Das Hochhaus-Projekt „Monarch Tower“ am Alexanderplatz steht weiter still. Gerüchten zufolge plant ein Investor, das Projekt inhaltlich neu auszurichten. So einfach geht das aber nicht.

Die Visualisierung zeigt den Monarch Tower am Alexanderplatz neben dem Alexa.

Große Pläne: So soll der „Monarch Tower“ am Alexanderplatz in Berlin-Mitte eines Tages aussehen. Aktuell steht das Projekt aber seit Jahren still. / © Visualisierung: Bewocon PORR Ortner & Ortner

© Titelbild: Bewocon PORR Ortner & Ortner

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Seit Jahren ruht der Bau des „Monarch Tower“ am Alexanderplatz in Berlin-Mitte. Vier Untergeschosse sind gebaut, der Rohbau bis zur Bodenplatte abgeschlossen. Doch weiter geht es aktuell nicht.

Dabei sollte hier eigentlich ein 150-Meter-Hochhaus direkt neben dem Alexa entstehen. Das Gerücht, ein Investor könnte das Projekt übernehmen und umnutzen, ist derzeit nicht bestätigt. Und nach Senatsangaben wäre das auch nicht so einfach möglich.

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  • Bezirk: Berlin-Mitte
  • Adresse: Grunerstraße 20 / Ecke Alexanderstraße
  • Geplante Höhe: 150 Meter
  • Baugenehmigung: erteilt am 21. Februar 2018
  • Aktueller Zustand: Rohbau bis Bodenplatte, vier Untergeschosse

Das Vorhaben „Monarch Tower“ besitzt eine weit fortgeschrittene planungsrechtliche Grundlage: Der rechtskräftige Bebauungsplan I-B4d erlaubt auf dem Baufeld E 1 ein 150 Meter hohes Hochhaus mit 42.000 Quadratmetern Geschossfläche. So weit, so gut.

Doch der Bau des „Monarch Tower“ am Alexanderplatz steht still, weil die russische Monarch Group infolge internationaler Sanktionen keinen Zugang mehr zu Finanzierungsmitteln hat. Gleichzeitig verschärft ein Konflikt mit dem Land Berlin über eine Vertragsstrafe von zehn Millionen Euro die Situation, weshalb das Projekt weiterhin blockiert bleibt.

Eine Darstellung mehrerer Hochhäuser in Berlin-Mitte ganz in der Nähe vom Fernsehturm.

Rund um den Alexanderplatz sind mehrere Hochhäuser geplant und im Bau. / © Visualisierung: ENTWICKLUNGSSTADT

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Übernimmt ein Investor die Stillstand-Baustelle „Monarch Tower“?

Zu Jahresbeginn mehrten sich dann Gerüchte, ein Investor könnte das Grundstück übernehmen und den Bau fortführen. Aber: Er würde wohl weniger Wohnungen bauen, mehr Gewerbe. Statt eines Wohnturms würde der „Monarch Tower“ zum Büroturm werden.

Ausgeschlossen ist das nicht. Aber spruchreif eben auch nicht. Die Antwort auf eine schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus Berlin nimmt genau darauf Bezug. Darin heißt es, dass derzeit keine Änderung, Ergänzung oder Aufhebung des Bebauungsplans geplant sei.

Viele offene Fragen zur Zukunft des „Monarch Tower“ sind weiter ungeklärt

Nach derzeitigem Planungsstand sollen rund zwei Drittel der Geschossfläche für Wohnungen entstehen. Mietpreis- und belegungsgebundene Wohnungen sind nach Angaben des Senats jedoch nicht vorgesehen, weil die Voraussetzungen für das Berliner Modell nicht vorliegen.

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Eine Neuaufstellung des Plans sei nach aktueller Auskunft nicht beabsichtigt. Doch das wäre wichtig für jede mögliche Umnutzung des „Monarch Tower“: Wer das Projekt übernehmen oder verändern will, muss sich andernfalls nämlich zunächst am bestehenden Baurecht orientieren. Eine einfache Umnutzung ist damit rein faktisch gar nicht mehr so einfach.

Hochhausprojekt am Alexanderplatz: Auswirkungen der neuen Berliner Bauordnung?

Dazu kommt: Für das Projekt liegt seit dem 21. Februar 2018 eine Baugenehmigung für ein 150 Meter hohes Hochhaus vor. Offen bleibt allerdings, wie sich die Änderung der Berliner Bauordnung vom Januar 2026, die Bauprozesse beschleunigen soll, auf eine mögliche Verlängerung der Genehmigung auswirken würde.

Der Bezirk Berlin-Mitte teilte dazu mit, dass er dies noch nicht abschließend beurteilen könne. Damit bleibt ein weiterer zentraler Punkt für den weiteren Fortgang des „Monarch Towers“ ungeklärt.

Monarch-Tower (Berlin-Mitte)

Quelle: Schriftliche Anfrage, Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19 / 25 649, Bewocon PORR Ortner & Ortner

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11 Kommentare

  1. DIETER 25. April 2026 at 10:15 - Reply

    Eine Schande sind diese fertigen und geplanten Betonklötze rund um unser Wahrzeicten.
    Ich bin ja gespannt wann die ersten, on den letzten Jahten mühsam am Alex angesiedelten Turmfalken und die zahlreichen Fledermäuse mit den Fassaden bekanntschaft machen und abstürzen.

    Dann woll es wieder keiner gewesen sein.

    • Löwe 25. April 2026 at 11:10 - Reply

      KI: Ja — hohe Gebäude am Alexanderplatz können Turmfalken und Fledermäuse negativ beeinflussen, aber Auswirkungen hängen von Gestaltung und Management ab.

