An der Sonnenallee in Neukölln liegt seit Jahren ein Grundstück brach, auf dem einst eine Esso-Tankstelle betrieben wurde. Obwohl seit zwei Jahren eine Baugenehmigung vorliegt, ist vor Ort weiterhin kein Fortschritt erkennbar. 

Zu sehen ist das ungenutzte Gelände der früheren Tankstelle mit Graffiti, Bäumen und angrenzender Wohnbebauung entlang der Sonnenallee.

Das Grundstück der ehemaligen Esso-Tankstelle an der Sonnenallee liegt seit Jahren brach, obwohl seit Juli 2024 eine Baugenehmigung für einen sechsgeschossigen Neubau mit 87 Wohnungen vorliegt und der Abriss bereits im letzten Jahr angekündigt wurde. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Die ehemalige Esso-Tankstelle an der Sonnenallee in Neukölln liegt weiterhin brach. Nach ihrer Stilllegung im Jahr 2018 blieb das Gelände sich selbst überlassen. Seitdem verfällt die Tankstelle nahe dem Hermannplatz zunehmend, obwohl bereits seit Längerem Pläne für eine Neubebauung bekannt sind.

Nach mehreren Eigentümerwechseln erwarb die Empira Group das Grundstück im Jahr 2019. Zuständig für die Bebauung ist die Savvy 5 PropCo S.à r.l., eine Gesellschaft innerhalb der Empira Group. Bereits im vergangenen Jahr wurde angekündigt, dass das Bestandsgebäude abgerissen und das Grundstück neu bebaut werden soll. Ein sichtbarer Fortschritt blieb bisher dennoch aus.

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Planungsstand in Neukölln: Baurecht liegt vor, Umsetzung bleibt offen

Das Bezirksamt Neukölln hat auf Anfrage von ENTWICKLUNGSSTADT bestätigt, dass seit Juli 2024 eine gültige Baugenehmigung für das Grundstück vorliegt. Mehrere frühere Bauanträge waren zuvor abgelehnt worden, bevor schließlich einer die Zustimmung der Behörde erhielt.

Über den weiteren Zeitplan könne das Bezirksamt allerdings keine Auskunft geben. Weder zu bauvorbereitenden Maßnahmen noch zu einem konkreten Baubeginn liegen der Behörde Informationen vor. Auf weitere Anfragen aus der Redaktion reagierten weder SAVVY noch die Empira Group, sodass unklar bleibt, ob und wann das Projekt tatsächlich umgesetzt wird.

Ein Blick auf die abgesperrte Tankstelle an der Sonnenallee in Neukölln im Dezember 2024.

Ein Blick auf die abgesperrte Tankstelle an der Sonnenallee in Neukölln im Dezember 2024. Seither hat sich vor Ort kaum etwas getan. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Nutzungskonzept des Neubaus an der Sonnenallee: Viele Einzimmerwohnungen geplant

Laut Bezirksamt soll ein sechsgeschossiger Neubau mit insgesamt 87 Wohnungen entstehen. Der überwiegende Teil davon sind Einzimmerwohnungen, während etwa ein Viertel der Einheiten zwei oder drei Zimmer umfassen soll. Lediglich eine Wohnung ist als geförderter Wohnraum geplant.

Das Unternehmen SAVVY setzt bei seinem Konzept – so der letzte Stand – auf möblierte Mikroapartments mit einer Fläche von rund 20 bis 25 Quadratmetern. Die Kaltmiete für solche Einheiten bei etwa 1.000 Euro. Vor dem Hintergrund der angespannten Wohnraumsituation wird dieses Modell jedoch häufig kritisch gesehen, da es vergleichsweise hohe Mieten bei sehr kleinen Wohnflächen ermöglicht und damit nur begrenzt zur Entlastung des regulären Wohnungsmarktes beiträgt.

Kritik aus der Verwaltung: Bezirksamt sieht Stillstand, kann aber nicht eingreifen

Das Bezirksamt Neukölln äußerte sich kritisch zu der seit Jahren andauernden Situation. Lang brachliegende Grundstücke seien, so die Behörde, nicht vermittelbar. Rechtliche Möglichkeiten, die Bebauung zu beschleunigen, hat das Bezirksamt jedoch nicht.

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Grundsätzlich strebt das Amt bezahlbaren Wohnraum in verschiedenen Wohnungsgrößen an, der auf Menschen ausgerichtet ist, die dauerhaft im Bezirk leben möchten. Das geplante Projekt entspricht diesen Vorstellungen nur bedingt, da selbst wenn der Neubau umgesetzt wird, der Schwerpunkt auf kleinen, möblierten Einheiten liegt.

Neukölln: Wo bald weitere Wohnungen im Umfeld entstehen

Entlang der Sonnenallee entstehen unterdessen andere Wohnbauprojekte. So plant die STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH ein Wohnprojekt an der Sonnenalle 210, mit 43 vollständig geförderten Wohnungen sowie einer kleinen Gewerbefläche. Der Baustart ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen, die Fertigstellung wird bis Ende 2027 erwartet.

Am Maybachufer, nahe der Liberdastraße, plant der Entwickler 15Degree den Bau von 120 Mietwohnungen. Besonderheit dieses Projekts: Auf dem Grundstück soll auch ein Aldi-Nord-Markt wieder einziehen. Beide Vorhaben zeigen, dass wenigstens die Nachbarschaft der brachliegenden Tankstelle an der Sonnenallee nicht stillsteht.

Quellen: Bezirksamt Neukölln zu Berlin, Savvy 5 PropCo S.à r.l, Berliner Morgenpost, Empira Group

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