Am Mirbachplatz in Pankow wird die frühere Bethanienkirche zu Wohnungen umgebaut. Die Bauarbeiten in Weißensee machen sichtbare Fortschritte.

Der Turm der Kirche am Mirbachplatz in Pankow wird während der Bauarbeiten saniert und für Wohnungen vorbereitet.

Am Turm der Kirche am Mirbachplatz sind sanierte Fassadenbereiche, Rohbauöffnungen und gelagerte Steine inzwischen deutlich zu erkennen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild / Visualisierung: THIRD / Prinzip 3D Medienagentur GmbH

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Am Mirbachplatz in Pankow entsteht aus der früheren Bethanienkirche ein Wohnprojekt. Die Bauarbeiten an der denkmalgeschützten Kirche in Weißensee sind inzwischen deutlich sichtbar. Geplant sind 17 Wohnungen im Turm und in einem angrenzenden Neubau.

  • Bezirk: Pankow
  • Adresse: Mirbachplatz, 13086 Berlin
  • Gebäude: frühere Bethanienkirche
  • Eröffnung: 1902
  • Zustand: Turmruine nach Kriegsschäden
  • Höhe des Turms: rund 65 Meter
  • Projekt: Umbau zu Wohnungen
  • Geplant: 17 Wohnungen

Am Mirbachplatz in Pankow prägen Bauzäune, Erdarbeiten und freigelegte Mauerteile das Bild. Vor der früheren Bethanienkirche öffnet sich eine tiefe Baugrube. Holzverbau, Leitungen und Baustellenmaterial liegen sichtbar im Arbeitsbereich. Der historische Turm steht weiter im Mittelpunkt der Baustelle. An seiner Fassade sind sanierte Bereiche, Öffnungen und neu eingefügte Bauteile deutlich zu erkennen.

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Eine Baugrube vor der Kirche am Mirbachplatz in Pankow zeigt den Fortschritt der Bauarbeiten für neue Wohnungen in Weißensee.

Vor der Kirche am Mirbachplatz in Weißensee liegt eine große Baugrube. Sie gehört zu den laufenden Bauarbeiten für das Wohnprojekt mit Wohnungen und Tiefgarage. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Bauarbeiten am Mirbachplatz verbinden Denkmalschutz und Wohnungsbau

Die ehemalige Kirche in Weißensee erhält eine neue Nutzung. Es entstehen insgesamt 17 Wohnungen. Drei Wohnungen sollen im denkmalgeschützten Turm liegen, 14 weitere in einem Neubau, der das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kirchenschiff ersetzt. Der Neubau folgt Grundfläche und Dimension des früheren Kirchenschiffs, setzt sich gestalterisch aber vom historischen Bestand ab.

Eine Visualisierung der Kirche am Mirbachplatz in Pankow zeigt den geplanten Umbau zu Wohnungen mit saniertem Turm und neuem Wohngebäude nach den Bauarbeiten.

Eine Visualisierung zeigt, wie die frühere Kirche am Mirbachplatz in Pankow nach Abschluss der Bauarbeiten als Wohnprojekt mit Wohnungen aussehen soll. / © Visualisierung: THIRD / Prinzip 3D Medienagentur GmbH

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Die Sicherung des rund 65 Meter hohen Turms begann im Frühjahr 2022. Beschädigte Steine wurden dokumentiert und sollen originalgetreu wiederverwendet werden. Der ruinöse Charakter des Bauwerks soll erhalten bleiben. Die oberen Turmabschnitte werden äußerlich saniert, bleiben aber ungenutzt. Der Grund liegt in den baulichen Anforderungen: Ein zweiter Rettungsweg lässt sich dort nicht genehmigungsfähig herstellen.

Das Projekt hat eine lange Vorgeschichte. Architekt Bernd Bötzel entwickelte die Idee bereits 2001 und stimmte sie über Jahre mit Bezirk und Denkmalpflege ab. Die Baugenehmigung wurde 2020 erteilt. 2021 ging das Grundstück an Unternehmer Uwe Dinnebier über, der das Vorhaben auf Grundlage des Entwurfs umsetzt. Der Bezirk Pankow prüfte ein Vorkaufsrecht, machte davon aber keinen Gebrauch.

Die frühere Kirche am Mirbachplatz in Pankow ist während der Bauarbeiten zu sehen, bei denen Wohnungen im Turm und im Neubau entstehen.

Die Kirche am Mirbachplatz in Pankow wird derzeit zu Wohnungen umgebaut. Die Bauarbeiten zeigen freigelegte Mauern, neue Bauteile und gesicherte Fassadenbereiche. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Wohnungen in der Bethanienkirche mit historischer Bausubstanz

Neben den Wohnungen sind kulturelle und gastronomische Angebote vorgesehen. Die drei historischen Glocken bleiben erhalten. Der Turm soll akustisch entkoppelt werden, damit die Wohnnutzung trotz Geläut möglich bleibt. Zum Projekt gehört außerdem eine Tiefgarage. Ein Blick auf die Baustelle lässt erkennen, dass die Vorbereitungen dafür bereits den Vorplatz und die Flächen vor der Kirche erfassen.

