Das Bundesamt für Strahlenschutz hat in Berlin-Karlshorst sein neues Verwaltungs- und Laborgebäude übernommen. Der Neubau ersetzt ein in die Jahre gekommenes Hochhaus aus den 1970er-Jahren und schafft die Grundlage für die weitere Entwicklung des Standorts.

Die Visualisierung zeigt die geschwungene Fassade des Neubaus für das Bundesamt für Strahlenschutz in Berlin-Karlshorst.

Der architektonische Entwurf des Neubaus in Berlin-Karlshorst verbindet Büro-, Labor- und Funktionsbereiche in einer kompakten, funktional gegliederten Gebäudestruktur. / © hks Architekten

© Titelbild: Winfried Mateyka

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Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat sein neues Büro- und Verwaltungsgebäude in Berlin-Karlshorst übernommen. Nach rund vier Jahren Bauzeit wurde der Neubau jetzt von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Bauherrin an die Behörde übergeben. Mit dem Einzug der Beschäftigten endet zugleich die Nutzung eines Verwaltungshochhauses aus dem Jahr 1974, das den Anforderungen an einen modernen Behördenstandort nicht mehr entsprach.

Der Neubau mit rund 3.600 Quadratmetern Nutzfläche bündelt künftig Büros, Labor- und Werkstattbereiche sowie zentrale Einrichtungen des Bundesamtes an einem Standort. Verantwortlich für die Umsetzung war das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) im Auftrag der BImA.

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  • Bezirk: Lichtenberg
  • Standort: Köpenicker Allee 120-130
  • Funktion: Ersatzneubau für das bestehende Verwaltungsgebäude am Standort
  • Nutzung: Büro-, Labor- und Werkstattflächen, ergänzt um Bibliothek und radiologisches Lagezentrum
  • Architekten: hks Architekten
  • Fläche: etwa 3.600 qm Nutzfläche
  • Bauzeit: ca. vier Jahre

Karlshorst: Neubau vereint Verwaltung, Bibliothek und Lagezentrum

Entstanden ist ein dreigeschossiges Gebäude, dessen Entwurf aus einem Architektenwettbewerb hervorging. Neben Büroarbeitsplätzen umfasst der Komplex unter anderem ein radiologisches Lagezentrum für den Einsatz bei kerntechnischen Ereignissen, ein Servicecenter zur Kalibrierung von Messgeräten, Werkstätten sowie eine Bibliothek mit elektronisch gesteuerter Rollregalanlage. Auch die Energieversorgung wurde eigenständig für den Neubau konzipiert.

Architektonisch setzt das Gebäude auf ein offenes Raumkonzept mit einem zentralen Foyer als Begegnungsort für die Beschäftigten. Dort befindet sich auch die Kunst-am-Bau-Installation „Urhütte“ des Künstlers Kang Sunkoo, die bereits im Rahmen des Planungsprozesses ausgewählt worden war.

Ein Blick in den Innenraum zeigt ein großzügiges Atrium und lichtdurchflutete Innenräume des BfS in Karlshorst.

In Berlin-Karlshorst wurde ein Verwaltungsgebäude fertiggestellt, das mit seinem offenen Raumkonzept und einem zentralen Foyer auf Transparenz und Begegnung setzt. Im Zentrum befindet sich eine Kunst-am-Bau-Installation. / © Foto: BImA

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BfS-Neubau in Karlshorst: Nachhaltigkeit als zentrales Planungsziel

Bereits bei der Grundsteinlegung im Jahr 2022 war angekündigt worden, den Neubau nach den Kriterien des Bundes für nachhaltiges Bauen zu errichten. Dazu gehören unter anderem eine ressourcenschonende Bauweise, eine energieeffiziente Gebäudetechnik sowie der Einsatz von Fernwärme und Photovoltaik. Ergänzt wird das Konzept durch eine natürliche Nachtkühlung: Nicht alle Räume verfügen über eine klassische Klimaanlage, stattdessen sorgen automatisch gesteuerte Fenster in den Nachtstunden für die Abkühlung des Gebäudes.

Um die tatsächliche Leistungsfähigkeit der technischen Anlagen zu überprüfen, wird das Gebäude im ersten Betriebsjahr kontinuierlich überwacht. Mithilfe eines digitalen Gebäudemodells (Building Information Modeling, BIM) sollen Betrieb, Wartung und mögliche Optimierungen langfristig unterstützt werden.

Der Neubau in Berlin-Karlshorst setzt mit seiner klar gegliederten, dreigeschossigen Struktur einen neuen architektonischen Akzent am Behördenstandort.

Am Standort Berlin-Karlshorst wurde ein moderner Neubau für das Bundesamt für Strahlenschutz fertiggestellt und übergeben. / © Foto: BImA

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Kernphysikerin Lise Meitner als Namensgeberin

Die Beschäftigten des Bundesamtes entschieden sich mehrheitlich dafür, den Neubau nach der österreichischen Kernphysikerin Lise Meitner zu benennen. Sie leistete wesentliche Beiträge zur Kernforschung, erhielt für ihre wissenschaftliche Arbeit jedoch nie den Nobelpreis. Künftig trägt das Gebäude deshalb den Namen Lise-Meitner-Haus.

Der Bezug der neuen Arbeitsplätze ist noch im Juli vorgesehen. Mit der Fertigstellung des Ersatzneubaus verändert sich zugleich die Flächenstruktur der Liegenschaft in Berlin-Karlshorst. Da das BfS künftig weniger Fläche benötigt, entstehen auf dem Gelände neue Entwicklungsmöglichkeiten für die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

BfS-Neubau

Quellen: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bundesamt für Strahlenschutz

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