In Alt-Hohenschönhausen nimmt eines der größten Berliner Stadtentwicklungsprojekte der kommenden Jahre Gestalt an. Der Architekturwettbewerb für das Quartier „27 ha Möglichkeiten“ ist entschieden und markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer umfangreichen Transformation des bislang kaum genutzten Areals.

Heute wird das Areal in Berlin-Lichtenberg vollständig gewerblich genutzt. Zukünftig sollen hier Wohnungen, Gewerbe und soziale Infrastruktur nebeneinander existieren. / © Visualisierung (2023): ZEITGEIST
© Foto Titelbild: ZEITGEIST
Im Berliner Osten nimmt ein lange diskutiertes Stadtentwicklungsprojekt konkrete Formen an. Das Areal „27 ha Möglichkeiten“ in Alt-Hohenschönhausen soll in den kommenden Jahren grundlegend umgestaltet werden. Nun liegt der Siegerentwurf des dazugehörigen Architekturwettbewerbs vor. Wie unter anderem Deal Magazin berichtet, entschied sich die Jury für das Pariser Büro ChartierDalix & serp SAS, das ein städtebaulich klar abgestimmtes und zukunftsorientiertes Konzept vorgelegt hat.
Die Jury setzte sich aus Vertretungen des Projektträgers ZEITGEIST Asset Management, Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichtern sowie Mitgliedern aus Bezirks und Senatsebene zusammen. Laut Steffen Jüstel von ZEITGEIST habe der Entwurf das Potenzial des Standorts präzise herausgearbeitet und die Anforderungen an ein lebendiges Stadtquartier gut miteinander verknüpft.
2.000 Wohnungen, Gewerbeflächen und mehr: Ein Quartier mit gemischten Nutzungen
Das rund 27 Hektar große Gebiet, das heute weitgehend gewerblich oder nur teilgenutzt ist, soll zu einem gemischten Stadtquartier entwickelt werden. Vorgesehen sind etwa 2.000 Wohnungen, Gewerbeflächen, soziale Einrichtungen und großzügige Grünräume. Das Pariser Büro bringt Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten ein, darunter aus dem Pariser Zukunftsquartier „ZAC Clichy-Batignolles“, das einen Schwerpunkt auf CO₂-reduziertes Bauen und urbane Biodiversität setzt.
Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin von Lichtenberg, Camilla Schuler, bewertete den ausgewählten Entwurf als Beispiel dafür, wie zeitgemäße Stadtentwicklung funktionieren könne. Sie hob hervor, dass die geplante Mischung aus Wohnen, Gewerbe und öffentlicher Infrastruktur kurze Wege und ein engmaschiges Alltagsnetz ermöglicht.
„27 Hektar Möglichkeiten“ in Lichtenberg ist Teil des großen Entwicklungsraums „Berlin eastside“
Das Gebiet ist eingebettet in den weitläufigen Entwicklungsraum „Berlin eastside“, eines der größten Gewerbeareale der Hauptstadt. Der Abschnitt südlich der Gärtnerstraße gilt seit Jahren als mindergenutzte Fläche zwischen bestehenden Wohnquartieren. Einzelne Betriebe nutzen die Flächen vor allem als Lagerstandorte, während große Teilbereiche brachliegen.
Der Investor plant, das Areal stärker in die umliegenden Wohngebiete einzubinden und es nach dem Leitbild der „Berliner Mischung“ neu zu ordnen. Die Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg hatte sich bereits 2023 grundsätzlich positiv zum Vorhaben geäußert.
Weiterer Ablauf und zeitliche Perspektive: Ergebnisse des Wettbewerbs ab Dezember öffentlich vorgestellt
Nach Abschluss des Wettbewerbs beginnt nun die Übertragung des Entwurfs in planungsrechtliche Grundlagen. Die Ergebnisse sollen Anfang Dezember öffentlich vorgestellt werden. Für die vollständige Entwicklung des Areals rechneten die Projektverantwortlichen 2023 noch mit einem Zeitraum von etwa zehn Jahren. Ob es mittlerweile einen neue Prognose hierzu gibt, ist derzeit nicht bekannt.
Für die umliegenden Quartiere in Lichtenberg könnte das Projekt langfristig neue Impulse setzen. Die geplante Kombination aus Wohnen, Gewerbe und Infrastruktur trägt dazu bei, ein bisher kaum genutztes Areal städtebaulich neu zu ordnen und in das städtische Gefüge einzubinden.
Quellen: wallstreet online, Deal Magazin, Berliner Sonntagsblatt, Propercity Frankfurt, BERLINboxx
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
4 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.



Zuviel Gewerbe
Man kann 4000 tausend Wohnungen bauen
2 Zimmer
Viel zu wenig Grünflächen. Das stinkt doch zum Himmel. Alle Flächen werden versiegelt anstatt mal Luft zum atmen für Mensch und Natur zu lassen.
Hallo, kein Wort über Energiewende, grüne Häuser, grüne Straßen, Verkehrsberuhigung.
Einen Artikel weiter ist über den Abschluss des Projekts Heidestraße berichtet als Bestandteil des Quartiers Europacity berichtet worden. Man hat also eine Ahnung, wie das hier geplante neue Quartier aussehen wird. Mit wenigen Ausnahmen kann Berlin keine gute Architektur!