Die Wärmewende braucht neue Ideen und konkrete Projekte. In Mariendorf, ganz im Süden der Hauptstadt, entsteht nun eines der ersten Berliner Gewerbequartiere, das auf die Abwärme eines benachbarten Rechenzentrums setzt. Langfristig soll die Lösung weit über den neuen Makerspace ringberlin hinausreichen.

Auf dem Modell-Campus ringberlin entsteht Europas größter geplanter Makerspace. Die Wärme dafür soll künftig aus einem benachbarten Rechenzentrum kommen.

In diesen ehemaligen Industriehallen soll der Makerspace ringberlin entstehen. Noch sind große Teile des Areals im Umbau. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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In Berlin-Mariendorf ist der Startschuss für ein innovatives Energieprojekt gefallen. Künftig soll die Abwärme eines benachbarten Rechenzentrums zur Wärmeversorgung des Modell-Campus ringberlin genutzt werden. Nach Angaben der Projektbeteiligten handelt es sich um eines der ersten gewerblichen Quartiere in Berlin, das eine solche Lösung in größerem Maßstab umsetzt.

Das Vorhaben entsteht in Kooperation zwischen GASAG Solution Plus und DATA2HEAT. Ziel ist es, bislang ungenutzte Energiepotenziale aus dem benachbarten Marienpark Berlin für die Wärmeversorgung von Gebäuden und Quartieren nutzbar zu machen.

Im ersten Schritt wird der entstehende Makerspace in der denkmalgeschützten Halle 2 des Modell-Campus ringberlin mit der gewonnenen Wärme versorgt. Perspektivisch soll die Versorgung auf das gesamte Quartier ausgeweitet werden.

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ringberlin: Größter Makerspace Europas entsteht in historischer Industriehalle

Ein zentraler Baustein des Projekts ist die Entwicklung eines großflächigen Makerspace in der ehemaligen Fertigungshalle des Areals. Auf rund 17.000 Quadratmetern sollen künftig Flächen für Produktion, Entwicklung, Handwerk, Kreativwirtschaft und technologische Innovation entstehen.

Der Betreiber MotionLab.Berlin plant dort einen Standort für Start-ups, Gründerinnen und Gründer sowie innovative Unternehmen. Nach Angaben der Projektpartner soll es sich um einen der größten Makerspaces Europas handeln. Die Halle 2 wird derzeit denkmalgerecht modernisiert und erweitert. Bestandteil des Umbaus ist unter anderem eine umfassende Neugestaltung der historischen Industriearchitektur.

Auf dem Modell-Campus ringberlin entsteht Europas größter geplanter Makerspace. Die Wärme dafür soll künftig aus einem benachbarten Rechenzentrum kommen.

Gäste und Medienvertreter auf der Veranstaltung in Mariendorf. Die Initiatoren präsentierten ihr Konzept zur Wärmeversorgung des Campus ringberlin. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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DATA2HEAT: So funktioniert die Nutzung von Rechenzentrums-Abwärme

Rechenzentren erzeugen im laufenden Betrieb erhebliche Mengen an Wärme, die bislang häufig ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird. Beim Projekt DATA2HEAT wird diese Energie über Wärmetauscher aus den Kühlprozessen ausgekoppelt und auf Wasser übertragen.

Das erwärmte Wasser erreicht Temperaturen von rund 28 Grad Celsius und wird anschließend über ein Niedertemperaturnetz zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert. Dort erhöhen Wärmepumpen die Temperatur auf das für die Wärmeversorgung erforderliche Niveau.

Mariendorf: Zwei Berliner Innovationsstandorte arbeiten künftig zusammen

Nach Angaben der Projektpartner arbeitet das System besonders effizient. Durch das vergleichsweise hohe Temperaturniveau der Abwärme können die Wärmepumpen deutlich mehr Wärmeenergie erzeugen, als sie Strom verbrauchen.

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Mit dem Modell-Campus ringberlin und dem Marienpark Berlin werden zwei große Entwicklungsstandorte miteinander verknüpft. Die Projektpartner sehen darin ein Beispiel dafür, wie industrielle Infrastruktur und urbane Quartiersentwicklung künftig stärker zusammenwirken können.

Mehr als 60 Mio. Euro fließen in den Modell-Campus ringberlin im Süden Berlins

Der Modell-Campus ringberlin entsteht auf dem Gelände der Schindler-Gruppe an der Ringstraße in Mariendorf. Für die Entwicklung des Standorts sind Investitionen von mehr als 60 Millionen Euro vorgesehen. Das Land Berlin unterstützt das Vorhaben über Mittel der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) mit rund 36 Millionen Euro.

Langfristig soll das Projekt zeigen, wie bislang ungenutzte Energiequellen zur Dekarbonisierung von Stadtquartieren beitragen können. Die Nutzung von Rechenzentrums-Abwärme gilt dabei als ein Baustein für eine klimaneutrale Wärmeversorgung in wachsenden Städten.

Auf dem Modell-Campus ringberlin entsteht Europas größter geplanter Makerspace. Die Wärme dafür soll künftig aus einem benachbarten Rechenzentrum kommen.

Eine Grafik vor Ort zeigt die geplante Wärmeversorung des Campus ringberlin in Mariendorf. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Auf dem Modell-Campus ringberlin entsteht Europas größter geplanter Makerspace. Die Wärme dafür soll künftig aus einem benachbarten Rechenzentrum kommen.

v.l.: Dr. Christian Meine, Geschäftsführer Marienpark Berlin, Fridtjof Gustavs, Co-Founder und Managing Director MotionLab.Berlin, Dr. Severin Fischer, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Matthias Menger, Geschäftsführer von KOIMO Projektentwicklung und ringberlin, Georg Friedrichs, Vorstandsvorsitzender GASAG AG / © Foto: ringberlin/Berlin-eventfotograf.de

Quellen: GASAG Solution Plus, DATA2HEAT, MotionLab.Berlin, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe Berlin, ringberlin, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg

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