Nach monatelanger Sperrung ist die Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg wieder vollständig in Betrieb. Die Deutsche Bahn hat den wichtigen Korridor umfassend modernisiert und setzt künftig ausschließlich moderne Hochgeschwindigkeitszüge ein.

Über den Berliner Hauptbahnhof verkehren täglich zahlreiche Fernzüge nach Hamburg. Nach Abschluss der Generalsanierung ist die wichtige Bahnverbindung nun wieder vollständig in Betrieb. / © Foto: depositphotos.com
© Titelbild: Wikimedia Commons, Nelso Silva from Porto, Portugal, CC BY-SA 2.0
Nach rund zehn Monaten Bauzeit können Reisende wieder ohne Umwege zwischen Berlin und Hamburg fahren. Die Deutsche Bahn hat die Strecke in den vergangenen Monaten umfassend erneuert und zahlreiche Arbeiten an Gleisen, Weichen, Oberleitungen und der Signaltechnik durchgeführt. Mit der Wiedereröffnung endet eine der bislang größten Streckensperrungen im deutschen Fernverkehr.
Die Verbindung zwischen Berlin und Hamburg zählt zu den wichtigsten Bahnachsen Deutschlands. Täglich nutzen Pendler, Geschäftsreisende und Touristen die Strecke zwischen den beiden Metropolregionen. Nach Angaben der Deutschen Bahn verkehren künftig ausschließlich moderne Hochgeschwindigkeitszüge auf dem Korridor. Zum Neustart wirbt das Unternehmen zudem mit Sonderangeboten für Fahrgäste.
Generalsanierung als Test für die Deutsche Bahn
Besonders bemerkenswert ist jedoch die Art der Modernisierung. Statt über Jahre hinweg immer wieder einzelne Baustellen einzurichten, sperrte die Deutsche Bahn die Strecke für mehrere Monate vollständig. In dieser Zeit erneuerten die Bauunternehmen große Teile der Infrastruktur in einem Zug. Die Bahn verfolgt damit das Ziel, die Zahl künftiger Baustellen zu reduzieren und die Zuverlässigkeit langfristig zu erhöhen.
Die Strecke Berlin–Hamburg gehört zu den ersten großen Projekten dieser sogenannten Generalsanierung. Die Erfahrungen aus dem Vorhaben sollen künftig auch auf weitere stark belastete Korridore übertragen werden. Ob das Konzept langfristig zu weniger Störungen und einer höheren Pünktlichkeit führt, wird sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen.
Verzögerungen und Kritik während der Bauzeit
Ganz ohne Probleme verlief das Projekt nicht. Die ursprünglich geplante Wiederinbetriebnahme musste verschoben werden, unter anderem weil Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik mehr Zeit in Anspruch nahmen als vorgesehen. Auch der umfangreiche Ersatzverkehr sorgte während der Sperrung für Diskussionen bei Pendlern und Reisenden.
Gleichzeitig argumentiert die Deutsche Bahn, dass die vorübergehenden Einschränkungen langfristige Vorteile bringen sollen. Anstatt über viele Jahre hinweg immer neue Baustellen einzurichten, sollen die Arbeiten nun für einen längeren Zeitraum abgeschlossen sein. Ob diese Rechnung aufgeht, dürfte auch für kommende Sanierungsprojekte von Bedeutung sein.
Berlin und Hamburg rücken näher zusammen
Für die beiden größten Städte Norddeutschlands bedeutet die Wiedereröffnung mehr als nur die Rückkehr zum Regelbetrieb. Leistungsfähige Bahnverbindungen spielen eine wichtige Rolle für Arbeitsmärkte, Wirtschaftsstandorte und Geschäftsbeziehungen. Je schneller und zuverlässiger Menschen zwischen Berlin und Hamburg reisen können, desto enger wachsen die beiden Metropolregionen zusammen.
Während die Verbindung zwischen Berlin und Hamburg nun wieder leistungsfähiger wird, plant die Deutsche Bahn bereits die nächsten Ausbauschritte im internationalen Fernverkehr und will Berlin künftig noch enger an europäische Metropolen anbinden.
Berlin Hbf
Hamburg Hbf
Quellen: Deutsche Bahn, Berliner Morgenpost, NDR, Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg
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