Moos als Luftfilter und natürliche Kühlung: Im Einkaufszentrum Forum Köpenick kommen seit Mai 2024 innovative Begrünungssysteme zum Einsatz. Diese lebenden Moosmodule sollen dort für bessere Luft und ein angenehmeres Raumklima sorgen.
© Fotos: Green City Solutions
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Die Auswirkungen des Klimawandels stellen Städte und Gebäude gleichermaßen vor neue Herausforderungen. Steigende Temperaturen, längere Hitzeperioden und eine zunehmende Belastung durch Feinstaub führen dazu, dass auch Innenräume stärker in den Fokus von Klimaanpassungsmaßnahmen rücken.
Neben klassischen Begrünungskonzepten gewinnen dabei zunehmend innovative Lösungen an Bedeutung, die technische Systeme mit natürlichen Prozessen verbinden.
Ein Beispiel dafür befindet sich seit Mai 2024 im Forum Köpenick. Dort wurden mehrere sogenannte „CityBreeze“-Anlagen des Brandenburger Unternehmens Green City Solutions installiert. Die Module sind bis heute Bestandteil des Einkaufszentrums und sollen dazu beitragen, das Raumklima für Besucherinnen und Besucher spürbar zu verbessern.
Forum Köpenick: Lebendes Moos als natürlicher Bestandteil moderner Klimaanpassung
Im Zentrum der Anlagen stehen spezielle Mooskulturen, die mit technischer Unterstützung als natürliche Luftfilter eingesetzt werden. Die Umgebungsluft wird durch die bepflanzten Module geleitet, wobei Feinstaubpartikel gebunden werden können. Gleichzeitig nutzt das System die natürliche Verdunstungsleistung der Pflanzen, um die Luft im unmittelbaren Umfeld zu kühlen.
Anders als klassische Klimatisierungssysteme verfolgt dieser Ansatz das Ziel, natürliche Prozesse gezielt für die Verbesserung der Aufenthaltsqualität nutzbar zu machen. Die Moosmodule fungieren dabei nicht nur als technische Infrastruktur, sondern zugleich als sichtbares Zeichen einer stärkeren Integration von Natur in urbane Räume.
Lösungen gegen die Hitze: Innovative Technologien für lebenswertere Städte
Das Forum Köpenick gehört zu den Standorten, an denen diese Technologie dauerhaft erprobt und eingesetzt wird. Die Installation steht dabei beispielhaft für einen Trend, der in vielen Städten zu beobachten ist: Klimaanpassung wird zunehmend als Querschnittsaufgabe verstanden, die nicht allein im öffentlichen Straßenraum stattfindet, sondern auch in Gebäuden, Einkaufszentren und Verkehrsknotenpunkten eine Rolle spielt.
Insbesondere dort, wo größere Grünflächen oder umfangreiche Baumpflanzungen nur eingeschränkt möglich sind, können solche Systeme eine ergänzende Funktion übernehmen. Sie ersetzen klassische Begrünungsmaßnahmen nicht, erweitern jedoch das Instrumentarium, mit dem Städte und Immobilien auf klimatische Veränderungen reagieren können.
Modellprojekt in Köpenick: Klimaschutz und Aufenthaltsqualität zusammendenken
Die seit zwei Jahren im Forum Köpenick eingesetzten Moos-Elemente zeigen, wie sich ökologische und technische Ansätze miteinander verbinden lassen. Sie stehen für einen Wandel im Umgang mit urbanen Räumen, bei dem Aufenthaltsqualität, Luftreinhaltung und Klimaanpassung zunehmend gemeinsam betrachtet werden.
Ob Einkaufszentrum, Bürogebäude oder öffentlicher Platz: naturbasierte Technologien wie diese könnten künftig an vielen Orten eine ergänzende Rolle spielen, um Städte widerstandsfähiger gegenüber Hitze und Luftbelastungen zu machen und gleichzeitig die Lebensqualität vor Ort zu verbessern.
Hier könnt Ihr unser Podcast-Gespräch mit Peter Sänger, CEO und Gründer von Green City Solutions, noch einmal nachhören:

Moosfarm im Berliner Umland: Das Unternehmen Green City Solutions unterhält in Bestensee ein Gewächshaus, um dort Moosmodule zu pflegen zu züchten. / © Foto: Green City Solutions
Quellen: Green City Solutions, Forum Köpenick
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