Halbleiter sind das Rückgrat der digitalen Welt, und ihre Produktion wächst rasant. In Berlin reagiert das Unternehmen ASML mit einem großen Ausbau seines Campus in Neukölln.

Vom Berliner Süden in die globale Chipproduktion: ASML investiert in seinen Standort in Britz. Der Ausbau zeigt, welche Rolle Berlin in internationalen Technologieketten spielt. / © Foto: Bezirksamt Neukölln
© Titelbild: ASML, Bart van Overbeeke
Der weltweite Bedarf an Halbleitern wächst rasant und mit ihm die Anforderungen an Produktionskapazitäten und Lieferketten. In Berlin-Britz reagiert der niederländische Technologiekonzern ASML nun mit einem umfassenden Ausbau seines Standorts.
Auf dem bestehenden Campus entsteht ein neuer Gebäudekomplex, der Produktions-, Logistik-, Büro- und Sozialflächen vereinen soll. Damit setzt das Unternehmen ein deutliches Signal für den Industriestandort Berlin, was vor allem Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey freuen dürfte.
ASML in Berlin-Neukölln: Neue Produktionskapazitäten für eine Schlüsselindustrie
Halbleiter gelten als zentrale Grundlage moderner Technologien; von Smartphones über Fahrzeuge bis hin zu Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. ASML spielt in dieser Branche eine Schlüsselrolle, da das Unternehmen hochspezialisierte Maschinen für die Chipproduktion entwickelt und fertigt.
Im Berliner Süden, an der Waldkraiburger Straße unweit des Britzer Damms, werden dabei insbesondere Komponenten hergestellt, die weltweit in der Halbleiterfertigung zum Einsatz kommen. Mit dem Neubau in Britz will ASML seine Kapazitäten deutlich erweitern.
Der neue Gebäudekomplex soll verschiedene Funktionen bündeln und effizientere Abläufe ermöglichen. Geplant sind neben Produktionsflächen auch Logistikbereiche sowie moderne Arbeitsumgebungen für die Mitarbeitenden. Die Fertigstellung des Projekts ist derzeit für das Jahr 2028 vorgesehen.
Halbleiter-Produktion: Standort Berlin gewinnt an strategischer Bedeutung
Der Ausbau unterstreicht die wachsende Bedeutung des Berliner Standorts innerhalb des internationalen Unternehmensnetzwerks. Bereits heute arbeiten mehr als 1.300 Menschen am ASML-Campus in Britz. Mit der Erweiterung sollen zusätzliche Arbeitsplätze entstehen und bestehende Strukturen weiter gestärkt werden.
Auch politisch wird das Vorhaben als wichtiges Signal gewertet. Zur Grundsteinlegung war neben Bezirksbürgermeister Martin Hikel auch die oben bereits erwähnte Franziska Giffey vor Ort. Beide betonten die Bedeutung des Projekts für die wirtschaftliche Entwicklung des Bezirks und für Berlin als Industriestandort.
Produktionsstandort Neukölln: Berlin als Teil globaler Technologieketten
Die Investition fügt sich in eine breitere Entwicklung ein: Weltweit versuchen Staaten und Unternehmen, ihre Halbleiterproduktion auszubauen und unabhängiger von globalen Lieferengpässen zu werden. Berlin nimmt dabei eine besondere Rolle ein – nicht als klassischer Produktionsstandort für Chips, sondern als wichtiger Zulieferer hochpräziser Komponenten.
Der Standort in Britz ist dabei eng in internationale Produktionsketten eingebunden. Von hier aus werden Bauteile geliefert, die in hochkomplexen Maschinen verbaut werden, ohne die moderne Chipfertigung nicht möglich wäre. Die Erweiterung des Campus kann somit als Teil einer globalen Strategie verstanden werden, Produktionskapazitäten zu sichern und auszubauen.
Industrieentwicklung im urbanen Kontext: ASML-Campus in Britz
Mit dem Ausbau des ASML-Campus zeigt sich auch, dass industrielle Produktion weiterhin eine Rolle in der Hauptstadt spielt, wenn auch in veränderter Form. Hochtechnologische Fertigung, Forschung und Entwicklung sowie qualifizierte Arbeitsplätze werden zunehmend in urbane Strukturen integriert.
Der Standort in Berlin-Britz steht geradezu beispielhaft für diese Entwicklung. Hier entsteht kein klassisches Industrieareal, sondern ein moderner Produktionscampus, der unterschiedliche Funktionen miteinander verbinden soll. In rund zwei Jahren soll die Erweiterung abgeschlossen sein.
Quellen: Industrie- und Handelskammer zu Berlin, ASML, Der Tagesspiegel, Bezirksamt Neukölln
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