Am Molkenmarkt in Berlin-Mitte schreitet die Neubebauung der historischen Mitte Berlins voran. Für Block A und den südlichen Teil von Block B 2 hat die Senatsverwaltung die Bearbeitungsphase eines zweiten Realisierungswettbewerbs gestartet. Damit konkretisiert sich, wie an dieser Stelle künftig gewohnt, gearbeitet und Kultur angeboten werden soll.

Wettbewerbsgebiets am Molkenmarkt in Berlin-Mitte: Rot markiert sind der gesamte Block A sowie der südwestliche Teilbereich von Block B mit der Bezeichnung B/2, für die nun die Entwurfsphase des Realisierungswettbewerbs begonnen hat. / © Bild: SenStadt
© Titelbild: Wikimedia Commons, Gerd Eichmann, CC BY-SA 4.0
Der Molkenmarkt zählt zu den ältesten Siedlungsbereichen Berlins und bildet zugleich eines der wichtigsten Stadtentwicklungsgebiete der Hauptstadt. Hier plant das Land ein neues innerstädtisches Quartier, das an historische Strukturen anknüpft und gleichzeitig zeitgemäße Nutzungen integriert. Zwischen Molkenmarkt, Jüdenstraße und der künftig entstehenden Parochialgasse entstehen in mehreren Bauabschnitten neue Gebäude mit Wohnungen sowie Flächen für Kultur, Bildung und Gewerbe.
Ziel bleibt eine vielfältige Nutzungsmischung, die sowohl den historischen Kontext respektiert als auch aktuelle Anforderungen an bezahlbaren Wohnraum erfüllt. Das Quartier soll sich funktional in den Stadtraum einfügen und zugleich eine eigene Identität entwickeln. Damit reagiert das Projekt auf den hohen Bedarf an innerstädtischem Wohnraum und auf den Anspruch, die Mitte Berlins dauerhaft zu beleben.
Wettbewerbsverfahren für Block A und Block B/2 am Molkenmarkt: Start der Entwurfsphase und klare Vorgaben
Mit der Veröffentlichung der Aufgabenstellung hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen nun die Bearbeitungsphase des zweiten Realisierungswettbewerbs eingeläutet. Gegenstand sind der gesamte Block A sowie der südwestliche Teil des Blocks B mit der Bezeichnung B/2. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte wird die prämierten Entwürfe später umsetzen.
Bereits im Dezember 2025 rief die Senatsverwaltung europaweit zur Bewerbung auf. Insgesamt gingen 89 Bewerbungen ein. In einem Auswahlverfahren bestimmte man bis zu sieben Teilnehmende je Los, zusätzlich setzte man pro Los drei Büros. Ein Preisgericht will die anonym eingereichten Entwürfe im Juni 2026 beurteilen und prämieren. Anschließend plant das Land eine öffentliche Ausstellung der Ergebnisse.
Planungsstruktur und archäologische Anforderungen am Molkenmarkt: Vier Lose mit unterschiedlichen stadträumlichen Situationen
Das Wettbewerbsgebiet gliedert sich in vier Planungsbereiche, die jeweils mehrere Gebäude umfassen. Jedes Los reagiert auf eine spezifische Lage im Stadtraum und bringt eigene Anforderungen mit sich. Unterschiedliche Bauvolumina, variierende Höhenentwicklungen sowie diverse Nutzungsprogramme prägen die Aufgabenstellung.
Hinzu kommen archäologische Bodenfunde, die in die Planung integriert werden sollen. Vorgesehen sind sogenannte archäologische Fenster, die historische Spuren sichtbar machen. Dadurch entsteht eine enge Verbindung zwischen Neubau und Geschichte. Die Entwürfe müssen deshalb nicht nur funktional überzeugen, sondern auch sensibel mit dem historischen Erbe umgehen.
Wohnungsbau und Wirtschaftlichkeit am Molkenmarkt: Bezahlbare Angebote und robuste Architektur als Leitlinien
Im Mittelpunkt der Auslobung steht die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Gleichzeitig sollen Flächen für Gewerbe, Einzelhandel, Gastronomie, Kultur und Bildung entstehen. Die Planung soll unterschiedliche Nutzergruppen ansprechen und zugleich wirtschaftlich tragfähig bleiben. Daher fordert die Senatsverwaltung kostensichere Konzepte, die sich langfristig betreiben lassen.
Trotz dieser wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwartet man eine hohe architektonische Qualität. Proportion, Materialität und eine differenzierte Fassadengestaltung sollen ein stimmiges Ensemble bilden. So soll am Molkenmarkt ein robustes und nachhaltiges Quartier entstehen, das sich dauerhaft in die historische Mitte einfügt und zugleich zeitgemäße urbane Strukturen stärkt.
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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