Seit Jahren steht der „Monarch Tower“ am Alexanderplatz als unvollendete Bauruine im Stadtraum. Nun zeichnet sich eine mögliche Lösung ab: Ein neuer Investor könnte das Projekt übernehmen und neu ausrichten. 

Visualisierung Tower am Alexanderplatz

Hochfliegende Pläne: So sollte der Alexander Capital Tower am Alexanderplatz in Berlin-Mitte eines Tages einmal aussehen. Nach einer langen Zeit des Stillstandes bekundet nun ein Investor Interesse daran, das Projekt zu übernehmen und weiterzuführen. Gespräche zu einer geänderten Nutzung sowie Gebäudehöhe befinden sich jedoch noch in einem frühen Stadium. / © Visualisierung: Bewocon / PORR / Ortner & Ortner

© Visualisierung Titelbild: Bewocon / PORR / Ortner & Ortner

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Am Alexanderplatz prägen derzeit mehrere Hochhausbaustellen das Stadtbild. Während einige Projekte sichtbar voranschreiten, steht die benachbarte Bauruine des sogenannten „Monarch Towers“ seit Jahren unverändert im Stadtraum. Direkt neben dem Einkaufszentrum „Alexa“ ruht der Bau, seitdem die russische Monarch Group als ursprüngliche Projektentwicklerin nach eigenen Angaben aufgrund internationaler Sanktionen keinen Zugang mehr zu notwendigen Finanzierungsmitteln hatte.

Der Stillstand blieb nicht ohne Konsequenzen. Das Land Berlin, vertreten durch die Berliner Immobilienmanagement GmbH, fordert inzwischen eine Vertragsstrafe in Höhe von zehn Millionen Euro. Hintergrund ist die ausbleibende Umsetzung der vertraglich vereinbarten Bauverpflichtungen. Die Monarch Group weist die Forderung zurück. Nach Angaben der BIM wurde inzwischen eine Zwangsvollstreckung eingeleitet, um den Anspruch durchzusetzen.

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„Monarch Tower“ am Alexanderplatz: Investor zeigt Interesse an Übernahme

Nach Informationen aus Verwaltungskreisen könnte sich nun jedoch eine neue Perspektive eröffnen. Demnach bekundet ein Investor Interesse daran, das Projekt zu übernehmen und weiterzuführen. Die ursprüngliche Planung eines überwiegend wohnwirtschaftlich genutzten Hochhauses soll dabei allerdings grundlegend verändert werden.

Statt Wohnungen sieht der Interessent offenbar einen deutlich stärker auf Büronutzung ausgerichteten Turm vor. Auch eine Überschreitung der bislang vorgesehenen Gebäudehöhe von rund 150 Metern wird geprüft. In der Berliner Bauverwaltung wird diese Option nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Gespräche dazu befinden sich jedoch noch in einem frühen Stadium.

Wohnanteil im „Monarch Tower“ bleibt Bedingung für neue Planung

Auch bei einer Neuausrichtung als Bürohochhaus soll ein Anteil an Wohnungen realisiert werden. Aus Sicht der Stadtentwicklung gilt der Alexanderplatz weiterhin als Standort mit gemischten Nutzungen, in dem Wohnen zumindest teilweise vorgesehen sein soll.

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Ob und in welchem Umfang Wohnraum in ein neues Konzept integriert werden müsste, ist bislang offen. Klar ist jedoch, dass Berlin bei einer möglichen Genehmigung neuer Planungen auf entsprechende Zugeständnisse bestehen dürfte.

Wie geht es mit dem Monarch Tower weiter?

Noch ist offen, ob es tatsächlich zu einer Übernahme kommt und wie ein neues Konzept konkret aussehen könnte. Sollte es gelingen, den festgefahrenen Konflikt um Eigentum, Vertragsstrafen und Nutzung neu zu ordnen, könnte der „Monarch Tower“ nach Jahren des Stillstands wieder Teil der dynamischen Entwicklung am Alexanderplatz werden.

