In Marzahn-Hellersdorf läuft die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Kombibad „Multifunktionsbad Kienberg“. Geplant sind eine Schwimmhalle und ein Freibad am Jelena-Šantić-Friedenspark.

Der rot markierte Geltungsbereich des Bebauungsplans 10-118 umfasst die Flächen für das Kombibad „Multifunktionsbad Kienberg“ in Marzahn-Hellersdorf. / © Grafik: BA Marzahn-Hellersdorf
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
In Marzahn-Hellersdorf beginnt der nächste formale Schritt für das „Multifunktionsbad Kienberg“. Der Bezirk legt den Entwurf des Bebauungsplans 10-118 öffentlich aus. Bürgerinnen und Bürger können bis Mitte Juli Stellung nehmen. Mit dem Vorhaben würde Marzahn-Hellersdorf erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten wieder über ein öffentliches Freibad verfügen.
- Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
- Projekt: „Multifunktionsbad Kienberg“
- Bebauungsplan: 10-118
- Adresse: Hellersdorfer Straße 149
- Beteiligung: 17. Juni bis 17. Juli 2026
Seit dem 17. Juni 2026 läuft die einmonatige Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan 10-118. Der Bezirk veröffentlicht dafür den Planentwurf, die Begründung, den Umweltbericht und die wichtigsten umweltbezogenen Stellungnahmen. Die Beteiligung endet am 17. Juli 2026. Danach prüft das Stadtentwicklungsamt die Stellungnahmen und berücksichtigt sie bei der weiteren Abwägung öffentlicher und privater Belange.
Marzahn-Hellersdorf plant neues Kombibad am Kienberg
Das Kombibad am Kienberg soll am Jelena-Šantić-Friedenspark entstehen. Der Geltungsbereich umfasst Teilflächen des Grundstücks Hellersdorfer Straße 149 sowie östlich angrenzende Stellplatzflächen an der Alten Hellersdorfer Straße und der Hellersdorfer Straße 159. Der Standort liegt am Rand des Wuhletals in unmittelbarer Nähe zu den Gärten der Welt, dem Kienbergpark, der Seilbahnstation und dem U-Bahnhof Kienberg. Der Bezirk begründet die Wahl mit der guten Verkehrsanbindung und der möglichen Verknüpfung mit bestehenden Freizeit- und Parkangeboten.
Geplant ist ein öffentliches Bad als Teil der Daseinsvorsorge. Der Bebauungsplan soll dafür eine Gemeinbedarfsfläche mit der Zweckbestimmung „Multifunktionsbad“ festsetzen. Damit schafft Marzahn-Hellersdorf Baurecht für eine neue Schwimmhalle und eine Freibadnutzung. Hintergrund ist auch die lange Lücke im Bezirk: Seit der Schließung des Wernerbades im Jahr 2002 gibt es in Marzahn-Hellersdorf kein öffentliches Freibad mehr.

Der Kienberg und das Wuhletal prägen das Umfeld des geplanten Kombibads „Multifunktionsbad Kienberg“ in Marzahn-Hellersdorf. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Kombibad in Hellersdorf: Bebauungsplan 10-118 regelt Fläche und Co.
Das Verfahren läuft als Regelverfahren nach Baugesetzbuch. Deshalb prüft der Bezirk auch die Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Klima, Luft, Landschaftsbild, Menschen sowie Kultur- und Sachgüter. Zu den Unterlagen gehören unter anderem Artenschutzfachbeitrag, Baugrundgutachten, schalltechnische Untersuchung und umweltbezogene Stellungnahmen. Untersucht wurden Brutvögel, Amphibien, Reptilien, Tagfalter, Heuschrecken, Fledermaus-Jagdhabitate und mögliche Igel-Winterquartiere. Auch geschützte Biotope, Einzelbäume, temporäre Kleingewässer, Baugrund, Versiegelung und Lärmfragen spielen eine Rolle.
Die Planung hat bereits mehrere Wendungen erlebt. Im Februar 2025 ging der Bezirk noch von einem Angebotsbebauungsplan aus, der auch eine stufenweise Entwicklung ermöglichen sollte. Nach Kürzungen im Berliner Haushalt stand zeitweise eine Typenschwimmhalle im Fokus. Die aktuelle Bezirksmitteilung stellt nun heraus, dass die Berliner Bäder-Betriebe wieder auf das ursprüngliche Ziel eines Kombibads zurückgekehrt seien. Stadtentwicklungsstadträtin Heike Wessoly ordnet die Beteiligung deshalb als wichtigen Meilenstein für die planungsrechtliche Sicherung ein.
Quellen: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, Verfahren Bebauungsplan 10-118 „Multifunktionsbad Kienberg“, Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/23887
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7 Kommentare
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Wir würden uns riesig freuen, für den Bezirk und unsere Enkel, wenn das Projekt tatsächlich zustande kommen würde.
Ein Ort der Erfrischung in den immer heißer werdenden Sommern ist auch wirklich für unseren Bezirk äußerst notwendig.
Hoffentlich klappt es diesmal.
