Am 12. und 13. September 2025 findet in der Parochialkirche das Mitte-Fest statt. Die Stiftung Mitte Berlin lädt zu Ausstellungen, Diskussionen und Führungen ein, die Vergangenheit und Zukunft des historischen Zentrums miteinander verbinden. Ziel ist es, die Bedeutung der Berliner Mitte neu ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Die Visualisierung zeigt die Klosterstraße mit Blick auf den Fernsehturm. Die Stiftung Mitte Berlin sieht eine Wiederherstellung historischer Strukturen der Berliner Mitte als erstrebenswert, kombiniert mit modernen Verkehrswegen und einem begrünten Straßenraum. / © Visualisierung: Stiftung Mitte Berlin
© Visualisierung: Stiftung Mitte Berlin
Die Stiftung Mitte Berlin wurde 2022 von der Unternehmerin und Autorin Marie-Luise Schwarz-Schilling gegründet. Ihr Ziel war es, das historische Zentrum Berlins wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken. Nach ihrem Tod im Jahr 2024 führt die Stiftung ihr Vermächtnis fort. Sie will Orte wie die Parochialkirche, die Bauakademie, das Graue Kloster oder den Molkenmarkt neu beleben und dabei an die Strukturen anknüpfen, die bis ins frühe 20. Jahrhundert bestanden.
Stadtforscher Benedikt Goebel, Vorstand der Stiftung, erklärte, dass es bei dieser Arbeit nicht allein um Architektur gehe. Vielmehr stehe die Frage im Raum, welche Stadt man kommenden Generationen hinterlassen wolle. Die Wiedergewinnung der historischen Mitte solle dabei nicht als nostalgische Übung verstanden werden, sondern als Beitrag zu einer menschengerechten Stadtentwicklung.
Programm des Mitte-Fests 2025 in der Parochialkirche: Ausstellungen, Führungen und Diskussionen
Das Mitte-Fest findet am Wochenende des offenen Denkmals am 12. und 13. September 2025 in der Parochialkirche statt. Auf dem Programm stehen sechs Ausstellungen, die unterschiedliche Zugänge zur Stadtgeschichte bieten. Gezeigt werden historische Fotografien, digitale Rekonstruktionen und Handzeichnungen. Studierende der University of Notre Dame präsentieren eigene Entwürfe für das Klosterviertel und den Molkenmarkt.
Darüber hinaus gibt es acht thematische Stadtführungen, die Besucherinnen und Besucher durch das Klosterviertel, das Nikolaiviertel oder den Historischen Hafen führen. Ergänzt wird das Programm durch Vorträge, etwa von der Denkmalpflegerin Martina Abri oder dem Philosophen Wilhelm Schmid. Musik und kulinarische Angebote runden das Fest ab und sollen zum Austausch zwischen Bürgerinnen, Fachleuten und Kulturschaffenden beitragen.
Bedeutung der Berliner Mitte laut der Stiftung: Ort zwischen Vergangenheit und Zukunft
Die Vorsitzende der Stiftung, Alexandra Schwarz-Schilling, betonte, dass die Mitte ein Ort sei, an dem sich die Stadt selbst erkenne. Wenn heute über Nachhaltigkeit, Baukultur und Rückbau der autogerechten Stadt gesprochen werde, dann gehe es nicht nur um Gebäude, sondern auch um das Fundament der Stadtgesellschaft.
Die Stiftung versteht die Berliner Mitte als ein Projekt von gesamtstädtischer Bedeutung. Sie will eine belebte Innenstadt fördern, die aus mehr besteht als Verkehrstrassen und leerstehenden Flächen. Beispiele aus Dresden, Frankfurt oder Potsdam dienen dabei als Referenz für eine Rückkehr zu kleinteiligeren und nutzungsgemischten Stadtstrukturen.
Ort und Rahmenbedingungen des Mitte-Fests: Parochialkirche als Schauplatz des Dialogs
Das Mitte-Fest 2025 findet in der Parochialkirche in der Klosterstraße statt, die selbst ein zentrales Denkmal der Berliner Stadtgeschichte ist. Das Gebäude bildet damit den passenden Rahmen für die geplante Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Zukunft. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Mit dem Fest möchte die Stiftung die Diskussion um die historische Mitte in eine breitere Öffentlichkeit tragen. Es soll ein Forum entstehen, in dem Fachleute, Politik und Stadtgesellschaft über die Rolle der Berliner Mitte in einer wachsenden und sich wandelnden Hauptstadt nachdenken.

Schauplatz des Mitte-Festivals 2025: die Parochialkirche in Berlin-Mitte. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Der Entwurf für ein Wohnquartier in der historischen Mitte zeigt kleinteilige Gebäude und einen intimen Platz, der durch den Fernsehturm im Hintergrund eine klare Stadtkante erhält. / © Visualisierung: Stiftung Mitte Berlin
Quellen: Stiftung Mitte Berlin
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5 Kommentare
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Klingt sehr interessant! Nur verstehe ich nicht, warum der Philosoph Wilhelm Schmid auftreten soll. Er hat in Interviews davon abgeraten, die AfD auszuschließen. Auch sei er dort schon aufgetreten. Er gibt den Ratschlag, nach Gemeinsamkeiten sogar mit AfD-Mitgliedern zu suchen. Dann spricht er noch herablassend über die Klimaproteste von Schülern und die Woke-Bewegung, diese sind für ihn „aggressiver Humanismus“.
Dazu sage ich: Nein danke!
Dann bleib mal schön weg mit Deinen Scheuklappen. Ich sage. Ja, bitte!
Es ist sehr schade das die Vorschläge der Stiftung Mitte Berlin, weitesgehend ignoriert werden. Zumindest hört man das von Kahlfeldt, die auf ganzer Linie enttäuscht.
In der Historischen Mitte geht es wohl um alles Mögliche ( Klimaschutzgedöns, billige subventionierte Wohnungen, Gendergerechtigkeit und sonstiger linker Zeitgeistscheiß) … nur nicht um Historie und Identität. Deshalb bin ich da ganz entspannt und verfolge das Thema Wiederaufbau der Historischen Mitte mit großer Distanz: die Verantwortlichen werden es ganz sicher schaffen, den Molkenmarkt zu vermurksen… so wie das ganze historische Zentrum eh schon ein einziger unansehlicher, ahistorischer Murks ist!
Vielleicht sollte Ein anderer weg gewaehlt werden: Befragung der Berliner Bevölkerung – vorschlagswettbewerb-
(IDENTITAET UND HISTORIE)!