Für den Molkenmarkt in Berlin-Mitte stehen die Siegerentwürfe für weitere Wohn- und Geschäftshäuser sowie den Kulturbaustein mit Theater fest. ENTWICKLUNGSSTADT liefert die wichtigsten Fragen und Antworten zum Bauprojekt.

Blick auf die Entwicklungsflächen am Molkenmarkt in Berlin-Mitte.

Die Fläche am Molkenmarkt zählt zu den wichtigsten innerstädtischen Entwicklungsarealen Berlins und soll zu einem gemischt genutzten Quartier mit Wohnen, Gewerbe, Kultur und öffentlichen Freiräumen entwickelt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild / Visualisierung: Hemprich Tophof Gv, Berlin mit Max Dudler GmbH, Berlin / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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Der Molkenmarkt gehört zu den größten Stadtentwicklungsprojekten in der historischen Mitte Berlins. Jetzt ist ein weiterer wichtiger Schritt geschafft: Der zweite Realisierungswettbewerb ist entschieden. Damit steht fest, welche Architekturbüros die nächsten Gebäude des Quartiers entwerfen sollen.

Geplant sind Wohnungen, Gewerbeflächen und ein Kulturbaustein mit Theater. Doch welche Entwürfe haben gewonnen? Wie viele Wohnungen entstehen? Und wie geht es nach dem Wettbewerb weiter? Ein Überblick.

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  • Bezirk:  Berlin-Mitte
  • Adresse: Molkenmarkt
  • Bauherrin: Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM)
  • Projektstatus: 2. Realisierungswettbewerb abgeschlossen
  • Nutzung: Wohnungen, Gewerbe, Kultur
  • Wohnungen: mindestens 220
Die Zukunft des Molkenmarkts in Berlin-Mitte nimmt konkrete Züge an.

Die Zukunft des Molkenmarkts in Berlin-Mitte nimmt konkrete Züge an. / © Foto: IMAGO / Sabine Gudath

Worum geht es am Molkenmarkt?

Der Molkenmarkt in Berlin-Mitte soll sich in den kommenden Jahren zu einem neuen Stadtquartier entwickeln. Geplant sind Wohnungen, Geschäfte, Gastronomie, Büros und kulturelle Einrichtungen. Grundlage dafür bildet der historische Stadtgrundriss, an dem sich die neuen Gebäude orientieren sollen.

Bauherrin ist die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM). Mit dem jetzt entschiedenen Wettbewerb steht fest, welche Architekturbüros große Teile des Quartiers planen sollen. Dazu gehören auch ein Kulturbaustein mit Theater sowie mindestens 220 Wohnungen.

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Das städtebauliche Modell zeigt den geplanten Molkenmarkt in Berlin-Mitte mit neuen Häuserblocks, Straßen und Grünflächen. Zu sehen sind die geplanten Gebäude für Wohnungen, Gewerbe und den Kulturbaustein mit Theater im künftigen Stadtquartier.

Das städtebauliche Modell zeigt, wie sich der Molkenmarkt in Berlin-Mitte mit neuen Wohn- und Geschäftshäusern sowie einem Kulturbaustein entwickeln soll. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Warum wird der Molkenmarkt überhaupt neu bebaut?

Jahrzehntelang war der Molkenmarkt vor allem vom Autoverkehr geprägt. Mit dem Projekt soll die historische Mitte wieder als urbanes Quartier mit Wohnungen, öffentlichen Plätzen und kurzen Wegen entwickelt werden. Ziel ist es, die heute stark zerschnittenen Flächen schrittweise wieder zu einem zusammenhängenden Stadtraum zu verbinden.

Was wurde am Molkenmarkt im Juni 2026 entschieden?

Mit dem Wettbewerb hat Berlin entschieden, welche Architekturbüros die nächsten Gebäude am Molkenmarkt planen sollen. Sie entwerfen Wohnhäuser, Gewerbeflächen und den Kulturbaustein mit Theater. Dafür wurde das Wettbewerbsgebiet in mehrere Teilbereiche aufgeteilt.

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Über vier davon hat die Jury jetzt entschieden. Ein weiterer Teil des Quartiers war bereits in einem früheren Wettbewerb vergeben worden. Damit steht nun für einen großen Teil des neuen Stadtviertels fest, wie die künftige Bebauung aussehen soll.

Modellfoto und Visualisierung zeigen, wie Los 2 in Block B am Molkenmarkt aussehen könnte.

Der erste Preis in Los 2 ging an von Ey Henkel Architektur gemeinsam mit internationalen Partnerbüros aus Basel und London. / © Modellfoto: Till Budde / Visualisierung: Ey Henkel Architektur GmbH, Berlin mit jessenvollenweider architektur ag, Basel und Trutz von Stuckrad Penner Architekten TVSP GmbH, Berlin

Welche Entwürfe haben gewonnen?