      Turmfalken: Verlust oder Veränderung von Nist‑ und Ansitzplätzen, erhöhte Kollisionsgefahr an Glasfassaden, veränderte Beutestrukturen durch weniger Grün; manche Falken nutzen hohe Gebäudekanten aber auch als Nistplätze.

      Fledermäuse: Verlust von Quartieren bei Abriss/Modernisierung, Störung durch Licht (vermindert Insektenverfügbarkeit und Aktivitätszeiten), Fragmentierung von Flugkorridoren; einige Arten adaptieren an Gebäude, andere leiden stark.

      Hauptprobleme vor Ort: Lichtverschmutzung, glasbedingte Kollisionen, reduzierte Grünflächen/Beutebasis, fehlende Nist‑/Ruhestätten.

      Kurzfristige Gegenmaßnahmen (wirksam): vogelfreundliches Glas/Markierungen, nächtliches Lichtmanagement (Dimmen/abschalten, warmer Farbspektrum), Erhalt/Anlage von Grünkorridoren, künstliche Nistkästen und Fledermausquartiere, Bauphasen‑Schutzmaßnahmen während Fortpflanzungszeiten.

  2. Xenia Brühl 25. April 2026 at 12:29 - Reply

    Warum hinterfragt nicht endlich jemand, dass es nachteilig für Berlin insgesamt ist, den Monarch Tower in der geplanten Höhe von 150 Meter zu bauen, weil dadurch aus der Karl-Marx-Allee die Sichtachse auf den Fernsehturm zerstört wird? Ein Turm kann an dieser Stelle meiner Meinung nach schon entstehen – nur aber eben bitte nicht so hoch, damit der Fernsehturm auch weiterhin noch sichtbar bleibt!

    Abgesehen davon finde ich das geplante Design des Monarch Towers unpassend und hässlich (meine Meinung). Ein scheinbar mit mehreren einzelnen Klötzen aufgeschichteter Baukörper, die wild in die Landschaft ragen anstatt senkrecht in die Höhe zu wachsen, verschandeln die Gesamtsilhouette des Alexanderplatzes dauerhaft. Menschen können sich dort aber nur wohlfühlen, wenn die Architektur ansprechend ist (dies ist in meinen Augen beim „Berlinian“ wesentlich besser gelungen)!

    • Frankfurter 10. Mai 2026 at 17:47 - Reply

      Volle Zustimmung. Die Sichtachse von der Frankfurter Allee ist eine der ikonischten, die man auf den Fernsehturm haben kann. Es wär unverzeihlich, wenn man sich da ohne Not diesen 150m-Block reinstellt. Ein kleineres Türmchen, was sich von der Höhe am Haus des Lehrers orientiert und vielleicht noch eine anspruchsvollere Fassadengestaltung hat, würde viel besser passen.

  3. Franz 25. April 2026 at 15:35 - Reply

    Mir gefällt die äußere Gestaltung des Monarch Towers weiterhin sehr gut. Und ich hoffe, dass das Gebäude zeitnah Wirklichkeit wird. Der Alexanderplatz gewinnt aus meiner Sicht durch die Hochhäuser. Es ist bedauerlich, dass der Riegel entlang der Alexanderstraße aus DDR-Zeiten, der das dahinter liegende Gebiet an der Keibelstraße und der Alex-Wedding-Straße wegschließt, nicht längst korrigiert ist. Mich gruselt vor allem diese Situation.

  4. Lmoeis 25. April 2026 at 19:29 - Reply

    Ich bin für das Design und das Bauen in die Höhe. Ich würde mich für Berlin ebenfalls freuen, wenn die Skyline wächst. Außerdem ist der Funkturm weiterhin, sichtbar, kommt halt auf die Sichtweise an.

  5. oleberlin 26. April 2026 at 20:43 - Reply

    Ich finde auch, dass der Alexanderplatz genau der richtige Ort für Hochhäuser ist. Übertreibt es mal nicht mit Euren Sichtachsen!
    Mein Schuppen im Garten versperrt auch die Sicht zum Komposthaufen. Es wäre nur gut, wenn sich der Senat endlich mal gegen diesen als „Monarch Vertreter“ getarnen Märchenerzähler durchsetzen würde und eine finale Frist für den Baubeginn setzt. Nervt nur noch mit seinen Versprechungen.

  6. Dr. Heide Ellerbrock 26. April 2026 at 21:14 - Reply

    Warum werden in den Hochhäusern nicht viel mehr Wohnungen, auch mit sozialverträglichen Mieten, geplant bzw. gebaut? Bei den Neubauten ist man nicht mehr an Altverträge gebunden. Ich zitiere aus dem Tagesspiegel vom Juli 2025: „Im Vergleich zum Vorjahr ist der Büroflächenleerstand in der Hauptstadt um ganze 42 Prozent angestiegen und liegt nun bei 1,75 Millionen Quadratmetern, was 7,9 Prozent der Berliner Büroflächen entspricht.“ Der Leerstand reicht! In Mitte sollen es ca. 900 000 m2 sein.

    • Max 27. April 2026 at 12:52 - Reply

      Sie finden also wir sollten ewig in der Rezession bleiben?

  7. Timur 26. April 2026 at 23:14 - Reply

    Wir müssen bauen, bauen, bauen. Punkt.

  8. Jörg Barth 5. Mai 2026 at 15:21 - Reply

    Schade, dass es hier irgendwie überhaupt nicht weitergeht. Eine solche Bauruine mitten in der Stadt kann im Prinzip nun wirklich niemand wollen. Zu hoffen ist, dass sich bald ein neuer Investor findet der das Projekt übernimmt, oder der Krieg in der Ukraine ein baldiges Ende findet und aus Russland von Monarch wieder Geld fließen kann.

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