Bis dahin bleibt die Bauruine jedoch ein sichtbares Zeichen für die Risiken großmaßstäblicher Hochhausprojekte im Zentrum Berlins und für die Herausforderungen, die mit geopolitischen Abhängigkeiten und komplexen Vertragskonstruktionen verbunden sind.

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Quellen: Tagesspiegel, rbb

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15 Kommentare

  1. Ewald Karl 15. Dezember 2025 at 10:02 - Reply

    Interessant, dass in bestimmten Teilen der Bauwirtschaft jeden Tag gepredigt wird, nur Hochhäuser würden es ermöglichen, neue Wohnungen in der Stadt zu errichten – und sich trotzdem niemand bereit findet, in dieser guten Innenstadtlage einen solchen Wohnturm zu errichten.
    Stattdessen werden wir jetzt vielleicht mit der dümmsten Antwort auf den Leerstand von Büroflächen durch Home-Office konfrontiert: einfach noch mehr Büros bauen.

    • Löwe 15. Dezember 2025 at 12:34 - Reply

      Vor allem steht auch sehr viel Büroraum leer, allerdings scheinen solche top-lagen wohl zu recht als Ausnahme zu gelten, also wo man sicher damit rechnet es vermietet zu bekommen.

  2. Herr B 15. Dezember 2025 at 10:55 - Reply

    MEINUNG

    Zugegeben, war ich ganz froh, dass dieser architektonische „Würfelhusten“ eben nicht diesen Ort noch weiter verunstalten wird.
    Auch wenn grundsätzlich ein paar weitere Hochhäuser in der Nähe durchaus wünschenswert sind.

    Die politische Ebene ist wohl zu kompliziert, um dabei einer einzelnen Partei so etwas wie Schuld zuzuweisen.

    Andererseits ist der Tiefbau an dieser Stelle weit fortgeschritten und ermöglicht durchaus ein Gebäude mit der ursprünglich geplanten Höhe. Eine mögliche Neuplanung würde zwar deutlich länger dauern, brächte aber die Chance nach mehr städtebaulicher Verträglichkeit mit sich.

    • Marcel S. 15. Dezember 2025 at 12:51 - Reply

      Das wird nie etwas. Das Fundament und das Tragwerk in den Kellergeschossen sind ja bereits fertig. Man kann das nicht einfach höher bauen. Außerdem würde es erstmal eine jahrelange Diskussion wegen der ikonischen Sichtachse von der Frankfurter Allee zum Fernsehturm geben die mit einem höheren Gebäude den Blick ja noch weiter eingechränken würde. Ein reiner Büroturm wäre angesichts sinkender Nachfrage und aktuellem Überangebot an Büros ebenfalls hirnrissig. Am besten wäre wenn der Turm einfach wie geplant umgesetzt werden würde aber aktuell scheint es auch keine Nachfrage nach hochpreisigen Wohnungen zu geben.

      • Philipp 15. Dezember 2025 at 13:28 - Reply

        Da gebe ich dir Recht, trotzdem könnten 10-20 Meter durchaus drin sein, es gibt ja hier immer Spielraum.

        • a.t. 15. Dezember 2025 at 14:35 - Reply

          …siehe z.B. den Mynd-Turm ein paar Meter weiter.

  3. Uwe 15. Dezember 2025 at 16:22 - Reply

    Ich würde ein Weiterbau sehr begrüßen. Auch wenn noch einige Meter in der Höhe dazu kommen. Es wird nun endlich Zeit, dass der Alex weiterentwickelt und weiter gebaut wird. Berlin braucht einen neuen und städtebaulich modernen Platz. Der Weiterbau ist wünschenswert und sollte nicht mehr solange auf sich warten lassen. Wo wenn nicht am Alex sollten Hochhäuser entstehen wo der Fernsehturm eingebettet ist und auch den Mittelpunkt einer Hochhauslandschaft bildet.

