Im Reuterkiez hat der Bezirk Neukölln das Wohnhaus Jansastraße 12 per Vorkaufsrecht übernommen. Zuvor stellte das Bezirksamt erhebliche Verstöße gegen den Milieuschutz fest. Nun soll die landeseigene STADT UND LAND die 22 Wohnungen wieder regulär vermieten.

Das Gebäude mit 22 Wohneinheiten steht im Mittelpunkt eines Vorkaufsverfahrens des Bezirks Neukölln und soll künftig durch die landeseigene STADT UND LAND regulär bewirtschaftet werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: Wikimedia Commons, Nicor, Tabsnic, CC BY-SA 3.0
Im November 2025 nutzte das Bezirksamt Neukölln das Vorkaufsrecht für ein Wohnhaus in der Jansastraße 12. Das Gebäude liegt in einem sozialen Erhaltungsgebiet, weshalb hier besondere Regeln gelten. Weil der ursprüngliche Käufer keine Abwendungsvereinbarung unterzeichnen wollte, entschied sich der Bezirk für diesen Schritt.
Zuvor hatten Prüfungen ergeben, dass mehrere Wohnungen ohne Genehmigung baulich verändert worden waren. Außerdem nutzten Eigentümer einzelne Einheiten gewerblich oder vermieteten sie zur Beherbergung. Teilweise teilten sie Wohnungen in kleinere Einheiten auf und vermieteten sie auf Zeit. Damit verstießen sie nach Einschätzung des Bezirks klar gegen die Vorgaben des Milieuschutzes.
Rechtslage im kommunalen Vorkaufsrecht seit 2021: Vorkauf wird unter verschärften Bedingungen durchgesetzt
Seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2021 legen Behörden die rechtlichen Voraussetzungen für Vorkäufe strenger aus. Dennoch setzte Neukölln das Instrument nun erfolgreich ein. Es handelt es sich um den dritten Fall, der unter diesen Bedingungen umgesetzt werden konnte.
Zwar legten Käufer und Verkäufer zunächst Widerspruch gegen den Bescheid ein. Inzwischen zogen sie diesen jedoch zurück. Dadurch wurde der Vorkauf bestandskräftig. Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen bereitete der Bezirk das Verfahren vor und schloss es ab.
Perspektive für die Mieterinnen und Mieter der Jansastraße 12: STADT UND LAND übernimmt das Haus
Nun geht das Haus mit seinen 22 Wohneinheiten in den Bestand der landeseigenen STADT UND LAND über. Das Unternehmen verpflichtet sich, sämtliche unzulässigen Umbauten zurückzubauen. Zudem will es die Wohnungen wieder regulär nach Mietspiegel vermieten. Darüber hinaus plant die Gesellschaft sozialverträgliche Modernisierungen, um den Bestand langfristig zu sichern.
Bezirksstadtrat Jochen Biedermann (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) erklärte, für die Mieterinnen und Mieter bestehe nun Klarheit über die Zukunft des Hauses. Jetzt gelte es, geordnete Mietverhältnisse herzustellen und das Gebäude verlässlich zu verwalten. Außerdem sehe er den Fall als Signal, dass der Bezirk auch künftig alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen werde, um bezahlbaren Wohnraum in Neukölln zu sichern.
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Neukölln, rbb|24
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