Auf einem rund 34.000 Quadratmeter großen Grundstück in Tempelhof soll ein neuer Campus für das Hotel- und Gastgewerbe entstehen. Geplant sind unter anderem ein Oberstufenzentrum, ein Übungshotel, Weiterbildungsangebote, Wohnungen für Auszubildende und Flächen für Innovationen.

Baustelle auf dem ehemaligen HELLWEG-Gelände mit Sandhaufen und Kränen.

Wo früher ein HELLWEG-Baumarkt stand, wächst heute ein neues Quartier heran. Jetzt ist klar, dass auf einem Teil des Areals künftig auch ein großer Ausbildungsstandort für das Hotel- und Gastgewerbe entstehen soll: der HOGA Campus. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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Auf dem Gelände der Marienhöfe in Tempelhof könnte in den kommenden Jahren ein weiterer großer Baustein hinzukommen. Während auf dem nördlichen Teil des Areals bereits ein neues Wohn- und Gewerbequartier mit rund 900 Wohnungen entsteht, ist im südlichen Bereich ein Campus für die Ausbildung von Fachkräften im Hotel- und Gastgewerbe geplant. Das Konzept für den sogenannten HOGA Campus wurde am Freitag von Senat, Bezirk und dem Berliner Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA vorgestellt.

Vorgesehen ist eine rund 34.000 Quadratmeter große Fläche im Bereich Attilastraße und Röblingstraße. Der Campus soll Ausbildung, Weiterbildung und praktische Qualifizierung an einem Ort bündeln. Langfristig könnten dort mehr als 3.000 Auszubildende und Studierende lernen. Hinzu kommen nach den bisherigen Planungen 500 bis 600 Arbeitsplätze.

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HOGA Campus ergänzt die Entwicklung der Marienhöfe

Das Vorhaben fügt sich in die größere Entwicklung des ehemaligen Güterbahnhof- und Baumarktareals ein. Auf rund zehn Hektar entstehen mit den Marienhöfen derzeit elf Wohn- und Geschäftsgebäude sowie ein Quartiershaus. Neben Wohnungen sind Gewerbe, Gastronomie, soziale Einrichtungen und weitere Nutzungen vorgesehen.

Der HOGA Campus soll dabei vor allem den südlichen Bereich des Gesamtareals prägen. Geplant sind unter anderem ein Oberstufenzentrum für das Gastgewerbe, ein Übungshotel sowie Angebote von Fach- und Hochschulen. Ergänzt werden sollen die Bildungseinrichtungen durch Flächen für Fort- und Weiterbildung und ein Verbände- und Innovationszentrum.

Die Visualisierung zeigt das Quartier „Marienhöfe“, das unweit des S-Bahnhofs Priesterweg auf einem rund zehn Hektar großen Gelände entwickelt wird.

Unweit des S-Bahnhofs Priesterweg wird an der Attilastraße auf einem etwa zehn Hektar großen Areal ein großmaßstäbliches Stadtquartier entwickelt. / © Visualisierung: Goldbeck GmbH

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Tempelhof: Ausbildung, Gewerbe und Wohnen an einem Standort

Zum Konzept gehören auch Wohnungen für Auszubildende. Damit soll der Campus nicht allein ein Bildungsstandort werden, sondern zugleich auf die Wohnsituation junger Menschen in Berlin reagieren. Außerdem sind Räume vorgesehen, in denen Gründerinnen und Gründer neue gastronomische Konzepte entwickeln und praktisch erproben können.

Entwickelt und betrieben werden soll der Campus von der HOGA Campus Berlin eG. Die Genossenschaft wurde vom DEHOGA Berlin gemeinsam mit neun weiteren Mitgliedern gegründet. Das Land Berlin will das Grundstück erwerben und anschließend im Erbbaurecht an die Genossenschaft vergeben. Damit soll die Grundlage für die weitere Planung geschaffen werden.

„Der HOGA-Campus wird für Tempelhof-Schöneberg und ganz Berlin ein Leuchtfeuer für Ausbildung und innovative Personalentwicklung. Wir hätten uns keinen besseren Ort dafür wünschen können.“ – Jörn Oltmann, Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg

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Land Berlin beteiligt sich an der Grundstücksentwicklung

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey verbindet mit dem Projekt vor allem die Hoffnung, dem Fachkräftemangel in Gastronomie, Hotellerie und Tourismus entgegenzuwirken. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch verwies auf die Bedeutung einer engeren Verbindung zwischen beruflicher Orientierung, Ausbildung und Wirtschaft.

Gleichzeitig ist die Finanzierung noch an Voraussetzungen geknüpft. Finanzstaatssekretär Wolfgang Schyrocki betonte, dass zunächst ein tragfähiges wirtschaftliches Konzept vorliegen müsse. Auch der finanzielle Beitrag des Landes müsse haushaltsrechtlich abgesichert sein. Der HOGA Campus befindet sich damit noch in der Entwicklungs- und Planungsphase.

Mit dem Vorhaben würde die Entwicklung an der Attilastraße um einen weiteren Schwerpunkt ergänzt. Während im nördlichen Teil der Marienhöfe bereits die Bauarbeiten für das neue Wohnquartier sichtbar voranschreiten, könnte südlich davon ein Bildungs- und Gewerbestandort für eine gesamte Branche entstehen. Wie der Campus konkret gebaut und gestaltet wird, soll in den weiteren Planungsschritten festgelegt werden.

HOGA Campus

Quellen: mein.Berlin, Bebauungsplan 7-95-1, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg

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