Die Bethanienkirche wurde 1902 im neogotischen Stil eröffnet. Sie gehörte zur städtebaulichen Entwicklung Neu-Weißensees. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bauwerk schwer beschädigt. Erhalten blieb vor allem der Turm, der den Mirbachplatz bis heute prägt. Mit dem Umbau entsteht an diesem Ort kein öffentlicher Kirchenraum mehr, sondern privater Wohnraum in historischer Bausubstanz.

Bethanienkirche am Mirbachplatz

Quellen: B.Z., Bernd Bötzel, Architektur Urbanistik Berlin, Bezirksamt Pankow

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12 Kommentare

  1. Fred Krämer 27. Mai 2026 at 11:27 - Reply

    War nicht mal die Rede von einer Konzernzentrale, welche der Investor Dinnebier dort errichten wollte ? Hoffentlich läuten auch bald wieder die Glocken…

    • Max 2. Juni 2026 at 13:47 - Reply

      Wenn die Wohnung Dinnebiers die Zentrale ist, dann ja!

  2. TedG 27. Mai 2026 at 11:43 - Reply

    Es grenzt schon an Frechheit, wenn hier steht, Kirche wird zu Wohnungen.
    Ein Luxusquartier mit edlen repräsentationswohnungen, die vermutlich die meiste Zeit leer stehen werden. Mitten im Kreisverkehr, Tag und Nacht viel befahren

  3. Mario 27. Mai 2026 at 12:44 - Reply

    Ein an Sinnlosigkeit nicht zu überbietendes Projekt.

  4. Michael Mooy 27. Mai 2026 at 15:34 - Reply

    Ich finde es gut und wichtig diese Kirchenruine zu erhalten. Besser neue Wohnungen, als weiterer Verfall der Kirchenruine.

  5. Rene Schulz 27. Mai 2026 at 16:09 - Reply

    „Bezirk Pankow prüfte ein Vorkaufsrecht, machte davon aber keinen Gebrauch.“ Warum auch ein Konzerthaus, eine Begegnungsstätte jedweder Art, oder sonstiges,der Allgemeinheit zugängliches zu machen, wenn man dekadente Luxuswohnungen daraus machen kann. Pankow wird übrigens grün regiert .

  6. Andreas Urbich 27. Mai 2026 at 16:28 - Reply

    Gut, dass Pankow das Vorkaufsrecht nicht wahrgenommen hat. Das Geld kann man besser für soziale Zwecke verwenden. Der Bezirk hätte niemals das Geld gehabt, die Kirche zu sanieren. Mal sehen, ob sich Leute finden, die eine Menge Geld für Lärm ausgeben.

  7. Marko 27. Mai 2026 at 18:02 - Reply

    Die Kosten zur Sanierung sollte sich die öffentliche Hand nicht antun. Es gibt genug Schlösser, Burgen, Gutshäuser welche durch die öffentlicher Hand nach Sanierung, nie eine kostendeckende Nutzung erfahren haben.

    Ja ich gestehe, dass ich das erste mal, als ich ein Kirchengebäude unter Fremdnutzung bewusst sah etwas erstaunt war. Es war damals in Boston und es war ein Dollar Tree Shop eingemietet. Aber das Rad der Zeit dreht sich einmal weiter, warum nicht. Es ist alles besser das historische Gebäude, auch In Teilen, zu erhalten als ein Verfall.

    • Max 2. Juni 2026 at 13:50 - Reply

      Die Kirche verhökert die Kirchen auf dem Land in zunehmenden Maße, also bald Standard.

  8. Ken 27. Mai 2026 at 19:23 - Reply

    Meh… schrecklich anzusehen. Da kennt man etliche andere zu Wohnungen umgebaute Kirchen, die nicht wie ein Kropf am Turm kleben.
    Man hätte wenigstens die ehemalige Kubatur des Kirchenschiffes aufnehmen sollen, inkl. Dachstuhl und darin sich „entfalten“.
    In Rostock wurde übrigens eine Kirche sehr gelungen in Wohnungen umgebaut.

  9. Martha 29. Mai 2026 at 02:03 - Reply

    https://www.entwicklungsstadt.de/mirbachplatz-in-pankow-kirche-wird-zu-wohnungen-umgebaut/

    Es gab und Menschen, die an diesem Ort zusammenkamen, um zu beten, zu singen, sich auszutauschem, zu teilen und auch, um eine Zuflucht zu finden, Trost, Sicherheit. Und Menschen, die tauftenx getauft worden sind, die heirateten, die trauerten, die gedachten. Die haben auch Abkömmlinge und Wegbegleiter. Die dürfen dort nun nicht fortsetzen, was durch Kriege unterbrochen worden war? 2001, 2020, Vorkaufsrecht nicht ausgeübt. Wer will denn zudem in einem Kirchturm voll Geist und Spirituellem Erbe wohnen, anstatt in einer echten Wohnung? Vor allem in dem Bewusstsein, andere Menschen von ihrer historischen Kultur-, Glaubens- und Denkmalstätte fernzuhalten? Es gibt so viele leerstehende ubd verfallende Wohnhäuser, die auf Pflege und Bewohner warten, und auf Modernisierung. Das klingt ja wie ein Narrenstück.

  10. Andi 2. Juni 2026 at 21:24 - Reply

    Diese private Investition war sehr wichtig!
    Dadurch wird die ganze Wohngegend aufgewertet.
    Für uns Weißenseer war es sehr wichtig,dass die Ruine endlich zu einem sinnvolle Nutzung überführt wird 🙂

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