Als Anwohner sind wir jetzt schon mit Lärmbelästigung und Autofahrern auf der Suche nach Parkplätzen konfrontiert. Da dies nach Betriebnahme noch stärker zunehmen wird und auch bei geschlossenen Fenstern keine Ruhe einkehren wird hält sich unsere Freude in Grenzen. Kurz gesagt,für uns ist der Standort falsch gewählt.
Auch wir sind Anwohner für das geplante Kombibad.
Schon während der Gartenschau IGA hatten wir massive Parkplatzprobleme, bis heute sind massive Lärmbelästigungen keine Seltenheit, wenn Veranstaltungen am Kienberg „Garten- schau“ stattfinden. Nicht nur die Lärmbelästigung ist für uns ein entscheidener Faktor, auch die Nachrichten, wie es in anderen Freizeitbädern hier in Berlin abläuft, ist beunruhigend. Sicherheitskonzepte funktionieren nicht wirklich in zahlreichen Bädern hier in Berlin.
Uns geht es nicht nur um diese Probleme, für uns ist die Umwelt ein entscheidener Grund warum wir gegen dieses Kombibad an diesem Standort sind.
Was ist in diesem Gebiet mit Tieren Feldhasen, Biber, Vögel die dort Nisten und dort leben (Wahrscheinlich nicht Schützenswert und nicht unter Naturschutz), Pflanzen die so mir nichts dir nichts abgeholzt bzw. abgetragen werden. Alles kein Problem neue Pflanzen brauchen ja nur so um die 10 bis 20 Jahre um unser Klima zu schützen. Wir nutzen das Gelände gern für ausgedehnte Sparziergänge an der Wuhle entlang und wir geniessen dabei die Ruhe. Mit dem Kombibad wäre es dann vorbei .
Das Wernerbad wurde geschlossen, es war wohl eine zu hohe Lärmbelästigung (tagtägliches Kindergeschrei) für die dort neu hingezogenen, ansässigen Einfamilienhausbesitzer und eine Sanierung für die Bäderbetriebe des benannten Bades war und ist wohl zu teuer, oder. Es gibt mehrere Schwimmhallen in unserem Stadtbezirk, die auf Grund von Einsparungen des Senats nicht saniert werden bzw. auf dem Stand von vor 30 Jahren sind. Tja Bestandenes wird zum Lost Place und Natur wird am neuen Standort unwiderbringlich vernichtet. Wo sind hier unsere Umweltschützer? keiner da !!!!
In unseren Augen ist dies ebenfalls der falsche Standort.
Fam. Hinz 28.06.2026
Es darf nicht gebaut werden. Grosse Larmbelastigung in einem Wohngebiet wo selbst im Wohngebiet uber 1400 Wohnungen errichtet werden. Die politischen Partein entscheiden erneut uber Kopfe der Hellersdorfer hinweg
Ich bin auch eine Anwohnerin. Es ist schon sehr laut durch die Hauptstraße, Knaller und laute Anwohner an sich. Zusätzlich ist die Parkplatzsituation unerträglich. Es fahren auch täglich Abschleppdienste ins Wohngebiet weil es eine gute Möglichkeit ist zum Geld verdienen. Da gefüllt zu 95% alle Parkplätze vermietet sind. Wir haben auch noch einen kleinen Garten an unserer Wohnung. Ob wir diesen dann nutzen können zwecks zusätzlicher Lärmbelästigung ist fraglich.
Als Anwohner, noch bevor die IGA Umgestaltung von statten ging, lehne wir die Pläne ebenfalls ab. Ich rate jedem seine Einwände zu den offen gelegten Plänen bis 17.Juli einzureichen. Sei es Lärm-, Geruch- oder Umweltbelastungen. Es werden einfach seit Jahren zu viele Bausünden im Gebiet vom Bezirk durch gewunken. Die Versiegelung nimmt weiter zu, das Grün verschwindet immer mehr. Die Verkehrsauslastung wird immer extremer, und war vor Jahren schon zu viel. Der ÖPNV ist ebenso seit Jahren an ihrem Limit und es wird nichts zur Entlastung oder Ausbau getan. Die Leerstehenden Gebäude werden als Ruinen am KDN sich selbst überlassen. Und den Verantwortlichen fällt nichts besseres ein, als gegenüber weiter die Grünflächen zu minimieren.
Ich bin für das Kombibad und verstehe den ganzen Unmut der sich hier breit macht nicht nachvollziehbar. Hellersdorf wartet seit Jahrzehnten auf ein neues Bad was diesen Bezirk etwas aufwertet und das man dieses nicht auf einer Weide im Niemansland bauen kann versteht sich wohl von selbst. Ich hoffe man wird an Schallschutz denken wegen der Lautstärke. Und zum Thema Sicherheit ist das nicht ein Problem von Freibädern sondern eins der Politik, wenn bestimmte Gruppen randalieren, ist dies konsequent zu unterbinden. Wenn man an seinen Parkplatz denkt, sollte man auch an die vielen Kinder denken die keinen Schwimmunterricht haben, weil man bis zu zwei Jahre auf einer Warteliste steht.