  4. Thomas Brinkmann 16. Dezember 2025 at 14:37 - Reply

    Ich würde es ebenfalls sehr begrüßen wenn das Hochhaus weiter gebaut wird. Und ja, in anderen europäischen Großstädten werden auch Hochhäuser gebaut, siehe Warschau, London, Paris….. Wenn es ein paar Meter mehr werden, ich habe nichts dagegen. Hauptsache es geht weiter mit dem Alex.

  5. Antonia Goenuellue 17. Dezember 2025 at 06:09 - Reply

    Ich finde es toll wenn was Neues ensteht…und das der Turm 150m Höhe übersteigt ist doch auch interessant für eine Großstadt wie Berlin Alexanderplatz.

  6. hans-juergen.thiel@gmx.de 17. Dezember 2025 at 11:59 - Reply

    Finde den Alex grottenschlecht und ohne Aufenthaltsqualität . Weitere überdimensionierte Hochhäusern können diesen Zustand nur noch verschlimmern. Ich frage mich, wer gibt soviel Geld aus, wo sich nicht „Hase und Fuchs gute Nacht sagen‘, sondern jede Menge Bettler und Alkoholsüchtige zum campieren treffen.

    • Gerhard Neundorf-Kuhwald 18. Dezember 2025 at 20:05 - Reply

      Ich begrüsse diese Hochhäuser,na ja New York, werden wir niemals Konkurenz 😂😢 machen.Es wäre aber schön,diesen schönen Turm am Akexa, mit Wohnraum in allen Grössen & zu allen Preiskaterogien, von ganz unten bis ganz oben zu gestalten.Mensch habt endlich Mut, das richtige,für alle zu gestalten.

    • Max 6. Januar 2026 at 13:12 - Reply

      Die Aufentshaltsqualität könnte und wird besser werden, weil die neuen Mieter die Politik zu einer Änderung des Stadtbildes drängen werden.

  7. Tim 18. Dezember 2025 at 14:02 - Reply

    Berlin ist und bleibt Provinz was dieses Thema anbetrifft. Vor allem im Vergleich zu richtigen Metropolen wie London, Paris, NYC etc.

  8. Gerhard Neundorf-Kuhwald 18. Dezember 2025 at 20:25 - Reply

    Ich bin nun 64 Jahre alt & bekomme 03/22 endlich meine Rente.Ich kenne unseren Alex-Platz von klein an.Ich bin Mauerkind,wurde am 13.Aug.61 geboren.Ich habe jahrzehnte lang unesren Alexanderplatz genossen,mit sehr vielen Wandlungen. Habe schon vor wenigen Jahren mitbekommen,dass es nicht mehr unser Alex ist, aber nun macht es bitte richtig, baut bitte alle Wolkenkratzer,mit sehr sehr vielen Wohnungen, auch am Alexa,dass ich noch mal die letzte Wandlung unseres Alexes noch mitbekomme. Ich hoffe noch sehr, das erleben zu dürfen. Okay Berlin wird nie ein weites New York,aber man könnte es erahnen.😂 Pssst bitte nur auf unsere U-Bahnen (U2/U5) auf,dass es dort nie wieder zu Tunnelsenkungen kommen sollte. Bis bald , man sieht sich ,in den nächsten Jahren, auf einen nagel neuen Alexplatz.

  9. Jörg Barth 20. Dezember 2025 at 02:30 - Reply

    Wäre doch wirklich an der Zeit, dass sich hier wieder etwas auf der Baustelle tut und der Bau unter veränderten Bedingungen mit einem neuen Investor fortgeführt wird. Ein Bisschen höher als ursprünglich geplant und vielleicht ein wenig Büronutzung sind doch ein kleiner „Preis“ um eine Bauruine mitten in der Stadt zu verhindern. Eile ist denoch angesagt, bald läuft ja auch die Baugenehmigung ab.

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