Für die einzelnen Teilbereiche des Wettbewerbs hat die Jury unterschiedliche Architekturbüros ausgezeichnet. Sie übernehmen nun die weitere Planung der Gebäude, sofern sie sich auch im anschließenden Vergabeverfahren durchsetzen. Folgende Planungsteams erhielten jeweils den ersten Preis:

  • Los 1: Hemprich Tophof Gesellschaft von Architekten mbH, Max Dudler und Simone Boldrin Architettura
  • Los 2: von Ey Architektur, jessenvollenweider Architektur und TVSP
  • Los 3: P/E/P Architekten + Stadtplaner, Kleihues + Kleihues und Muck Petzet Architekten
  • Los 4: Lederer Ragnarsdóttir Architekten und Baumschlager Eberle Architekten

Für Los 5 vergab die Jury keinen ersten Preis. Stattdessen empfahl sie, die Arkaden rund um den geplanten Stadtplatz gestalterisch einheitlich auszuführen. So soll der öffentliche Raum später ein harmonisches Gesamtbild erhalten.

Den ersten Preis in Los 4 erhielt Lederer Ragnarsdóttir Architekten mit Baumschlager Eberle für den künftigen Kulturbaustein.

In Los 4 überzeugte ein Berliner Vorhaben von Lederer Ragnarsdóttir gemeinsam mit Baumschlager Eberle als zentraler Kulturbaustein. / © Visualisierung: Lederer Ragnarsdóttir Architekten PartGmbB, Berlin mit Baumschlager Eberle Architekten GmbH, Berlin

Wie viele Wohnungen entstehen am Molkenmarkt?

Nach Angaben der WBM entstehen in diesem Bauabschnitt mindestens 220 Wohnungen. Hinzu kommen rund 23.000 Quadratmeter Gewerbeflächen. Das Quartier soll Wohnen, Arbeiten und öffentliche Nutzungen miteinander verbinden. Die Gebäude orientieren sich dabei am historischen Stadtgrundriss des Molkenmarkts.

Damit knüpfen die Planungen an das mittelalterliche Straßennetz und die historischen Blockstrukturen an, die nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Wiederaufbau weitgehend verloren gingen.

In Los 3 setzte sich ein Münchner- und Berliner Bürokonsortium mit einem robusten städtebaulichen Konzept durch.

Los 3 gewann ein Entwurf von P/E/P Architekten + Stadtplaner GmbH, Münster mit Kleihues + Kleihues GvA mbH, Berlin und Muck Petzet Architekten GmbH, München. / © Visualisierung: P/E/P Architekten + Stadtplaner GmbH, Münster mit Kleihues + Kleihues GvA mbH, Berlin und Muck Petzet Architekten GmbH, München

Welche Rolle spielt das Theater?

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem sogenannten Kulturbaustein im südlichen Teil von Block A. Dort soll ein multifunktionales Gebäude entstehen, das sowohl Kunstproduktion als auch Kunstpräsentation ermöglicht. Vorgesehen sind Flächen für die Bildenden und Darstellenden Künste.

Das Konzept umfasst außerdem mehrere Theater- und Konzertsäle. Der Kulturstandort soll das neue Quartier ergänzen und den Molkenmarkt auch über das Wohnen hinaus beleben.

Das Architekturmodell zeigt den Siegerentwurf für den Kulturbaustein am Molkenmarkt in Berlin-Mitte. Der Gebäudekomplex mit markanten Satteldächern und regelmäßig gegliederten Fassaden ist Teil des geplanten Quartiers mit Wohnungen, Gewerbe und Theater.

Los 4 wird als zentraler Kulturbaustein des neuen Quartiers entwickelt und soll Räume für Kunst, Theater und kulturelle Produktion bieten. / © Foto: Till Budde

Wie geht es jetzt am Molkenmarkt weiter?

Mit dem Abschluss des Wettbewerbs beginnt die WBM das Vergabeverfahren. Dafür werden jeweils die drei bestplatzierten Teams eines Loses berücksichtigt. Neben der Platzierung fließen auch wirtschaftliche Kriterien wie Organisation und Honorar in die Entscheidung ein. Erst danach erhalten die Planungsbüros den Auftrag für die weitere Ausarbeitung. Ein erster Preis bedeutet deshalb noch nicht automatisch den späteren Planungsauftrag.

Die prämierten Entwürfe sollen außerdem öffentlich ausgestellt werden. Nach Angaben der Senatsverwaltung ist die Ausstellung für September geplant. Ein konkreter Termin sowie der Veranstaltungsort stehen derzeit noch nicht fest. Auch Angaben zum Baubeginn oder zur Fertigstellung hat das Land Berlin bislang nicht veröffentlicht.

Mit dem zweiten Wettbewerb ist also ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht. Bis auf den Stadtplatzbereich liegen nun für große Teile des Molkenmarkts konkrete Entwürfe vor. Bevor gebaut werden kann, müssen jedoch zunächst die Vergabeverfahren abgeschlossen und die Planungen weiter ausgearbeitet werden.

Die Grafik zeigt die Aufteilung der Lose am Molkenmarkt in Block A und B2.

Das Wettbewerbsgebiet am Molkenmarkt ist in vier Lose gegliedert, die unterschiedliche Bausteine für Wohnen, Gewerbe und Kultur sowie einen gemeinsamen Stadtplatzbereich umfassen. / © Grafik : Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

 

Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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