst begonnen hat.

Der Neubau wäre vom Ballindamm aus über den Park fußläufig erreichbar und würde damit neue Wegebeziehungen im Stadtraum schaffen. / © Visualisierung: Proloog / Snøhetta
Quellen: Hamburger Abendblatt, Hamburger Morgenpost
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